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Krumbach

26.12.2018

Wie die Welt zu retten ist oder wäre

Der Breitenthaler Pfarrer Klaus Bucher hielt bei der Weihnachtspredigt in der Kirche St. Stephan in Deisenhausen die Heimatzeitung mit der Schlagzeile „Ist die Welt noch zu retten?“ in die Höhe. Antworten auf diese Frage gibt die Weihnachtsbotschaft.
Bild: Helmut Höld

In ihren Predigten zeigten heimische Geistliche die Vielfalt der Weihnachtsbotschaft auf. Wie zerbrechlich Weihnachten ist, dass man sich aber nicht fürchten muss, denn, wenn Christ, der Retter, da ist, sei die Welt gerettet.

„Christ, der Retter, ist da“, schallt es uns im Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“, entgegen. Diese Weihnachtsbotschaft – verbunden mit dem „Fürchtet euch nicht“ der Engel an die Hirten, den Tieren an der Krippe, die ihren Herrn erkennen, und der Symbolik der Christbaumkugel, die den Glanz von Weihnachten erkennen lässt – verdeutlichten Geistliche in der Region wieder in ihren Weihnachtspredigten.

„Ist die Welt noch zu retten?“, fragte der Breitenthaler Pfarrer und Kreisdekan Klaus Bucher in seiner Weihnachtspredigt. Er fragte das nicht nur, sondern er hielt auch unsere Heimatzeitung dabei in die Höhe und präsentierte die Frage als Titelschlagzeile vom Samstag der Vorwoche samt Untertitel „Wir fahren diesen Planeten gerade gegen die Wand!“. Wenn es da auch um den Klimagipfel in Kattowitz ging, wollte Bucher das Thema doch weiter auslegen. Dass das Klima und der Klimawandel etwas mit Gott zu tun haben könnte, höre man selbst von christlichen Politikern selten, doch die Bibel sei voller solcher Hinweise. Etwa beim Propheten Hosea, wo es heiße: „Neid, Fluch und Betrug, Mord, Diebstahl und Ehebruch machen sich breit, Bluttat reiht sich an Bluttat. Darum soll das Land verdorren, jeder, der darin wohnt, soll verwelken, samt den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels; auch die Fische im Meer sollen zugrunde gehen.“ Das lese sich wie die Prognose einer Klimakatastrophe. Aber die Ursache sei das Böse der Menschheit. Im Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ gebe es auch die Strophe „Stille Nacht, Heilige Nacht! Die der Welt Heil gebracht, aus des Himmels goldenen Höh’n uns der Gnaden Fülle lässt seh’n: Jesus in Menschengestalt!“. Dieser Abstieg aus den Himmelshöh’n sei die „rettende Stund!“. Der Erlöser bringt die Lösung, und zwar aus Liebe. Wenn also die Zeitung fragt, „Ist die Weil noch zu retten?“, könnten Christen antworten, „Christ der Retter ist da!“. Im Kleinen liege es nun an uns, am Klimawandel zu arbeiten – am Klimawandel zum Miteinander und Füreinander, am Klimawandel im eigenen Herzen, in Familien und Nachbarschaften, in Betrieben, in den Schulen und im Land.

Vertrauen in Gott haben

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Auch der Krumbacher Stadtpfarrer Josef Bauer bekräftigte in der Christmette in der Kirche St. Michael das Vertrauen in Gott – das Vertrauen, das die Menschen aus der Botschaft des Weihnachtsevangeliums ziehen könnten: „Fürchtet euch nicht! Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren.“ Er erzählte von den Hirten, die sich sehr fürchteten und auch wir würden allerlei Bedrohungen kennen, würden immer wieder neu erschreckt. Er sprach das Attentat vom Weihnachtsmarkt in Straßburg, die Messerattacke auf drei Frauen in Nürnberg, die sexuellen Übergriffe auf Frauen in Babenhausen und Umgebung beispielhaft an und auch den jüngsten Tsunami mit seinen Toten und Verletzten in Indonesien. In seiner Menschwerdung schenke Gott das Maß zwischen Freiheit schützen oder vernichten: Leben statt Leid, Freude statt Furcht, Menschlichkeit einfach. „Fürchtet euch nicht! – Heute ist euch der Retter geboren“ sei eine Einladung zum Glauben und zum Vertrauen. Es seien Worte von weit her, vom Himmel zur Erde. Gott käme uns selbst ohnmächtig entgegen, als Kind in Windeln und sage damit: „Es geht mir wie dir, Mensch. Ich kenne deine Not. Ich nehme sie ernst und werde sie tragen. Ich will dich retten.“ Er zitiert den Schriftsteller Axel Hacke, der sich immer wieder mit Gott treffe und mit ihm über „Gott und die Welt spreche“. Gott sage in dem Text etwa: „Erstens bin ich schuld an allem, letztlich, zweitens kann ich euch nicht helfen. Echt nicht. Ihr müsst euch selbst helfen. Könnt ihr auch. Werdet ihr.“

Ochs und Esel erkennen ihren Herrn - und die Menschen?

Direkt am Weihnachtsgeschehen, an der Krippe dockt die Predigt von Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart in Maria Vesperbild an. Ochs und Esel nimmt er in den Blick. In ihrem Dasein an der Weihnachtskrippe stecke eine tiefe Weisheit und große Weihnachtsbotschaft. Beide Tiere gälten doch bei uns Menschen als besonders dumm. Und wenn ein Mitmensch irgendetwas falsch gemacht habe, sagte man vielleicht zu dem: „Du Ochs!“ oder „Du Esel!“. Und ausgerechnet diese „dummen“ Tiere stünden an der Krippe, nahe am Erlöser, während die Schriftgelehrten oder Gastwirte oder der machtbesessene König Herodes nicht einmal Notiz von der Geburt des Erlösers nähmen. Bei Jesaja, der rund 700 Jahre vor Christi Geburt gelebt habe, stünde hingegen: „Das Rind kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn.“ Wenn also Ochs und Esel an der Krippe stünden, werde uns immer ein Spiegel vor Augen gehalten: Schau Dich an! Bist Du wenigstens so gescheit wie Ochs und Esel? Erkennst Du Gott als Deinen Herrn? Komm wie Ochs und Esel zur Krippe und bete Deinen Herrn an! Sei nicht so dumm wie König Herodes oder die Schriftgelehrten! Im Grunde seien Ochs und Esel an der Krippe eine Kritik an den hochmütigen Gescheiten, Wohlhabenden und Mächtigen.

Der Glanz Gottes in der Christbaumkugel

Den Glanz von Weihnachten hielt der evangelische Pfarrer Eugen Ritter aus Krumbach bei seiner Weihnachtspredigt förmlich in der Hand – in Form einer alten, roten Christbaumkugel. Wenn man genau schaue, sehe man an ihrer gekrümmten Oberfläche alles verzerrt, was sich darin spiegelt. Was im Mittelpunkt sei, erscheine überdimensional groß. Dinge am Rand werden klein oder unsichtbar. Verschöben sich nicht gerade an Weihnachten Dimensionen im Vergleich zum normalen Leben, fragte Ritter. Geschenke träten in den Mittelpunkt und ließen fast das eine Geschenk – Gottes Weihnachtspäckchen an die Welt –, nämlich Christus selbst, vergessen. Der Retter ist da und komme als Mensch. Die eigentliche Christbaumkugel sei Christus selbst. Er, das kleine Menschlein mit Gottes Power in sich, das sei der Glanz Gottes und seiner Herrlichkeit in der menschlichen Hütte.

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