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Literaturschloss
03.05.2017

Wo Siegfried, Krimhild und Hagen schwäbisch schwätzat

Prof. Dr. Franz Körndle, Musikwissenschaftler an der Universität Augsburg, trug im Chinesischen Saal von Schloss Edelstetten Teile der schwäbischen Fassung des Nibelungenlieds vor und begleitete sich dabei selbst auf einer zeitgenössischen Vorbildern nachgebauten Fidel.
Foto: Dr. Heinrich Lindenmayr

Besucher hörten, wie das Nibelungenlied im Mittelalter geklungen haben könnte

Es ist im digitalen Zeitalter kaum noch vorstellbar. In ihren Anfängen war die deutsche Literatur eine zumeist nur mündlich weitergegebene. Wer beispielsweise das Nibelungenlied vortrug, musste mehrere Tausend Verse ganz aus dem Gedächtnis rezitieren und gelernt hatte er das von einem anderen „Sänger“.

Erst im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts wurde das Nibelungenlied aufgeschrieben. Erhalten haben sich insgesamt elf vollständige Fassungen, die zum Teil stark voneinander abweichen. In der Zeit zwischen 1437 und 1442 entstand auch in Augsburg eine Fassung dieses Klassikers der mittelalterlichen Literatur. Diese ist in zweierlei Hinsicht einzigartig: Die Sprache dieser Fassung ist teils schwäbisch, teils bayerisch und sie ist die einzig illustrierte. Mit zwei Fragen befassten sich die beiden Referenten de Nibelungenlied-Abends auf Schloss Edelstetten: Entstand diese Fassung wirklich in Augsburg? Und wie dürfte es geklungen haben, wenn das Nibelungenlied im Mittelalter vorgetragen wurde?

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