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Zugunfall wirft die Frage auf: Was kostet ein Menschenleben?

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Kommentar Von Christian Gall
04.02.2019

Am Montag ereigneten sich in Bayern drei Unfälle an Bahnübergängen - zwei verliefen tödlich. Es ist höchste Zeit, technisch aufzurüsten.

Bahnübergänge sind Unfallmagneten. Allein am Montag ereigneten sich an solchen Kreuzungen zwischen Schiene und Straße drei Unfälle, zwei Menschen starben dabei. Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich vor zwei Wochen in Pfronten im Ostallgäu. Wieder lautete die traurige Gleichung: unbeschrankter Bahnübergang plus Auto plus Zug gleich Todesopfer.

Bayern ist das Bundesland mit den meisten Bahnübergängen – rund 3100 davon gibt es im Freistaat. Viele davon hinken modernen Sicherheitsstandards weit hinterher. Die „Luxusvariante“ mit Lichtanlage und Schranke beherrscht inzwischen zwar weitestgehend die Übergänge an großen Straßen, doch gerade an kleineren Bahnübergängen sucht man so etwas vergeblich.

Sicherheit sollte kein Luxus sein

Doch ist es wirklich ein Luxus, einen Bahnübergang mit Schranke zu sichern? In unserer heutigen Zeit gehört Sicherheitstechnik zum Alltag. Ganze Gebäude müssen umgebaut werden, um modernen Brandschutzrichtlinien zu entsprechen. Autos werden mit mechanischen und elektronischen Sicherheitspaketen ausgestattet, um Fahrer und Beifahrer zu schützen. Können wir es uns dann leisten, Bahnübergänge nur mit einem blinkenden Licht zu sichern?

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Natürlich ist die Aufmerksamkeit der Fahrer die wichtigste Voraussetzung für einen sicheren Straßenverkehr. Doch Fahrer brauchen Unterstützung. Seien es automatische Bremsassistenten oder einfach nur Ampeln – all diese Erfindungen dienen dem Zweck, den Fahrer zu entlasten.

Es ist undenkbar, dass eine große Straßenkreuzung keine Ampel hat. Genauso undenkbar sollte es sein, dass ein Bahnübergang keine Schranke hat. Hier muss dringend nachgerüstet werden – Kostenüberlegungen müssen hintenanstehen. Ein Menschenleben lässt sich mit keinem Betrag aufwiegen.

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