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Ursberg

27.12.2017

Wo Musik und Menschliches sich verbinden

Harmonie pur herrschte zwischen den Akteuren beim vorweihnachtlichen Konzert im Ringeisensaal des Gymnasiums Ursberg: (von links) Georg Gerhardt, Robert Sittny und Sally du Randt.
Bild: Heinrich Lindenmayr

Wie Sally du Randt einen ganz besonderen weihnachtlichen Akzent setzt.

Weihnachten ohne die Einstimmung durch Sally du Randt, vielen Mitbürgern im südlichen Landkreis würde Entscheidendes fehlen. Wie in den letzten Jahren war der Ringeisensaal des Gymnasiums von Ursberg auch in diesem Jahr zum vorweihnachtlichen Konzert voll geworden. Der Saal im Pfarrheim von Thannhausen, wo die aus Südafrika stammende Sopranistin die ersten Male auftrat, könnte dem Besucherinteresse ohnehin nicht gerecht werden.

Was ist der besondere Reiz dieses Konzerts? Darauf gibt es mehrere Antworten. Es bildet gleichsam den idealen Rahmen, um nach der Hektik der Weihnachtsvorbereitungen zur Ruhe und inneren Einkehr zu finden. Alles ist erledigt, jetzt kann man sich einlassen auf Musik und Gedanken zum Fest. Mindestens genauso wesentlich ist menschliche Komponente. Trotz der vielen Besucher wirkt das Konzert familiär. Die Künstlerin spricht mit dem Publikum, verteilt Geschenke. Robert Sittny am Piano wirkt entspannt. Er kann es sich leisten, ein paar Takte zu spielen, dann abrupt abzubrechen, um dem Publikum zu erklären, wie und wo er das Musikstück, das er gerade spielen wolle, gefunden habe. Auch dass sich Schulleiter Georg Gerhardt zeitweise den Musizierenden hinzugesellte und sie rhythmisch verstärkte, vermittelte den Eindruck, hier geschehe alles unter Freunden, hier befinde man sich unter Gleichgesinnten. Die Entspanntheit tut der Musik gut. Da ist es auch einmal möglich, „Jingle Bells“ erst fröhlich zu spielen und es dann mehr und mehr in den Jazz überwechseln zu lassen.

Überhaupt sind der Programmgestaltung nur weite Grenzen gesetzt. Es gibt ein paar unverzichtbare Titel, beispielsweise das „Weihnachten bin ich Zuhaus“, welches die Künstlerin nutzt, um ihrer Heimatferne ein Gegengewicht zu setzen.

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Es gibt ein paar volkstümliche Weihnachtslieder wie das „Maria durch ein Dornwald ging“, ein paar Stimmungsmacher wie das „White Christmas“ und ein paar Kunstlieder. Und natürlich darf die Oper nie fehlen. Das „Lied an den Mond“ von Antonin Dvorak, Glanzpunkt im diesjährigen Programm, ist nicht nur herrlich romantisch, sondern hat insofern den Bezug zum Fest, als es hierbei um den sehnlichen Wunsch der Menschwerdung geht. Das Konzert ist intim, locker, familiär, aber das geht nicht zulasten der musikalischen Qualität. Man weiß mittlerweile, worauf man sich freuen kann beim Auftritt dieser Künstlerin: Auf die schöne Stimme, die problemlos zwischen den Musikgattungen unterwegs ist, die große Kunst der Stimmführung und die vollendete Gestaltung. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn Sally du Randt ganz hoch und ganz leise einsetzt, den Ton über den ganzen Saal verteilt und auch über einen längeren Zeitraum hinweg mit Leben erfüllt. Man versteht dann den Textsinn von „denn ihrer ist das Himmelreich“ viel besser. Es macht immer wieder Freude, Robert Sittny zu erleben, wie er beispielsweise beim „Lied an den Mond“ das Atmosphärische hervorzaubert, das Glitzern und Funkeln bei diesen Wasserwesen in Töne umsetzt.

Sahnehäubchen beim vorweihnachtlichen Konzert mit Sally du Randt ist eine Weihnachtsgeschichte. Diesmal trug der amtierende Präsident des Lions-Club Mittelschwaben Gerhard Holbach einen Text von Axel Hacke vor, der das Problem des Schenkens thematisiert. Holbach profilierte in seiner Interpretation das Komische der Not des Schenkenden heraus und hatte für alle, die auch am 23. Dezember noch Bedarf hatten, das Passende parat: Eintrittskarten für ein Benefizkonzert der Augsburger Domsingknaben am 6. Mai in der Krumbacher Stadtpfarrkirche St. Michael.

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