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Aichen

09.07.2020

Wie die Planung für das neue Solarfeld in Aichen aussieht

Die vorgesehene Ständerbauweise beim „Solarpark Aichen“ soll einen guten und artenreichen Grünflächen-Bewuchs garantieren.
Bild: Karl Kleiber

Plus So groß wie sechs Fußballfelder soll eine neue Fotovoltaik-Anlage westlich von Aichen werden. Jetzt ist ein wichtiger Schritt zum Bau getan. So geht es nun weiter.

Schon seit zwei Jahren gibt es konkrete Pläne für eine weitere Fotovoltaik–Anlage im Bereich der Gemeinde Aichen. Die Betreiber aus Sielenbach (Kreis Aichach-Friedberg) wollen auf einem knapp sechs Hektar großen Grundstück westlich des Dondererhofs bauen. Im Gemeinderat gab es für das Projekt jetzt wichtige Weichenstellungen.

Bei der jüngsten Sitzung der Räte ging es um die weitere Planung der zweiten Fotovoltaik-Freiflächen-Anlage auf dem Grundstück im Nordwesten von Aichen, das im Besitz eines heimischen Biobauern ist. Betreiber des Solarparks wird die „Energiebauern GmbH“ aus Sielenbach sein. Das gleichnamige Planungsbüro hat den Bebauungsplan (BBP) sowie die Änderung des Flächen-Nutzungsplans (FNP) der Gemeinde Aichen zur Anhörung ausgeschrieben und um Stellungnahmen gebeten.

Fotovoltaik-Anlage in Aichen soll 4,2 Hektar groß werden

Im Mai 2018 stellte Sepp Bichler von der Firma „Energiebauern“ dem Gemeinderat das geplante Projekt vor, das die Flur-Nummern 123 bis 125 westlich des Donderer-Hofes umfasst. Um dies realisieren zu können, stellte er den Antrag auf einen vorhabenbezogenen BBP, verbunden mit der Änderung des FNP. Erforderlich war die Darstellung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung „Fotovoltaik“. Dem Antrag wurde damals mehrheitlich zugestimmt. Gleichzeitig wurde die Energiebauern GmbH angehalten, für die vorgezogene Bürger- und Behörden-Beteiligung, die erforderlichen Planunterlagen auf eigene Kosten erstellen zu lassen und die Anhörung der Öffentlichkeit, der Behörden und Träger öffentlicher Belange durchzuführen.

Diese wurde nun von Anne-Sophie Hüncher von der Energiebauern GmbH im Rat bekannt gegeben. Sie trug Einwände, Anregungen und Lösungsvorschläge vor. Zur Info für die neuen Ratsmitglieder ging sie auf die wichtigsten Daten des geplanten Solarparks ein. Das Solarfeld hat eine Größe von 4,2 Hektar, die Grün- und bestehende Ausgleichsfläche 1,6 Hektar. Dort befinden sich bereits Sträucher und Gebüsche. Die abgewinkelten Module werden eingerammt. Die Grünfläche soll von Schafen abgeweidet werden. Zwischen den beiden eingezäunten Solarfeldern verläuft ein gemeindlicher Feldweg, der bestehen und auch weiter befahrbar bleibt.

Ziemetshausen bemängelt Verlust von Ackerland in Aichen

Von den 36 angeschriebenen Institutionen gaben 17 keine Stellungnahme zum BBP ab. Auch aus der Öffentlichkeit kam keine Resonanz, informierte Hüncher weiter. Ein Kabel durchquert das Plangebiet, das nicht beschädigt werden darf, schreibt die Telecom. Die LEW weisen darauf hin, dass eine 110-KV-Leitung das Gebiet überspanne. Es sind die Vorgaben des BBP einzuhalten. Die Verkabelung der PV-Anlage erfolgt an dem Trafo in der Hauptstraße, die unterquert werden muss. Eine Kerosin-Fernleitung der Bundeswehr liegt im Plangebiet. Von dieser sind links und rechts sechs Meter Schutzstreifen einzuhalten, die nicht bebaut werden dürfen.

Der Markt Ziemetshausen bemängelte, dass gutes Ackerland in Grünland umgewandelt wird. Darüber war Bürgermeister Alois Kling etwas verwundert und meinte, dass durch die Umwandlung der Boden verbessert werde, da kein Dünger und keine Pestizide zum Einsatz kommen. Ganz anders das Amt für Landwirtschaft und Forsten. Es ist über das Projekt erfreut, da eine ökologische Nutzung des Areals geplant ist. Positives gab es auch von der Regierung von Schwaben, die feststellte, dass die PV-Anlage im Naturpark „Augsburg Westliche Wälder“ liege.

Bei der Anlage in Aichen entsteht eine Streuobstwiese

Sie lobte die Planung einer Streuobstwiese. Die Anlage füge sich gut in die Landschaft ein und könne von außen nicht eingesehen werden. Die Abteilung Emissionsschutz des Landratsamtes (LRA) hatte folgende Bedenken: Sollte es später zu einer Bebauung kommen, die weniger als neunzig Meter Abstand zum Solarpark hat, kann es zu Reflektionen durch die Module kommen. Dann müssten Blendschutzvorrichtungen angebracht werden. Die redaktionellen Anmerkungen von verschiedenen Seiten wurden bereits in den BBP eingearbeitet, erwähnt Hüncher weiter.

Zur 4. Änderung es FNP schrieb das LRA: Der Bau der Freiflächen-PV-Anlage ist zu begrüßen, da die Erzeugung von erneuerbarer Energie, wie Solarstrom, von der Bevölkerung allgemein als positiv aufgenommen wird. Zudem bedeutet es einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Die Gemeinde beweist mit der Förderung von PV-Anlagen große Weitsicht für die künftige Versorgung mit Ökostrom. Ohne Gegenstimme wurden der vorgetragene BBP und die Änderung des FNP angenommen. Gleichzeitig wurde das Planungsbüro beauftragt, die Auslegung und zügige Fortführung des Projekts voranzutreiben.

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