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Krumbach

31.07.2020

Zu wenig Kita-Plätze: Was Krumbach jetzt tun möchte

Im Herbst wurde für den evangelischen Kindergarten eine neue Gruppe eingerichtet. Aber was braucht Krumbach in den kommenden Jahren in Sachen Kitas?
Bild: Peter Bauer

Plus Die Stadt hat für neue Kita-Plätze vieles auf den Weg gebracht. Doch nun sorgt eine Deckungslücke für neue Probleme. Was Krumbach tun will und welche Rolle die Hilfe aus Breitenthal dabei spielt.

Krumbach Die Angelegenheit mutet an wie der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Die Stadt Krumbach baut seit Jahren neue Kindergärten, erweitert bestehende Einrichtungen, richtet Notgruppen ein. Ist ein Etappenziel erreicht und das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt spürbar gewachsen, hat inzwischen der Bedarf erneut zugelegt und wieder kann die Deckungslücke nicht geschlossen werden.

Der Niederraunauer Kindergarten St. Gabriel wird neu gestaltet. Die Arbeiten sollen bis zum Beginn des Kindergartenjahrs 2022/23 abgeschlossen sein.
Bild: Bauer

Es sind mehrere Faktoren am Werk: Neue Aufgabenfelder in der Vorschulpädagogik entstehen, hier wäre vor allem die Betreuung der Kleinsten in den Kinderkrippen zu nennen. Aus Gründen der pädagogischen Effizienz werden die Gruppen der betreuten Kinder kleiner, was den Bedarf an Personal und Räumen steigert.

Die Geburtenrate in Deutschland steigt

Seit Jahren steigen die Geburtenraten in Deutschland. Wächst schließlich auch noch die Bevölkerung, wie es seit einigen Jahren trotz gegenteiliger Prognosen im Landkreis Günzburg der Fall ist, hat das zwangsläufig zur Folge, dass die Politik permanent damit beschäftigt ist nachzubessern.

Zu wenig Kita-Plätze: Was Krumbach jetzt tun möchte

Über das Internetportal habe sie sich bei drei Krumbacher Kindergärten um Plätze für ihre beiden Kinder beworben, erklärt Sabrina Jakob aus Attenhausen. Sie und ihr Mann, sie seien beide berufstätig und daher auf Betreuungsplätze angewiesen.

Überdies liebe ihr Sohn die Sozialkontakte mit Gleichaltrigen, die er nur im Kindergarten haben könne. Erst habe sie keine Rückantwort auf ihre Anträge bekommen, dann nur Absagen und schließlich habe ihr die Stadt einen Ersatzplatz im Kindergarten Breitenthal angeboten.

Da sie in Ursberg arbeite, ihr Mann in Thannhausen, hält sie einen Betreuungsplatz in Breitenthal für schlichtweg unangemessen. Mittlerweile hat Sabrina Jakob einen Betreuungsplatz im Kindergarten Ursberg gefunden.

Die Niederraunauer Kita ist derzeit in einem Interimsbau auf dem Gelände des TSV Niederraunau untergebracht. Unser im Juni entstandenes Bild zeigt von links Bürgermeister Hubert Fischer, Kindergartenleiterin Birgitt Lachenmaier und Tobias Handel (Leiter des Bereichs Hochbau im Stadtbauamt). Krumbach tut viel für die Bereitstellung neuer Kita-Plätze. Doch kaum ist der Bedarf gedeckt, ist der schon wieder größer geworden.
Bild: Peter Bauer

Das sei zwar eine gute Lösung, trotzdem finde sie es „schwach“, dass sie nach einem Platz in einer anderen Gemeinde suchen müsse. Das nerve, sagt sie.

Genervt ist wohl auch Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer, obwohl er sich das im Pressegespräch nicht anmerken lässt. Er greift erst einmal die Zahlen und Fakten auf. 550 Plätze für Kinderbetreuung gebe es in Krumbach und seinen Ortsteilen.

In der Kernstadt seien für das kommende Kindergartenjahr alle Plätze vergeben. Ein wenig Luft gebe es noch in Niederraunau und Billenhausen. Zur Entspannung der Lage habe die Stadt zudem zehn Plätze in Breitenthal „angemietet“, von denen inzwischen sechs vergeben worden seien. 20 neue Anfragen für Kinderbetreuung seien in jüngster Zeit noch eingegangen, teils mit sehr unterschiedlichem Wunschprofil, vor allem was den Beginn der Betreuung betreffe.

Die Stadt Krumbach hat viel in neue Kita-Plätze investiert

Untätigkeit könne man der Stadt nicht vorwerfen, da ist sich Fischer sicher. In den letzten Jahren sei viel investiert worden, das Platzangebot stark angewachsen. Aktuell baue die Stadt einen neuen Kindergarten im Ortsteil Niederraunau. Ein Interimsbau stehe und sorge schon jetzt für Entlastung. Nach den Sommerferien beginnen die Bauarbeiten, Fischer rechnet mit eineinhalb Jahren bis zur Fertigstellung.

Ein Erweiterungsbau ist auch für den evangelischen Kindergarten in Planung, wobei die Stadt keine Einflussmöglichkeiten habe, dieses Projekt zu beschleunigen.

Mit dem Bau von neuen Krippen und Kindergarten sei es nicht getan, meint Hubert Fischer. Die Kinder kämen in absehbarer Zeit in die Schulen und Horte. Bereits im kommenden Schuljahr werde die Krumbacher Grundschule im ersten Jahr fünfzügig. Auch in Niederraunau müsse erweitert werden, zudem sei eine Mittagsbetreuung zu organisieren.

Wo Fischer ein zentrales Problem sieht

Stets müsse auch die Personalsituation mitberücksichtigt werden. Es nutze nichts, Räumlichkeiten zu schaffen, wenn es kein Fachpersonal für die Kinderbetreuung gebe. Auch hier leiste die Stadt einen starken Beitrag. Sie stelle Räumlichkeiten im Gebäude der ehemaligen FOS/BOS zur Verfügung, damit die Fachakademie für Sozialpädagogik mehr Erzieherinnen und Erzieher ausbilden könne als in der Vergangenheit.

Weitere Informationen zur Kita-Situation in Krumbach und Umgebung finden Sie hier:

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