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Krumbach

25.08.2020

Wie der Krumbacher Stadtsaal modernisiert werden kann

Auch der Krumbacher Stadtsaal ist sanierungsbedürftig.
Bild: Monika Leopold-Miller

Plus Bürgermeister Hubert Fischer erklärt wie er sich die Sanierung des bedeutenden Krumbacher Gebäudes vorstellt. Warum die Finanzierung problematisch werden könnte.

Der Literaturherbst wird im Stadtsaal eröffnet (10. September), der Stadtrat tagt nicht im Rathaus, sondern im Stadtsaal. Es ist ein bemerkenswerter Umstand, dass infolge der Corona-Krise der Stadtsaal wieder verstärkt in den Blickpunkt rückt. Bürgermeister Hubert Fischer hat nun skizziert, in welcher Form das Gebäude aus dem Jahr 1923 modernisiert werden könnte. Aber wann kann das geschehen? Und mit der Finanzierung ist das offenbar nicht so einfach.

Die Gegenwart: Im Krumbacher Stadtsaal tagt regelmäßig der Stadtrat – natürlich mit Abstand.
Bild: Peter Bauer

Modernisierung und Sanierung? „Klar“, sagt der Bürgermeister spontan. Aber er sagt auch: Zunächst muss im Sportzentrum die neue Sporthalle gebaut und für die Nutzung verfügbar sein. Dort könnten dann diejenigen, die bislang die TSV-Turnhalle am Stadtsaal nutzen, untergebracht werden. Und das würde dann den Weg für eine Neugestaltung des Stadtsaals freimachen.

Fischer sieht keinen dringenden Handlungsbedarf

Anders als etwa beim Hallenbad gebe es beim Stadtsaal keinen dringenden Handlungsbedarf. Für den Erhalt der Gebäudesubstanz habe die Stadt zuletzt einiges getan. Der Hallenboden sei abgeschliffen und versiegelt worden, für die Bühne gebe es eine neue LED-Beleuchtung, die Statik sei untersucht worden. Das vor einigen Jahren unter Denkmalschutz gestellte Gebäude sei in einer solchen Verfassung, dass man nicht unmittelbar tätig werden müsse. Der Stadtsaal könne weiter betrieben werden.

Willi Fischer (Heimatverein Krumbach) hat zahlreiche Spenden und Unterschriften für den Erhalt des Krumbacher Stadtsaals gesammelt (Bild). Der Stadt übergab er im Jahr 2016 1396 Unterschriften für den Erhalt des Saals.
Bild: Monika Leopold-Miller (Archivfoto)

So könne ein gestaffelter Zeitplan umgesetzt werden. Zunächst die Neugestaltung des Sportzentrums, dann des Stadtsaals. Bekanntlich wird über die Zukunft des Sportzentrums seit etlichen Jahren debattiert. Eine wichtige Weichenstellung könnte es in einer Sitzung am Mittwoch, 9. September geben.

Der Krumbacher Stadtsaal im Jahr 1932: Der Gesellenverein Krumbach präsentiert ein Theaterstück.
Bild: Stadtarchiv Krumbach

An diesem Tag kommen der Krumbacher Stadtrat sowie Bürgermeister und Gemeinderäte der umliegenden Kommunen zusammen. Auch Landrat Dr. Hans Reichhart hat sein Kommen zugesagt. Wo findet das Treffen statt? Es ist der Stadtsaal. Und am Tag danach wird dort der Krumbacher Literaturherbst eröffnet. Der Stadtsaal macht für solche Veranstaltungen das Einhalten der Abstandsregeln möglich.

Da war von Lockdown noch keine Rede: Im Februar dieses Jahres fand im ausverkauften Stadtsaal der Nostalgieball statt.
Bild: Elisabeth Schmid

Wenn es für eine Neugestaltung des Sportzentrums (in welcher Form auch immer) grünes Licht gibt, dann werden, so Fischer, rund drei bis dreieinhalb Jahre für die Realisierung dieses Projekts vergehen. Danach könne man das Augenmerk auf eine Stadtsaalmodernisierung richten. Wie könnte diese aussehen? Fischer sagt, dass es wohl eine klare Mehrheit dafür gibt, den Kern und den Charakter des Gebäudes zu erhalten. Doch eingerichtet werden müssten neue Funktionsräume für Küche oder Toiletten. Aus diesem Grund müsste die aus den 20er-Jahren stammende TSV-Halle abgerissen werden. An dieser Stelle würde ein neuer Funktionsbau für den Stadtsaal entstehen. Fischer sieht zu dieser räumlichen Lösung keine Alternative. Nicht in Frage komme eine Verlängerung des Gebäudes. Auch die Bahnlinie begrenze die räumlichen Möglichkeiten in diesem Bereich. Wichtig sei, dass eine Modernisierung barrierefrei gestaltet werde.


Der Stadtsaal als Raum für große politische Debatten: Karl Kling im Jahr 1972 während der legendären Sendung „Jetzt red i“ zur Gebietsreform.
Bild: BR

Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Stadtfinanzen?

Infolge der Corona-Krise werden bekanntlich auch die Finanzen von Städten und Gemeinden mitunter stark in Mitleidenschaft gezogen. Was werden sich Städte wie Krumbach in den kommenden Jahren leisten können? Der schulische Bereich sei eine Pflichtaufgabe der Stadt, sagt Fischer und hier sei gegebenenfalls auch mit staatlichen Hilfen zu rechnen. Die Stadtsaalmodernisierung sei aber eine hundertprozentige freiwillige Leistung der Stadt. Mit Blick darauf könnte eine Finanzierung, so Fischer, durchaus „problematisch“ werden. Er ist aber auch zuversichtlich, dass dennoch ein Weg zur Modernisierung des Saals gefunden wird. Der Saal sei ja in einer Notzeit, nach dem Ersten Weltkrieg und in der Inflationszeit gebaut worden. Auch mit Blick auf diese historische Leistung werde es doch möglich sein, das Stadtsaalprojekt auf den Weg zu bringen.

Da war von Lockdown noch keine Rede: Im Februar dieses Jahres fand im ausverkauften Stadtsaal der Nostalgieball statt.
Bild: Elisabeth Schmid

Der Stadtsaal steht unter Denkmalschutz

Der Stadtsaal unter Denkmalschutz gestellt: Willi Fischer, Vorsitzender des Krumbacher Heimatvereins, hat wiederholt betont, dass dies ein wichtiges Signal für den Erhalt des altehrwürdigen Gebäudes gewesen sei. Bürgermeister Hubert Fischer äußert sich in dieser Beziehung etwas zurückhaltender. Das Gebäude im Kern und in seinem Charakter zu erhalten – dies sei stets unbestritten und ein klares Ziel gewesen. Der Denkmalschutz könne aber eine Modernisierung komplizierter machen und die Kosten nach oben treiben.

Willi Fischer und der Heimatverein haben sich in den vergangenen Jahren bekanntlich intensiv für den Erhalt und die Sanierung des Saals eingesetzt. Im Jahr 2016 hatte der Heimatverein für den Erhalt des Saals gesammelt und der Stadt schließlich 2945 Euro übergeben. Zu diesem Betrag kamen noch 1945 Euro dazu, die über Spenden-Anteil-Scheine zusammenkamen. Unterstützt worden war der Heimatverein bei seiner Aktion von der Jungen Union. 1396 Bürger hatten sich zudem an einer Unterschriftenaktion für den Erhalt beteiligt. Bürgermeister Hubert Fischer hatte seinerzeit erklärt, dass es beim Erhalt und Modernisierung des Saals um eine finanzielle Größenordnung von etwa sechs, acht oder gar zehn Millionen Euro gehe. Klar betonte der Bürgermeister: „Solange ich hier etwas zu sagen habe, wird der Stadtsaal nicht abgebrochen.“ An diesem Bekenntnis des Jahres 2016 hat sich auch im Jahr 2020 nichts geändert.

Weitere Informationen zum Thema Stadtsaal finden Sie hier:

Corona-Krise: Krumbacher Stadtrat muss in den Stadtsaal

Erst das Krumbacher Schulzentrum, dann der Stadtsaal

Der Krumbacher Stadtsaal wird zum Denkmal

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