Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Ziemetshausens ehemaliger Bürgermeister Anton Weber ist gestorben

Ziemetshausen

14.12.2020

Ziemetshausens ehemaliger Bürgermeister Anton Weber ist gestorben

Anton Weber
Bild: Peter Voh

Plus Über 40 Jahre lang war Anton Weber im kommunalen Dienst tätig, 24 Jahre davon als Bürgermeister von Ziemetshausen. Nun ist er gestorben.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im Ort die Nachricht vom Tod des früheren Ersten Bürgermeisters Anton Weber. Der Verstorbene kam 1978 nach seiner Wahl zum Bürgermeister der Marktgemeinde als Gehobener Verwaltungsbeamter aus Ismaning nahe München und bekleidete das Amt des Gemeindeoberhauptes 24 Jahre lang. In über 40 Jahren Tätigkeit im kommunalen Dienst eignete sich Weber ein umfassendes Wissen an, das er in der Alltagsarbeit akribisch genau anwendete. Dennoch war er für jeden da, der mit dem Bürgermeister über gemeindliche und auch persönliche Anliegen sprechen wollte.

Mit seinem Amtsantritt im Mai 1978 galt es zunächst, im Rahmen der Gemeindegebietsreform die Eingliederung der noch selbstständigen Gemeinden Schellenbach, Uttenhofen und Schönebach nach Ziemetshausen zu bewerkstelligen. Die Fertigstellung begonnener kostenträchtiger Baumaßnahmen wie den Ausbau der Wasserversorgung, die Errichtung einer zukunftsweisenden Kläranlage und die Kanalisation in den Ortsteilen tragen seine Handschrift und die der damaligen Marktgemeinderäte. Wohnbau- und Gewerbegebiete wurden in der Ära von Anton Weber ausgewiesen, Ortsverbindungsstraßen ausgebaut und der Ausbau des Wegenetzes im Rahmen der Flurbereinigung mit hohem finanziellen Aufwand begleitet.

Anton Weber hatte Fachwissen und Sachverstand

Ein Segen für Ziemetshausen war die 1999 in Betrieb genommene Umgehungsstraße, mit der es Weber nach vielen Jahren des Hinhaltens gelungen ist, den Fernverkehr aus dem Ort zu bringen. Ein weiterer Meilenstein war der Neubau des Kindergartens in Bahnhofsnähe im Jahr 1993 ebenso wie die mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützten Renovierungen der Kirchen von Ziemetshausen und Schönebach wie auch der Kapellen von Muttershofen und Schellenbach.

Aufgrund seines Fachwissens und seines Sachverstandes wägte der damalige Bürgermeister des Öfteren das Für und Wider von anstehenden Ausgaben ab und erinnerte gern an mögliche Folgelasten, die er auftauchen sah. Dennoch war seine Amtszeit von zahlreichen außergewöhnlichen Leistungen geprägt, die noch heute mit seinem Namen verbunden sind. Mit dem Ausgang der Kommunalwahlen 2002 blieb es ihm versagt, eine weitere Amtsperiode anzuhängen.

Sein über alle Maßen geliebtes Hobby Heimat und Historie war für den hiesigen Heimatverein ein mehr als wertvolles Faktum, von dem der Verein heute noch zehrt. Weber war nicht nur Mitglied und langjähriges Vorstandsmitglied, mit seinem Engagement in Verbindung mit seinen Kenntnissen und seinen Verbindungen zu vielen Einrichtungen mit musealem Hintergrund war Anton Weber ein Glücksfall für den Heimatverein.

Ehemaliger Bürgermeister leistete Ziemtshausen große Dienste

Um die Jahrtausendwende war er mit der Errichtung des Webereimuseums und Jahre später bei der Umgestaltung des Stegmannhauses als Heimatmuseum federführend tätig. Darüber hinaus brachte er als Bauleiter sein Wissen und seinen Einsatzwillen wie auch beim Innenausbau und bei der späteren Dachsanierung mit ein.

Der wohl berühmteste Sohn von Ziemetshausen, der Heimatdichter und Pädagoge Hyazinth Wäckerle, lag dem früheren Bürgermeister ganz besonders am Herzen. Er studierte nicht nur das Leben von Wäckerle mit viel Akribie und führte wichtige Unterlagen darüber herbei, als Vorstand des seinerzeit gegründeten Hyazinth-Wäckerle-Vereins betrieb er zusammen mit Georg Simnacher, dem früheren Bezirkstagspräsidenten und Ehrenbürger von Ziemetshausen, und weiteren honorigen Bürgern der Marktgemeinde die Errichtung des vor der Grundschule stehenden Wäckerle-Denkmals. Mit Dokumentationen über vielerlei Themen, mit Vorträgen oder auch der Erstellung eines Bildbandes über Bildstöcke und Feldkreuze in der Ziemetshauser Flur hat sich Anton Weber selbst ein mit Sicherheit unbeabsichtigtes Denkmal geschaffen.

Aus Gründen der kürzlich verschärften Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie bleibt es sowohl der Marktgemeinde Ziemetshausen wie auch vielen langjährigen Weggefährten und auch dem Heimatverein versagt, Anton Weber auf seinem letzten irdischen Weg auf dem Friedhof in Ismaning zu begleiten.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren