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Krumbach

24.07.2020

Woher die Energie für das neue Krumbacher Baugebiet kommt

Michael Wiedemann und sein Sohn Maximilian zeigen auf den Bereich, wo die neue Hackschnitzelheizzentrale für das neue Baugebiet „Am Reschenberg“ entstehen soll. Diese Anlage könnte auch noch weitere Bereiche versorgen.
Bild: Peter Bauer

Plus Michael Wiedemann möchte die Energie aus seiner Hackschnitzelheizzentrale auch noch für weitere Bereiche anbieten. Was geplant ist und wie das neue Baugebiet aussieht.

Michael Wiedemann zeigt von seinem Anwesen am Reschenberg hinunter Richtung Krumbach und erläutert die Umrisse des neuen Baugebiets, das im Südwesten des Stadtgebiets entstehen soll. 27 Bauplätze sind hier geplant. Der 58-jährige Biolandwirt Wiedemann stellt gemeinsam mit Forstunternehmer Matthias Thoma den Grund dafür zur Verfügung. Und wie Wiedemann im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert, möchte man bei der Energieversorgung neue Wege gehen.

So sieht die Planung für das neue Baugebiet „Am Reschenberg“ im Südwesten Krumbachs aus.
Bild: Martin Kropf

Alle in diesem Bereich entstehenden Häuser sollen an das Nahwärmenetz einer Hackschnitzelheizzentrale angeschlossen werden. Dezentrale Energieversorgung: Das ist in der Region ein bereits vielfach erfolgreich umgesetztes Konzept. Beispielsweise in Attenhausen, Waltenhausen oder auch in Edelstetten. Dort sind in Kürze wohl rund 90 Prozent der Haushalte im Ort an die örtliche Nahwärme angeschlossen. Einer der maßgeblichen Koordinatoren des Edelstetter Projekts ist Klaus Jekle. Sein Rat ist mittlerweile auch bei Projekten über Edelstetten hinaus sehr gefragt. Auch Michael Wiedemann steht, wie er berichtet, mit ihm in engem Kontakt.

Bio-Landwirt Wiedemann, vielen auch als Saatgut-Anbieter bekannt, betont, dass im neuen Krumbacher Baugebiet Klima- und Umweltschutz eine tragende Rolle spielen sollen. Der Flächenverbrauch halte sich in Grenzen, ein wichtiger Bestandteil der Planung sei eine umfassende Eingrünung des Gebiets. Vorgesehen sei ferner die Einrichtung einer Streuobstwiese. Die Größe der jeweiligen Grundstücksflächen sei überschaubar, aber es gebe die „Möglichkeit zum Gärtnern“. Zudem sei das Gebiet von einer wunderschönen Landschaft umgeben, auch das spreche für die Wohnqualität in diesem Bereich.

Vertrag mit der Stadt Krumbach abgeschlossen

Im Krumbacher Bauausschuss und Stadtrat wurde die Planung für das Gebiet vor Kurzem auf den Weg gebracht. Der Rat beschloss die für das neue Gebiet notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und die parallel dazu notwendige Aufstellung eines Bebauungsplans. Wie in solchen Fällen üblich tragen die Eigentümer die Kosten der Bauleitplanung, geregelt wird dies in einem städtebaulichen Vertrag. Mit der Detailplanung haben die Eigentümer das Büro Kling Consult beauftragt (wir berichteten). „Es war uns wichtig, dass dies ein heimisches Büro übernimmt“, betont Wiedemann. Vorgesehen ist die Errichtung einer Lärmschutzwand an der B300.

Michael Wiedemann erläutert die Umrisse des neuen Baugebiets.
Bild: Peter Bauer

Eingerichtet wird mit Blick auf die Erschließung eine Linksabbiegespur. Für die Regenrückhaltung wird ein unterirdisches Retensionsbecken installiert. Wiedemann ist zuversichtlich, dass bereits im Sommer 2021 mit dem Bau von Häusern begonnen werden kann. Gerade für junge Familien mit Kindern seien die Möglichkeiten im neuen Baugebiet interessant. Gemeldet hätten sich, so berichtet Michael Wiedemann weiter, auch Interessenten, die von Wohnorten außerhalb der Region wieder nach Krumbach zurückkehren wollten. Er freut sich über das große Interesse von Bauwilligen am neuen Gebiet.

Ausschließlich mit Holz aus heimischen Wäldern

Wer im neuen Gebiet baut, muss sein Haus an die Hackschnitzelheizzentrale anschließen. Wie Wiedemann weiter erläutert, werde für die Anlage ausschließlich Holz aus heimischen Wäldern verwendet, man arbeite zu „100 Prozent regenerativ“. Wiedermann verweist ferner auf das Verbot von Ölheizungen ab dem Jahr 2026 und die geplante CO2-Steuer für Heizöl ab 2025. So gebe es viele gute Gründe für den Anschluss an die geplante Hackschnitzelheizzentrale.

Wiedemann sagt, dass diese Zentrale über das geplante Baugebiet hinaus auch noch weitere Bereiche versorgen könne. Anbieten möchte er dies für Anwesen im Finken-, Amsel, Lerchen- und Dreifaltigkeitsweg sowie in der Babenhauser Straße. In ersten Gesprächen sei die Resonanz bereits positiv gewesen. Voraussichtlich im Lauf des Monats August möchte er zu diesem Thema eine Informationsveranstaltung anbieten.

Diese Veranstaltung möchte er zusammen mit Klaus Jekle organisieren. Energie sozusagen aus der Nachbarschaft: Das sei auch mit Blick auf die Energiewende für das neue Krumbacher Baugebiet der richtige Weg.

Weitere Informationen zum neuen Baugebiet "Am Reschenberg" finden Sie hier:

So soll das neue Baugebiet in Krumbach aussehen

Wo in Krumbach 30 neue Bauplätze entstehen

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