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Sport und Spaß

14.02.2015

Wo Männer exotische Seltenheiten sind

Zumba macht Laune – und man kommt ordentlich ins Schwitzen.
Bild: Gertrud Adlassnig

Egal ob neun oder 90, Zumba geht immer. Jeder tanzt nach seinen Fähigkeiten

An diesem Sport kommt keiner mehr vorbei: Zumba. Wer es kennt, den zuckt es in den Beinen, wer es einmal mitgemacht hat, ist ihm verfallen. Zumba, der Tanz mit Suchtfaktor geht um die Welt und erobert Land um Land. Keine Tanzschule, kein Fitnessclub, kein Sportverein, der nicht Zumba im Programm hätte.

Aber es ist eine friedliche Eroberung, und wer sich ihr hingibt, ist garantiert nicht mehr in der Lage oder willens, aggressiv zu werden. Denn Zumba verbindet zwei Dinge, die eigentlich gar nicht zusammen zu passen scheinen: extreme körperliche Anstrengung und extrem gute Laune. Dem kann sich niemand entziehen. Eine Stunde lang zu den wild gemischten Rhythmen aus Chachacha, Salsa, Mambo, Bauchtanz, Rock’n’Roll und Co. die Arme schwingen, gleichzeitig mit den Beinen Schrittkombinationen vollbringen, hüpfen und gleiten, den Körper in Wellen bewegen, die Hüften kreisen lassen und den Po in Rotation versetzen, das lässt den Schweiß fließen. Aber es macht auch glücklich. Ob dies an Endorphinen liegt, die ausgeschüttet werden, oder einfach an der Kombination aus Bewegung, einer herausfordernden Koordinationsschulung und Guter-Laune-Musik, mögen die Wissenschaftler erforschen.

Die Tänzerinnen – Männer sind exotische Seltenheiten bei einer Zumbaparty – sind begeistert. Auch in Neuburg, wo der Sportverein Langenhaslach mittwochs und freitags Zumbapartys unter der Leitung von Zumbainstructorin Diana Dankworth durchführt, drängen sich die Tänzerinnen im Gymnastikraum. Eine sagt es ihrer Freundin, und die ist so hingerissen, dass auch sie die Kunde vom neuen Sporttanz weiterträgt: Die Teilnehmerzahlen steigen kontinuierlich. „Wir sind froh, mit Zumba im Sportverein endlich wieder ein Angebot zu haben, das auch junge Leute anspricht,“ begeistert sich Elvira Michalka, Vorstandsmitglied im TSV, die sich die Zumbapartys nicht entgehen lässt.

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„Zumba ist ein Fitness-Workout, Bewegung mit einem sehr hohen Spaßfaktor“, erklärt Diana Dankworth den weltweiten Erfolg. Sie kombiniert bei ihrer „Party“, das klingt viel ansprechender und nicht so streng wie Trainings- oder Unterrichtsstunde, jeweils bekannte Musikstücke mit neuen, die Geist und Körper fordern, denn die Tanzelemente verlangen Koordination, Kondition und Merkfähigkeit. Spaß macht es den Tänzerinnen immer, denn Diana Dankworth nimmt gerne auch Rücksicht auf die Musikwünsche ihrer Tänzerinnen. Sie ist nämlich davon überzeugt, dass sich Zumba für jede Musik eignet. „Ich habe,“ verrät sie, „in der Adventszeit sogar ein paar Weihnachtslieder eingebaut und die haben der Gruppe ebenso Spaß gemacht wie lateinamerikanische Musik“.

Zum Verschnaufen gibt es Trinkpausen

Schon nach einer Viertelstunde ist die Gruppe auf Hochtouren. Es ist die Kunst des guten Zumbalehrers, genau im richtigen Moment eine beruhigende Passage einzubauen. Wenn der Schweiß von der Stirn tropft und der Mund trocken wird, legt Diana Dankworth eine Trinkpause ein und macht mit einem langsameren Stück weiter oder erklärt zum Verschnaufen ein paar Schrittkombinationen.

Wann welcher Tanz angesagt ist, muss die Instructorin an der Kondition der Gruppe erkennen, keine leichte Aufgabe, weil die Partygäste in der Regel sehr heterogen sind: Frauen zwischen neun und (fast) neunzig tummeln sich auf der Tanzfläche, denn für Zumba ist niemand zu alt oder zu jung. Das ist möglich, weil Gelenke und Muskulatur zwar gefordert, aber nie überstrapaziert werden. Außerdem kommt es beim Tanzen nicht darauf an, ob man nun die Schrittabfolge perfekt abtanzen kann und Arme und Körper die dazugehörigen Bewegungen komplett vollführen. Jeder tanzt nach seiner eigenen Fähigkeit und wird auch nicht korrigiert, denn Zumba soll Spaß machen und nicht den Charakter eines Leistungssports annehmen.

Das war beim Vorläufer von Zumba noch ganz anders: Es ist schon Jahrzehnte her, dass er auftauchte und die Massen einfach so mitgerissen hat: In den 80er-Jahren hatte Jane Fonda mit ihrem Aerobic die Frauen der Welt bewegt, in neonfarbenen Gymnastikanzügen und Wadenstulpen stählten sie mit gleichmäßigen Bewegungen ihren Körper zu monotonem Discosound. Mit der Begeisterung für den Musikstil ebbte dann auch die Aerobicwelle ab. Ausgerechnet, so sagt die Legende, ein Aerobictrainer habe dann per Zufall Zumba erfunden. Als er nämlich für seine Trainingsstunde die Musik vergessen hatte, habe er einfach seine private CD mit lateinamerikanischen Rhythmen aus dem Auto geholt und einen unglaublichen Erfolg erzielt.

Inzwischen ist Zumba zur weltweiten, warenrechtlich eingetragenen Marke geworden. Es gibt die unterschiedlichsten Angebote, die passende Kleidung, optimale Schuhe. Sicher, das kann man alles kaufen, aber auch ohne das perfekte Outfit macht Zumba tanzen einfach Spaß.

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