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Thannhausen

08.05.2019

Zur Hochzeit gab es bei den Schropps Maiglöckchen aus Israel

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Altbürgermeister Johannes Schropp und seine Frau Martha in ihrem Garten mit roten Rosen unter dem Blauregen. Wenn es um Blumen geht, spielten aber auch Maiglöckchen für die beiden eine wichtige Rolle.
Bild: Elisabeth Schmid

Thannhausens Altbürgermeister Johannes Schropp erzählt eine Geschichte, in der auch der Monat November eine ganz besondere Rolle spielt.

„Meine Lieblingsblume“: So haben wir unsere Frühlingsserie umschrieben. Bestimmte Blumen können für Menschen mit besonderen Momenten ihres Lebens, mit unvergesslichen Erinnerungen verbunden sein. Blumen und eine regelrecht explodierende Natur – das ist der Zauber des Frühlings. All dem möchten wir in unserer Serie nachspüren. Unser Gesprächspartner ist diesmal Johannes Schropp, langjähriger Thannhauser Bürgermeister.

Maiglöckchen und rote Rosen spielen für Johannes Schropp eine besondere Rolle. Schropp erzählt uns von der Hochzeit mit seiner Frau Marta. Er war 22 Jahre alt, als er sie kennenlernte und sein Lebensweg hatte ihn von Memmingen nach Mittelschwaben geführt. Aber Maiglöckchen für eine Hochzeit im November? Johannes Schropp fand schließlich eine Lösung.

Johannes Schropp wurde am 20. Mai 1945 in Memmingen geboren. Seine Kindheit verlebte er in Ebershausen. Mit elf Jahren kam er nach Dillingen in ein Internat. Seine Mutter führte für seinen älteren Bruder in Ebershausen, der dort Priester war, den Haushalt. Johannes Schropp studierte in München, er wollte Religionslehrer werden. „Das war in der berühmten 68er-Zeit. Es war die Power-Flower-Zeit, auch viele Demonstrationen waren an der Tagesordnung“, erzählt Schropp.

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Er selber nahm nicht daran teil, er sei „bis heute gegen Gewalt“ und suche immer den Weg der Verhandlung. In München war Wohnraum teuer, als Student musste er sich ein Zimmer mit drei anderen Studenten teilen. Seine Vermieterin meinte: Es sind drei schwarzafrikanische Studenten. Das mache ihm nichts, mit ihm seien sie jetzt vier Schwarze.

Die Politik hatte ihn schon immer interessiert. Als er später nach Thannhausen zog, wurde er ab 1972 Mitglied des Stadtrats und des Kreistags. Schropp hat einen ganz speziellen Humor, der immer wieder bei seinen Erzählungen durchblitzt. Während der Studentenzeit machte er mehrere Praktika, unter anderem in Sonthofen. 1967 lernte er seine Frau Martha kennen, er verlobte sich und im November 1971 heirateten sie.

Der große Wunsch seiner Frau war ein Brautstrauß mit roten Rosen und Maiglöckchen. Wo bekomme ich im November Maiglöckchen her, fragte sich der Altbürgermeister. In Sonthofen kannte er eine Gärtnerei, die sagten, mach dir keine Sorgen, das bekommen wir schon hin.

Eine besondere Bestellung in Israel

Der Chef der Gärtnerei bestellte Maiglöckchen kurzerhand in Israel. Johannes Schropp holte den herrlichen Strauß mit blutroten Rosen und Maiglöckchen in der Gärtnerei ab, anschließend holte er seine Verlobte und auf ging es nach Ebershausen. Dort wartete sein Bruder, der dort Pfarrer war, um die beiden zu trauen. Seine Frau war völlig begeistert, dass er den gewünschten Brautstrauß bekommen hatte.

Seitdem bekommt seine Frau zu jedem Anlass und auch zwischendurch rote Rosen. Bei passender Jahreszeit mit Maiglöckchen, sonst nur mit Schleierkraut. „Ich bekomme an meinem Geburtstag, der ist ja im Mai, immer einen Strauß Maiglöckchen von Freunden, die gebe ich gleich an meine Frau weiter. Ich finde Blumen sind eher für Frauen als für Männer. Aber wir erfreuen uns beide an den schönen Blumen.“ Johannes Schropp war Religionslehrer und viele Jahre Bürgermeister.

Das Ehepaar hat drei Söhne und mehrere Enkel, die ihre Großeltern oft besuchen. Schropp erinnert sich auch noch an eine andere Episode aus seinem Leben, die mit seiner anderen Lieblingsblume der Akelei zusammenhängt.

Eines Tages entdeckte Schropp in seinem Garten, zwischen vielen Wiesenblumen eine wunderschöne, weiße Akelei. „Sie war circa 80 Zentimeter hoch und wirklich schön. Ich ging zu meiner Frau und wollte sie ihr zeigen. Ich kam gerade so weit zu sagen, Martha schau in den Garten, da wächst ... weiter kam ich nicht.

Mit der Wurzel ausgerissen

Da kam unser jüngster Sohn Thomas ganz aufgeregt und freudig ins Wohnzimmer stolziert, in der Hand die wunderschöne Akelei, sogar mit der Wurzel ausgerissen...“ Der Kleine war stolz, seinen Eltern so eine schöne Blume zu schenken. „Na ja, was sollten wir machen. Die Akelei kam in eine Vase und einige Tage konnten wir uns an ihr erfreuen. „Meiner Meinung nach ist die Akelei schöner als eine Orchidee. Johannes Schropp liebt alle Blumen. Aber die Akelei und Rosen mit Maiglöckchen haben es ihm besonders angetan.

Der Altbürgermeister geht gerne mit seiner Frau spazieren, entspannt sich auf der Terrasse und liest gerne. Ehrenamtlich ist Schropp noch im Kinderschutzbund tätig. Seine geliebten Maiglöckchen sind jetzt gewissermaßen die Blumen der Stunde. Und bald wachsen auch die Akeleien in seinem Garten. Und da sind immer wieder auch die Gedanken an den besonderen Blumenstrauß zur Hochzeit. Der Brautstrauß wurde getrocknet und liegt jetzt in einer Schachtel auf dem Dachboden.

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