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26.06.2009

"Wir lassen uns nicht schlecht reden"

Landkreis (AZ) - "Wir halten uns für gut qualifiziert und kompetent! Wir sehen einem Ärzte-Bewertungsportal im Internet mit Gelassenheit entgegen": So kommentierten die Mitglieder des Arztnetzes ÄRA (Ärzte Region Augsburg) bei ihrer jüngsten Generalversammlung in Horgau die aufgeregten Diskussionen über die Absicht der AOK, ein Bewertungsportal im Internet einzurichten, in dem Patienten demnächst ihre Ärzte bewerten können sollen.

Berufspolitik und Neuwahlen standen bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des seit zwei Jahren bestehenden Ärztenetzes an. Nach dem Motto "Einigkeit macht stark" hatten sich vor zwei Jahren überwiegend Hausärzte zusammengefunden, um den sich wandelnden Anforderungen im Gesundheitswesen besser gewachsen zu sein. Als Dachorganisation sind sie der Ärztegenossenschaft Gesundheitsnetz Süd und dem Hausärzteverband angeschlossen. Inzwischen sind Ärzte von Wertingen bis Dinkelscherben und von Thannhausen bis Diedorf mit von der Partie. Mit Sorge blicken die Mediziner in die Zukunft. So war auf der Versammlung zu erfahren, dass im Moment alleine im Kreis Augsburg bereits 20 Arztpraxen Konkurs angemeldet haben. Dies seien ganz offizielle Zahlen, wurde von einem Betroffenen berichtet. Auch aus den Nachbarkreisen sei immer häufiger von Praxispleiten zu hören. Die Hoffnung der Hausärzte richtet sich auf die Hausarztverträge, wie sie bereits mit der AOK abgeschlossen wurden. Alle anderen Kassen haben sich bislang geweigert, den Vertrag der AOK zu übernehmen, deswegen wird derzeit vor Schiedsausschüssen gestritten.

Besonders sauer sind die Ärzte von ÄRA inzwischen auf den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. "Diese von uns bezahlten Herrschaften lassen zurzeit kein Mittel ungenutzt, um die für uns so wichtigen Hausarztverträge zu verhindern", sagte ein Vorstandsmitglied von ÄRA. "Sei es, dass behauptet werde, Hausarztverträge brächten nichts, sei es, dass sie mit juristischen Mitteln gegen die AOK vorgehen." Mit überwältigender Mehrheit haben sich jetzt Bayerns Hausärzte in einem Votum für die Absetzung des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung ausgesprochen. Auch die ÄRA-Mitglieder unterstützen einhellig diese Forderung.

Fragebogenaktion geplant

Die Behauptung, Hausarztverträge würden den Patienten keine Verbesserungen bringen, wollen die Ärzte nicht auf sich sitzen lassen. Hier werde von interessierter Seite mit fragwürdigen Methoden Stimmung gemacht. ÄRA möchte über den Hausarztverband in ganz Bayern eine Fragebogenaktion unter allen Patienten initiieren, die an den neuen Vorsorgeangeboten der AOK bereits teilgenommen haben. "Wir erwarten hier ein eindeutig positives Echo", sind die Mediziner überzeugt. Die neuen Vorsorgemöglichkeiten würden von den Patienten sehr gerne in Anspruch genommen.

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