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Krumbach/Günzburg

11.11.2019

Zum Jubiläum kam auch die Waldkönigin

Sie gestalteten gemeinsam einen würdigen Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (von links): FBG-Leiter Kai Reiff, Waldkönigin Kerstin Seitz, Förster Florian Fingerl, Hans-Ludwig Körner vom Waldbesitzerverband und FBG-Vorsitzender Wilhelm Baumeister. Im Hintergrund die Burgauer Alphornbläser.
Bild: Hans Bosch

Das 50-jährige Bestehen zeigt auf, wie sich mit dem Klimawandel die Arbeitsschwerpunkte der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach verändern.

Gut informiert hatte sich die bayerische Waldkönigin Kerstin Seitz aus dem mittelfränkischen Landkreis Roth für ihr Grußwort beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG) im Ursberger Bräuhaussaal. Ihr Fazit: „Meine Anerkennung für diese großartige Leistung und zugleich mein Wunsch, diese Stärke in den nächsten Jahrzehnten erhalten.“ Nach diesem Lob war auch den anderen Rednern klar, welch wertvolle Einrichtung die FBG im Landkreis für die Privatwaldbesitzer und die örtlichen Waldgenossenschaften darstellt.

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Es kommt hinzu: Der zu erwartende weitere Klimawandel und der damit verbundene notwendige Waldumbau werden sie vor Aufgaben stellen, die noch keineswegs absehbar sind. Dazu noch einmal die Waldkönigin: „Wir Waldbesitzer müssen positiv in die Zukunft schauen und die Probleme gemeinsam lösen.“

Der Vereinsvorsitzende Wilhelm Baumeister überließ die Begrüßung der Gäste, darunter viele Waldbesitzer, Forstfachleute, Sägewerker und Großkunden aus ganz Schwaben dem Quintett der Burgauer Alphornbläser, die einfühlsam, passend und mit Können den Abend musikalisch gestalteten und für die notwendige Auflockerung zwischen den Reden sorgten. Baumeister, der seit 25 Jahren die Landkreis-FBG leitet, ging gleich zu Beginn auf die aktuelle Lage ein, beklagte den Preisverfall für Nadelholz („das ist schon fast ein Verschenken“) und rief die Mitglieder trotzdem dazu auf, auch „in Zukunft den Wald mit Zuversicht“ zu bewirtschaften.

Zum Jubiläum kam auch die Waldkönigin

Für den heimischen Landtagsabgeordneten Alfred Sauter (CSU) waren „Aufstieg und Erfolg“ der FBG in diesen fünf Jahrzehnten der Beweis, dass sie sich weiterhin positiv für eine naturnahe Waldbewirtschaftung einsetzt, denn „wir wollen auch in 50 Jahren noch einen gesunden und schönen Wald“. Ein „Weiter so für den Wald im Landkreis!“ war der Aufruf des stellvertretenden Landrats Anton Gollmitzer, dem auch Ursbergs Bürgermeister Peter Walburger zustimmte: „Der Wald ist für uns alle auch künftig von existenzieller Bedeutung.“ Robert Marigel vom Landwirtschaftsministerium war eigens aus München angereist und hatte den Rat parat: „Trotz verbesserter staatlicher Hilfen brauchen wir weiter positiv eingestellte Waldbesitzer und genossenschaftliche Vorstände“, denn „Resignation führt nicht zur Lösung der Probleme“.

„Wertvolle Dienstleister für alle Waldbesitzer“

Hans-Ludwig Körner vom Bayerischen Waldbesitzerverband bezeichnete die über ganz Bayern verteilten Forstbetriebsgemeinschaften als „wertvolle Dienstleister für alle Waldbesitzer“. Und zur heimischen FBG: „Ihr seid im besten Alter, denn auch im Wald beginnt die Umtriebszeit erst mit 50 Jahren, also bleibt euch noch einiges zu tun.“ Konkret verwies er auf die fast täglich neu auftretenden Herausforderungen für die Forstbewirtschaftung. Für ihn heißt dies, die Gesellschaft wolle Antworten auf Probleme wie Klimawandel, Wetterextreme, Holzpreise und staatliche Förderungen. Gerade letztere bergen seiner Meinung nach eine Gefahr: Bei Annahme solch finanzieller Hilfe sei das Mitreden von behördlichen Fachkräften zu erwarten.

Körner dazu weiter: „Wir müssen darauf achten, bei Neupflanzungen nicht die Verantwortung über den eigenen Wald zu verlieren, wenn es um Flächengröße und Baumarten geht.“ Ein weiterer Aspekt ist für den Verbandssprecher der Kauf von Wäldern als Geldanlage durch Personen, die keinerlei Kenntnisse in der Waldbewirtschaftung besitzen. Für ihn endet deshalb die Arbeit der FBG nicht bei der Beratung und dem Holzverkauf. Es komme immer mehr echte Waldpädagogik hinzu und dies im Besonderen für die Wissenserweiterung neuer Waldbesitzer und noch mehr für Schulkinder, denen zusätzliche Kenntnisse im Werden und Wachsen des Waldes vermittelt werden müssen.

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