Kissing/Landkreis

10.09.2017

Wohin mit dem Hiasl?

Noch sitzt die Figur von Matthias Klostermayr in der Erlebniswelt auf Gut Mergenthau in Kissing hinter ihrem Schreibtisch. Doch die Ausstellung über das Leben des Räuberhauptmanns muss umziehen. Wohin, ist derzeit noch offen.
Bild: Claudia Schuri

Die Erlebniswelt auf Gut Mergenthau muss ausziehen, weil die Besitzerin die Räume selbst nutzen will. Bürgermeister Wolf setzt sich dafür ein, dass die Ausstellung über den bayerischen Robin Hood in Kissing bleibt.

Für viele kam die Nachricht überraschend. Wie kurz berichtet, wird die Hiasl-Erlebniswelt auf Gut Mergenthau in wenigen Wochen geschlossen. Dort wird das Leben des in Kissing geborenen Räuberhauptmanns Matthias Klostermayr aufgezeigt, der auch als bayerischer Robin Hood verehrt wird. Die Regio Augsburg Tourismus, die das Museum zusammen mit dem Wittelsbacher Land Verein finanziert, teilte mit, dass der Mietvertrag mit der Besitzerin von Gut Mergenthau, Monika Fottner, nach zwölf Jahren ausläuft. Und die Eigentümerin wolle die Räume künftig selbst nutzen. Am Donnerstag soll bei einer Pressekonferenz ein Blick zurück geworfen werden. Tourismusdirektor Götz Beck ließ aber verlauten, dass die „Erfolgsstory“ für das Wittelsbacher Land nicht zu Ende sei.

Erlebniswelt weiterhin in der Gemeinde

Kissings Bürgermeister Manfred Wolf setzt sich dafür ein, dass die Hiasl-Erlebniswelt weiterhin in der Gemeinde bleibt: „Wir sind auf der Suche in Kissing und haben bereits erste Gespräche geführt.“ Er dankte Gutsherrin Fottner, die die Räume in den vergangenen Jahren zur Verfügung gestellt habe, ohne wirtschaftlich davon zu profitieren. Er gab zu bedenken, dass die bisherigen Räumlichkeiten nicht barrierefrei erreichbar sind. Die Gemeinde Kissing habe die Erlebniswelt bei Sonderausstellungen immer wieder finanziell unterstützt und suche nun in Abstimmung mit der Regio Augsburg Tourismus neue Räume.

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Ronald Kraus ist Vorsitzender des Historischen Fördervereins „Bayerischer Hiasl“. Gut zehn Mitglieder betreiben die Ausstellung auf Gut Mergenthau als Ehrenamtliche.

Im Hinblick auf die Zukunft der Erlebniswelt möchte der Vorsitzende der Pressekonferenz nicht vorgreifen. Wie Kraus erklärt, wurde bei der Gründung des Vereins das Ziel ausgegeben, ein Heimatmuseum in der Gemeinde zu errichten. „Der Hiasl ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Söhne Kissings. Es macht Sinn, dass das Thema hier bei uns behandelt wird.“

Zuerst hatte es eine Ausstellung im Rathaus gegeben. Daraus entwickelte sich mehr. Das Konzept gewann Unterstützer und auf Gut Mergenthau auch passende Räume: Dort verbrachte Klostermayr immerhin einige Jahre seines Lebens. Nach der Eröffnung der Ausstellung im Mai 2006 wurde sie ausgebaut. An verschiedenen Erlebnisstationen wird inzwischen das Leben Klostermayrs aufgezeigt. Das umfasst Hörspiele, 3-D-Filme und eine Dia-Projektion der Hinrichtung. Ziel des Angebots ist es nicht nur, den Menschen das Leben Klostermayrs näherzubringen, sondern auch die gesellschaftliche Situation der damaligen Zeit. 2015 wurde ein Walderlebnispfad im Obergeschoss eingerichtet. An neun interaktiven Spielstationen können Kinder mehr über den Bayerischen Hiasl erfahren und Interessantes über den Wald und seine Bewohner lernen.

Klaus Wolf, Professor für Literatur und Mittelalter-Sprache an der Universität Augsburg, ist ein Kenner des Bayerischen Hiasl und hat schon viele Vorträge über ihn gehalten. Er berät Bürgermeister Wolf und Tourismusdirektor Beck.

In Form eines Theaterstücks

„Es ist sehr wichtig, dass die Erlebniswelt in Kissing bleibt, denn dort ist Matthias Klostermayr ja geboren.“ Zudem sagt Wolf, dass er und Gleichgesinnte planen, den Weg des Hiasls in Form eines Theaterstücks zu präsentieren. Vorbild seien die Störtebeker Festspiele an der Ostsee. Es habe bereits Gespräche mit Sebastian Seidel vom Sensemble-Theater in Augsburg gegeben.

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