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Aichen

14.04.2018

Weiterer Solarpark bei Aichen geplant

Auf den beiden rot gekennzeichneten Grundstücken im Nordwesten von Aichen ist die zweite Freiflächen-Solaranlage geplant. Planer, Bauherr und Betreiber wird die „Energiebauern GmbH“ sein.
Bild: Google Maps/Karl Kleiber

Planungen nordwestlich des Dorfes wurden dem Gemeinderat vorgestellt.

Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Aichen Räte ging es um die Planung einer zweiten Fotovoltaik-Freiflächenlage auf einem fünf Hektar großen Grundstück nordwestlich von Aichen, das im Besitz von Biobauer Franz Donderer ist. Das Projekt soll ein Beitrag zur Energiewende und zum Naturschutz sein. Initiator und Betreiber des Solarparks wird die „Energiebauern GmbH“ sein. Vertreten wird das Familienunternehmen südlich von Aichach von Sepp Bichler, der das Projekt auch vorstellte. Da Aichen ein landwirtschaftlich benachteiligtes Gebiet sei, habe das Projekt reelle Chancen, bei der Ausschreibung der Bundes-Netzagentur den Zuschlag zu erhalten, hieß es in der Sitzung.

Biobauer Sepp Bichler informierte das Gremium, dass er sich seit geraumer Zeit mit der Herstellung und Vermarktung von erneuerbaren Energien beschäftige. Deshalb gründete er mit seinen zwei Söhnen die „Energiebauern GmbH“ mit Sitz in Sielenbach, das südlich von Aichach liegt. Die Firma beschäftigt 25 Mitarbeiter.

Da inzwischen bekannt wurde, dass die Kollektorenfläche des von „Max-Solar“ geplanten Solarparks nördlich von Aichen um fünf Hektar wegen Landschafts-Schutzgebietes verringert wurde, wollte Donderer diese Lücke schließen und bot Bichler ein gleich großes Areal Solarfläche zur Pacht an.

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Die Grundstücke Nummer 123 und 125 liegen westlich des Donderer-Hofes auf einem leicht geneigten Westhang und sind von außen kaum einsehbar und würden somit auch keinen Störfaktor in der Landschaft bilden. Zudem soll die Anlage an ihren einsehbaren Flanken eingegrünt werden, erläuterte Bichler weiter.

Weiter sagte er, dass die Firma von der Projektentwicklung über Bauleitverfahren, schlüsselfertiges Bauen, Finanzierung, Gründung von Projekt-Gesellschaften sowie langfristigen Betrieb auch über die 20-jährige EEG-Förderung hinaus alles aus einer Hand liefere. Dies habe den Vorteil, dass es nur einen Ansprechpartner gebe. Zudem werde der Verbleib von neunzig Prozent Gewerbesteuer in der Standort-Gemeinde sichergestellt, da keine Anteile an auswärtige Investoren veräußert würden. Beteiligen können sich nur die Gemeinde Aichen, heimische Landwirte oder eine eigens gegründete Projekt-Gesellschaft. Eine reine Bürgerbeteiligung sei nicht vorgesehen.

Durch die Ständerbauweise sei der Naturschutz gewährleistet. Bienen und Insekten fänden im naturbelassenen Bewuchs ideale Verhältnisse vor. Die geplante Schafbeweidung sichere die Pflege von Fläche und Boden.

Geplant ist eine Stromleistung von 3,5 bis vier Megawatt. Finanziert werden soll das Solarfeld mit 85 Prozent Fremd- und 15 Prozent Eigenkapital. Dies ergäbe laut Berechnung eine Rendite von rund fünf Prozent jährlich. Die „Energiebauern GmbH“ pachtet die Fläche für zwanzig Jahre mit der Option auf eine Verlängerung von zweimal fünf Jahren an. Sie übernimmt auch die kaufmännische Geschäftsführung. Der Anlagen-Rückbau wird durch Rücklagen oder eine Bürgschaft gesichert, über die nur die Gemeinde Aichen verfügen kann. Von der Bauleitplanung bis zur Fertigstellung des Solarfeldes liegt das Unternehmensrisiko bei der „Energiebauern GmbH“.

Um für den „Solarpark Aichen“ überhaupt das Bauleitplanverfahren einleiten zu können, wollte Bichler wissen, wie sich der Gemeinderat zu dem Projekt stellt. Bei Zustimmung müsse die Gemeinde zunächst den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen, erklärte er weiter.

Nach ausgiebiger Diskussion und vielen Fragen an den Fachmann kristallisierte sich eine positive Einstellung und Akzeptanz heraus. Bis zur nächsten Sitzung solle eine Bauleitplanung vorliegen, schlug Bürgermeister Alois Kling abschließend vor. Bichler empfahl seinerseits, dass die Räte zuvor in nichtöffentlicher Beratung beschließen sollen, ob die Gemeinde für das Projekt ist, denn erst dann werde die „Energiebauern GmbH“ tätig.

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