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Landkreis/Günzburg

10.06.2016

Wie geht es nach den Überflutungen nun weiter?

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3 Bilder
Vor allem im Bereich des Riemgrabens in Günzburg hat es große Probleme durch den Starkregen gegeben.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Starkregen hat nicht nur Günzburg getroffen. Dort werden jetzt aber Vorkehrungen für die Zukunft getroffen.

Mit dem Einsatz in Günzburg war es für die Feuerwehr am Mittwoch nicht getan. Weitere starke Regenfälle führten am Abend auch zu Überflutungen in Jettingen-Scheppach. Wie Kreisbrandrat Robert Spiller sagt, lief die Eisenbahnunterführung voll, auch Keller standen unter Wasser. Zudem lief der Erlenbach in den Autobahnsee. „Es kann nicht sein, dass das jedes Mal passiert und die Feuerwehr deshalb ausrücken muss“, kritisiert Spiller. Deswegen habe es bereits ein Gespräch mit der Gemeinde gegeben. Bürgermeister Hans Reichhart will das ernst nehmen, sagt aber auch, dass es kein Problem sein sollte, wenn ein Bach in einen See läuft. Wenn aber eine Gefahr für Mensch oder Natur bestehe – für die Fischer könne es problematisch sein – müsse etwas getan werden. Eine Lösung werde geprüft. Insgesamt habe der Hochwasserschutz im Ort aber bestens funktioniert, sodass es nur wenige Schäden gegeben habe.

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Insgesamt gab es am Mittwoch im Landkreis um die 100 Alarmierungen für die Einsatzkräfte wegen des Starkregens und seiner Folgen. Es dauerte bis Mitternacht, alle abzuarbeiten. Es war nach Angaben von Robert Spiller allerdings nicht das erste Mal, dass starker Regen zu so vielen Einsätzen führt. Im südlichen Landkreis beziehungsweise der Mitte habe es etwas Identisches bereits vor drei Jahren gegeben.

Nun stellen sich viele die Frage, wie es weitergehen soll. Was kann getan werden, damit nicht auch künftig starke Regenfälle zu Schäden führen? Sich um die richtigen Dimensionen der Kanalisation zu kümmern ist Sache der Kommunen, sagt Peter Kaufmann, beim Landratsamt für den Bereich Wasserrecht zuständig. Sie sind auch für die Bäche in ihrem Gebiet zuständig. Für Flüsse wiederum sei das Wasserwirtschaftsamt verantwortlich. Das Landratsamt stehe aber mit seiner Expertise zur Seite und koordiniere die Arbeit der Behörden – und der Landrat treibe die Mitarbeiter an, Projekte für die Zukunft mit den Zuständigen voranzubringen.

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In Günzburg werden Sandsäcke bereit gehalten

Die Stadt Günzburg hat nach den Überflutungen vom Mittwoch bereits reagiert: Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sagt, in den nächsten Tagen werde es provisorische Tiefbauarbeiten in der Unterstadt geben und im Bereich der Kirnerstraße am Riemgraben würden Sandsäcke für den Ernstfall bereit gehalten. Mittelfristig werde es einen aktuellen Generalentwässerungsplan geben und langfristig müssten die Kanalsysteme weiterentwickelt werden – was natürlich auch bezahlt werden müsse.

Er habe sich bereits mit den Stadtwerken und dem Tiefbauamt zusammengesetzt, um das Nötige auf den Weg zu bringen. Am Mittwoch sei ein Problem gewesen, dass durch den starken Regen, der unterschiedliche Stadtgebiete unterschiedlich getroffen habe, auch das Erdreich in Bewegung geraten sei. Dadurch seien Teile der Kanalisation verstopft. Es sei aber toll, dass die Einsatzkräfte so schnell reagiert und durch ihre ehrenamtliche Arbeit Schlimmeres verhindert hätten.

Keller stand anderthalb Meter hoch unter Wasser

Insgesamt glimpflich ausgegangen ist dadurch auch die Überflutung im Bereich der Amselstraße. Drei Gebäude und die Hausmeisterwerkstatt der Baugenossenschaft wurden in Mitleidenschaft gezogen, sagt Geschäftsführer Josef Seitz, in einem stand das Wasser mit anderthalb Metern am höchsten. Ansonsten habe es im Bereich von bis zu 20 Zentimetern gelegen.

Den Schaden kann er noch nicht beziffern, aber er dürfte sich auch bei den Mietern in Grenzen halten. Betroffen seien ein paar Elektrogeräte und ansonsten kleinere Gegenstände. Eine Versicherung werde bei ihnen aber nicht einspringen. Die Genossenschaft versuche, mit dem Kreis bei der Entsorgung behilflich zu sein. Zudem werde daran gearbeitet, dass die Wände durch die Nässe nicht von Schimmel befallen werden.

Noch keine größere Hochwassergefahr im Landkreis

Glimpflich davon gekommen sind im Kreis auch die Landwirte, sagt Matthias Letzing, Geschäftsführer des Bauernverbands. Wenn das Wasser versickern könne, werde es keine größeren Schäden geben. Sollte es aber weiter viel Regen geben, könnte es doch problematisch werden. „Das Wasser hat durch die zunehmende Versiegelung eben nicht mehr genug Fläche zum Ablaufen.“

Und wie sieht es an den Flüssen aus? Ulrich Kost vom Wasserwirtschaftsamt rechnet derzeit nicht mit größeren Überflutungen. Die Günz und Mindel erreichten wenn nur knapp die erste Meldestufe, bei Kammel und Zusam steige das Wasser noch leicht. Aber dadurch sollte niemand tangiert werden. Das größte Problem seien ja auch die kleinen Bäche. Und bei denen sei eine Vorhersage äußerst schwierig.

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