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23.03.2009

Wenn bei einem schweren Infarkt die Feuerwehr kommen muss

Landkreis Wenn die Feuerwehr anrückt, muss es nicht unbedingt brennen. Immer häufiger kommt es vor, dass Notarzt und Rettungsdienst eine Drehleiter der Floriansjünger anfordern, um Patienten aus Gebäuden zu holen. "Die Zahl der Drehleiterrettungen hat sich in den vergangenen Jahren bestimmt verdoppelt", sagt Kreisbrandrat Robert Spiller. Allein in den letzten zwei Wochen sind die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis fünfmal zu solchen Einsätzen gerufen worden. "Es stimmt, diese Hilfsleistungen haben deutlich zugenommen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe", erläutert Reinhold Attenhauser, Einsatzleiter beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK).

Weil die Bevölkerung immer älter wird, hätten die Notfall- und Notarzteinsätze generell zugenommen, so Attenhauser. Außerdem hätten sich die medizinischen Erkenntnisse verändert. "Es wäre absolut schädlich für einen Patienten, der nach einem schweren Infarkt wiederbelebt wird, wenn er in aufrechter Position durchs Treppenhaus nach unten gebracht werden würde." Manchmal seien die Gebäude, in denen sich die Patienten befinden, schwer zugänglich. "Eine Trage passt da oft nicht durchs Treppenhaus." In all diesen Fällen ruft man die Feuerwehr zu Hilfe - nach dem Grundsatz: Die Leute sachgerecht und möglichst schonend herausholen, so Attenhauser.

Die Feuerwehr rückt dann an und bringt den Patienten von einem Obergeschoss mit der Drehleiter nach unten. Dabei werden die Schwerstkranken häufig über eine Tür oder ein Fenster zum Rettungskorb gebracht, an dem bereits spezielle Halterungen für die Trage des Rettungsdienstes vorhanden sind. Dort wird die Trage dann aufgeschoben, sodass sie und der Patient nicht mehr abrutschen können. Dann geht es nach unten, wo das BRK-Fachpersonal wartet und den Patienten übernimmt. Wenn der Gesundheitszustand des Schwerkranken besonders kritisch ist, begleitet ihn ein Rettungsassistent oder der Notarzt auf der kurzen Fahrt zum Boden. "Das ist eine schnelle, schonende Hilfe", betonen Spiller und Attenhauser unisono.

Fünf Feuerwehren im Landkreis haben Drehleitern und führen folglich solche Drehleiterrettungen durch: Günzburg, Burgau, Ichenhausen, Thannhausen und Krumbach. Der Personalaufwand hält sich - verglichen mit Brandeinsätzen - in Grenzen. Spiller: "Das machen in der Regel vier bis sechs Mann. Bei solchen Einsätzen rücken nämlich nur zwei Fahrzeuge aus: die Drehleiter und ein zweiter Wagen, der die Einsatzstelle absichert." Die Mehrbelastung durch die steigende Zahl der Drehleiterrettungen leiste die Feuerwehr gerne, "wenn es der Bevölkerung zugutekommt", so der Kreisbrandrat. Nach rund 30 Minuten seien solche Einsätze normalerweise abgeschlossen.

Laut BRK-Mann Attenhauser werden solche Szenarien regelmäßig mit den betroffenen Feuerwehren geübt. Ist die Zahl der Drehleiterrettungen auch deshalb so stark gestiegen, weil die Menschen immer dicker werden? "Nein", antwortet Attenhauser, "Übergewichtigkeit spielt hier keine Rolle. Entscheidend ist die medizinische Notwendigkeit oder wenn es aus technischen Gründen nicht anders geht." Weil es immer mehr Ältere gibt, die häufiger schwer erkranken, würden die Feuerwehren sicherlich noch oft zu Rettungen mit der Drehleiter alarmiert, glauben die Fachleute.

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