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Landkreis Günzburg

07.04.2021

Wetter: Was der Kälteeinbruch für die Natur im Kreis Günzburg bedeutet

Blüten, die von Schnee überzogen sind: So präsentierte sich zuletzt die Natur in der Region.
Foto: Eduard Glogger

Plus Nach Ostern wurde es noch einmal richtig kalt im Landkreis Günzburg. Das hat auch massive Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Welche Lebewesen besonders betroffen sind.

Schnee, Graupel, Regen, Kälte und Wind statt frühlingshafter Wärme. Die Temperaturen sanken auf bis zu minus sieben Grad. So zeigte sich das Wetter in den vergangenen Tagen. „Der April macht, was er will“: Diesen Spruch zitiert Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde am Günzburger Landratsamt. So manches Tier geht jetzt wieder in die Winterstarre.

Solche Kälteeinbrüche sind sicher nicht ideal, betont Frimmel, kommen aber immer wieder vor. Wetterkapriolen hat es immer schon gegeben, die Natur gleicht es wieder aus.

Für die Land- und Forstwirtschaft bedeutet dieser winterliche Wettereinbruch keine Gefahr, ist von Axel Heiß, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zu erfahren. Gefährlich wird es erst Ende April oder Anfang Mai. Manche Vögel wie Amslen und Meisen brüten bereits. Das Nahrungsangebot wird knapp. Geht das über mehrere Tage so, wird es manches Tier nicht überleben. Es fehlen die Insekten. Frimmel spricht von einer natürlichen Auslese, nur die Stärkeren überleben.

Schwer haben es auch die Amphibien, die sich bereits auf die Wanderung zu ihren Laichplätzen gemacht haben. Die Tiere unterbrechen ihre Wanderung und fallen zurück in die Winterstarre.

Natur im Landkreis Günzburg: Ein Teil der Grasfrosch-Eier geht kaputt

„Der Grasfrosch ist einer der ersten, der seinen Laich absetzt“, sagt Frimmel. Ein Teil der Eier wird bei der Kälte kaputt gehen. Im März bekommen die Feldhasen bereits ihre ersten Jungen. Ungeschützt werden viele von ihnen das kalte Wetter nicht überleben. Aber Hasen bekommen drei- bis viermal im Jahr Nachwuchs. Auch hier gleicht die Natur wieder aus.

Die Igel wachen jetzt aus ihrem Winterschlaf auf. Sie haben kein ideales Gewicht und benötigen dringend Nahrung, beispielsweise Käfer und Maden. Doch bei der Kälte tun sich die Tiere schwer, Nahrung zu finden. Den Tieren Rückzugsgebiete anbieten, naturnahe Gärten anlegen, Laub unter Büschen liegen lassen und damit die Tierwelt unterstützen, darauf weist Frimmel hin.

Keine Gefahr durch den Kälteeinbruch sieht Axel Heiß für die Land- und Forstwirtschaft. „Gefährlicher ist es Ende April und Anfang Mai“, sagt der Behördenleiter. Die Bäume haben noch keine Austriebe. Im März ist im Gegensatz zu Januar und Februar wenig Niederschlag gefallen. Zu beobachten sei, dass die Niederschläge insgesamt immer weniger werden und die Temperaturen ansteigen, betont der Behördenleiter.

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