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Zaubern mit dem Ringfinger

Kommentar Von Erich Pawlu
28.02.2018

Heute, am 26. Februar, ist Ringfingertag.

Heute, am 26. Februar, ist Ringfingertag. Vor allem in den USA wird der Ring Finger Day gefeiert. Aber da wir von den Amerikanern schon Jeans, Kaugummi und Fast Food übernommen haben, sollten wir uns dem Ringfinger-Kult nicht verschließen.

Denn auch hierzulande ist der Ringfinger in einer bemitleidenswerten Situation. Er wird zwar meist mit einem Ehering geschmückt. Aber bei einer Scheidungsrate von fast 40 Prozent droht vielen Ringfingern die Degradierung. Der Ehering wird in der Regel schon vor dem Besuch beim Scheidungsrichter abgezogen, der Ringfinger kommt sich nackt vor und schämt sich. Manchmal vergehen Jahre, bis er Gelegenheit erhält, sich mit dem Ehering Nr. 2 zu schmücken.

Schon die Römer sollen dem linken Ringfinger magische Kräfte zugetraut haben. Sie glaubten, dass der Digitus anularis über eine Ader direkt mit dem Herzen verbunden ist. Heute ist die Ringfingermagie aber stark eingeschränkt, weil sich bei immer mehr älteren Menschen im Ringfinger nicht Zauberkräfte, sondern Taubheitsgefühle einstellen. Da ist es vorbei mit der Ringfingerhexerei, die Friedrich Reinhold Kreutzwald in dem Märchen „Der Nordlandsdrache“ 1866 noch faszinierend beschrieben hat: „Stecke ich den Ring auf den Ringfinger meiner linken Hand, so bin ich sogleich für alle unsichtbar, mich selbst und alles, was mich umgibt, sehe ich, aber die andern sehen mich nicht.“

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