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Balzhausen

01.07.2016

Wie gut war die alte Zeit?

Das Schulfest war der krönende Abschluss der Projektwoche „Früher und heute“. Unser Bild zeigt Kinder beim Ausprobieren der selbst gefertigten Reisigbesen.
Bild: Grundschule

Schreiben in Sütterlin oder Rechnen mit dem Abakus. Grundschule Balzhausen setzt ungewöhnliche Akzente. Wie der Vorläufer der heutigen Frisbee aussah.

War die „gute alte Zeit“ wirklich besser als die heutige? Dieser Frage gingen die Kinder der Theresia-Haltenberger-Grundschule im Rahmen einer Projektwoche auf den Grund. An Stationen untersuchten sie, wie vor rund 100 Jahren gelebt, gearbeitet und auch gelernt wurde. Das Schreiben in Sütterlin bereitete den Schülern ebenso viel Spaß wie Rechnen mit dem Abakus oder das Nachstellen der strengen Benimm-Regeln des früheren Schülerdaseins. Doch nach einer Woche gaben die meisten Kinder dem heutigen Schulsystem bessere Noten, das mehr Freiraum für Individualität und weniger strenge Regeln bietet.

Während der Woche wurde in der Schule eine ganz besondere Ausstellung zusammengetragen. Wahre Schätze wurden aus Speichern und Stadeln hervorgeholt, um Gegenstände aus früherer Zeit zu präsentieren. Erstaunlich, was alles den Weg ins Schulhaus fand: Ein altes Motorrad und zahlreiche Reiseutensilien, ein großer Schlitten für Milchkannen und weitere Arbeitsgeräte, eine alte Handwaschmaschine und andere Dinge des täglichen Haushalts, Kleidungsstücke, handgearbeitetes Spielzeug und Erinnerungen an die frühere Schulzeit, als es noch Schönschreibhefte und Notenzeugnisse gab.

Die Schüler erlebten ein besonderes Ereignis, als der Kinderbuchautor Josef Koller in die Schule kam und Kostproben aus seinen Büchern zum Besten gab.

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Der Höhepunkt der Projektwoche war das Schulfest, bei dem sich über 200 Gäste einfanden. Die Kinder der Flötengruppe spielten zwei alte schwäbische Volkslieder. Die erste Klasse trug ein Gedicht des Ziemetshauser Mundartdichters Hyazinth Wäckerle vor. Mit ihren Tänzen demonstrierte die 2. Klasse, wie früher wurde und wie vielleicht in der Zukunft getanzt wird. Der Uropa zweier Schüler brachte eine alte Sense mit. Der 89-jährige Herr Rudolph stellte mit ihr in einem Gedicht anschaulich vor, wie früher Heu gemacht wurde.

Fadenspiele in XXL-Größe

Alte Fadenspiele führten die Kinder der 4. Klassen vor. Sie stellten ihr Geschick auch im 20 Meter Fadenspiel unter Beweis, bei dem jedes Kind anstelle eines Fingers agierte und so ein großes Haus und ein Hexenbesen entstand. Am Ende entließ die 4. Klasse mit dem Lied „Was braucht ma auf’m Baurehof“ die Zuschauer zu den zahlreichen Angeboten und dem mannigfaltigen Buffet, das mit über 40 Köstlichkeiten, zubereitet von Eltern und Großeltern, aufwarten konnte.

Aktiver Körpereinsatz war beim Stelzenlauf sowie alten Hüpf- und Fingerspielen gefordert. Die eigene Kreativität konnte beim Gestalten von Batiktüchern, der Herstellung eines Kaleidoskops oder der Anfertigung von Posamentenknöpfen, unter Anleitung der Leiterin der Trachtenberatungsstelle Monika Hoede, ausgelebt werden. Wie früher Wolle gesponnen wurde, zeigte Kräuterexpertin Anni Böck. Auf alten Schulbänken konnte mit Tinte und Feder oder Griffel und Tafel experimentiert werden. Beim Bauen der Frisbee-Vorläufer, den Scheddr-Hexa, war Geschick gefragt. Auch die neueste Technik der Theresia-Haltenberger-Grundschule kam zum Einsatz: An der digitalen Tafel konnten die Besucher ihre Kenntnisse im „Schwäbisch schwätzen“ testen. Schließlich durften die Gäste in historische Gewänder schlüpfen, so entstanden ganz besondere Erinnerungsfotos an diesen gelungenen Tag.(zg)

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