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Günzburg

04.10.2019

Zum ersten Mal in den eigenen vier Wänden

Das Zusammenbauen der Möbel kann manchmal auch etwas länger dauern.
Bild: Endhardt

Unser Mitarbeiter Paul Endhardt hat geschwitzt und getüftelt und erfahren, welche Tücken ein Umzug und das selbstständige Leben fern vom Elternhaus bereithalten.

Umzug: Die Zeit in der Ikea dein bester Freund wird und dich selbst kleine Entscheidungen wie die richtige Obstschale oder die Farbe des Kissenbezugs zum Grübeln bringen. Umziehen ist nicht einfach, vor allem, wenn man dazu gleich eine komplette Wohnung neu einrichten muss.

Und so kann das Studentenleben in der neuen Wohnung losgehen.
Bild: Endhardt

In den letzten Monaten habe ich aber genau das gemacht: Gemeinsam mit meiner Freundin bin ich von Günzburg nach Augsburg in eine kleine aber feine Studentenwohnung gezogen.

65 Quadratmeter warten darauf, von Grund auf neu gestaltet zu werden

Ich bin 18 Jahre alt und studiere Interaktive Medien an der Fachhochschule Augsburg und meine Freundin medizinische Informatik an der Augsburger Universität. Seit mehreren Monaten möblieren wir eine Dreizimmerwohnung in Bahnhofsnähe, die zuvor komplett renoviert wurde. Da meine Familie bereits im Besitz der Immobilie war, konnte ich einer anstrengenden Wohnungssuche geschickt aus dem Weg gehen. Denn selbst in kleineren Großstädten wie Augsburg wird es immer schwerer, eine vernünftige und für Studenten bezahlbare Bleibe zu finden.

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K!ar.Texter Paul Endhardt beginnt sein Studentenleben. Die neue Wohnung wollte erst mal renoviert werden.
Bild: Endhardt

Während meines Umzugs kam es vor allem auf Kreativität und Planung an. 65 Quadratmeter warteten darauf, von Grund auf neu gestaltet zu werden. Über einen neuen Boden, eine neue Küche, die gesamte Möblierung sowie über ein neues Badezimmer musste entschieden werden. Da nicht nur ich, sondern auch meine Freundin und besonders meine Eltern als Besitzer ein Wörtchen mit zu reden hatten, kam es schnell mal zu Uneinigkeiten und Diskussionen. Da man sich dann doch meistens auf eine gemeinsame Lösung einigen konnte, blieb der große Streit aber aus.

Immer einen Plan B in der Schublade haben

Neben kreativen Ideen zum Einrichten oder Verstauen, sind auch Durchhaltevermögen und kräftige Arme gefragt. Denn jeder, der nicht gerade in eine Erdgeschosswohnung zieht, muss sich mit dem Schleppen anfreunden. Umzugskartons schleppen, Möbel schleppen, einfach alles will geschleppt werden. Und das in meinem Fall drei Stockwerke hoch. Vor allem schwere Holzplatten haben bei uns für Keuchen und Schweißtropfen gesorgt. Mit etwas Glück haben aber selbst die größten Sachen durch das Treppenhaus gepasst.

Dann hieß es Möbel durch das Treppenhaus schleppen. 

Wer umzieht und einrichtet, sollte immer einen Plan-B bereit haben. Denn unangenehm oft tauchen unerwartete Probleme auf. Bei mir war es vor allem der Altbau. Bei jedem Versuch, Dinge an die Wand zu befestigen, bröselte und bröckelte es, was das Zeug hielt. Hier mussten wir mit Dübeln, Zement oder gar zweiten Rückwänden aus Holz zur Verstärkung improvisieren. Gehalten haben Garderobe, Küchenregale und Wandlampen am Ende aber doch, zumindest bis jetzt. Aufgrund der Probleme lief im Endeffekt einiges anders, als ursprünglich geplant. Oft ist das aber eher eine Chance, kreativ umzudenken und zu improvisieren.

Nach dem Umzug warten neue Herausforderungen

Beim Räume gestalten macht man sich außerdem schnell zu viel Hoffnung. Die Ideen sprießen wie verrückt, doch meistens scheitert es beispielsweise am kleinen Budget oder dem fehlenden Platz. Beides Dinge mit denen Studenten oft zu kämpfen haben. Deswegen sollte man bereits im Voraus die Erwartungen nicht zu hoch setzen und realistisch bleiben. Ich musste das leider auf die harte Weise lernen: Als das Zimmer mit Wandregalen und Hängepflanzen von der Decke in den Träumen schon ausgemalt war, kam der Altbau und machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Möbel zurückgegeben, weil sie zu groß waren

Auch Möbel, die in Gedanken noch perfekt in den Raum passten, waren aufgebaut wie ausgetauscht. Nicht selten musste ich bereits gekaufte Möbel zurückgeben, weil sie auf einmal zu groß waren, oder doch nicht gut ausgesehen haben.

Nach dem Umzug warten neue Herausforderungen. Denn jetzt muss man zum Beispiel Ahnung von Gasheizungen und Thermostaten haben, Stromverbrauch nagt nun am eigenen Geldbeutel und das Kühlschrankinnere verwandelt sich nicht mehr wie durch Magie zum Mittagessen. In meinem Fall war der Umzug definitiv stressig, doch am Ende der ganzen Arbeit, stehe ich stolz in meiner eigenen Wohnung und realisiere, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Da ich meinen neuen Lebensabschnitt komplett frisch starten möchte, sind die neuen vier Wände genau richtig für mich.

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