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Batteriespeicher verbessert Netzstabilität und sichert Balzhausen sechsstellige Gewerbesteuererträge

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Schwabens größter Batteriespeicher steht nun in Balzhausen

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    In jedem der 22 Container des neuen Großbatteriespeichers in Balzhausen stecken 40 Einzelmodule zur Stromspeicherung.  Ein Container hat vier Megawattstunden Speicherkapazität.
    In jedem der 22 Container des neuen Großbatteriespeichers in Balzhausen stecken 40 Einzelmodule zur Stromspeicherung. Ein Container hat vier Megawattstunden Speicherkapazität. Foto: Alexander Kaya

    Weiter in Richtung Energieversorgung der Zukunft geht es am Donnerstag in Balzhausen. Dort wird der größte Batteriespeicher in Schwaben eingeweiht, etwa 300 Meter von der bereits innovativen sogenannten „Einspeisesteckdose“ am dortigen Umspannwerk.

    Die Sonne scheint und der Wind weht: Beste Energiebedingungen für die Einweihung eines Batteriespeichers

    Beste Bedingungen herrschen am Donnerstag für regenerative Energien. In der kleinen mittelschwäbischen Gemeinde strahlt die Sonne am wolkenlosen Himmel und ein starker Wind weht. Fotovoltaikanlagen und Windräder produzieren also eine enorme Menge Strom. So viel, dass es für die Netzkapazität fast zu viel auf einmal sein kann. Doch da springt eine Speicheranlage ein, die rund 90 Megawattstunden Speicherkapazität hat. Dieser Batteriegroßspeicher wird am Donnerstag mit rund 80 Gästen eingeweiht. Seit einer Woche ist er in Betrieb und seine Speicherkapazität entspricht jener von rund 2000 Elektroautos. Etwa 40 Megawatt an Leistung kann er erbringen. In das Projekt investiert die Firma Green Flexibility aus Kempten hier nach eigenen Angaben rund 35 Millionen Euro.

    Der Batteriegroßspeicher in Balzhausen speichert so viel Strom wie 2000 E-Autos

    Die Anlage steht auf einem Grundstück der Balzhauserin Inge Graf und umfasst 22 Batteriecontainer, in denen jeweils 40 Speichermodule stecken, sowie elf Wechselrichter. Strom aus dieser Anlage könnte rund 80.000 Haushalte versorgen. Verbaut worden seien hier „hochwertigste Komponenten“, wie Geschäftsführer und Projektentwickler Christoph Lienert erläutert. Dazu gehörten die besten Wechselrichter aus deutscher Produktion sowie Speicher des Weltmarktführers der Batterietechnik. Investiert habe man auch in Cybersicherheit. Sehr viele Mechanismen schützten die Anlage vor Angriffen. „Wir sind IT-technisch mehrfach abgesichert“, so Lienert.

    Auf dem Areal befindet sich auch noch eine leere Fläche, die bereits Punktfundamente für weitere Container aufweist. Hier sei man im Gespräch mit dem Netzbetreiber, wann es sinnvoll sei, weitere Speicherkapazitäten bereitzustellen. Technischer Geschäftsführer Hermann Schweizer von Green Flexibility erklärt die Vorteile des Speichers damit, dass das regionale Stromnetz besser ausgenutzt werden könne. Lokal produzierter Strom kann lokal ein- und auch wieder ausgespeichert werden. Die Region werde damit etwas unabhängiger von anderen. Außerdem werde das Stromnetz mit der Anlage stabilisiert, falls es einmal einen Netzausfall geben sollte.

    Bei der Eröffnung des Großbatteriespeichers erklären Hermann Schweizer (links) und Christoph Lienert (rechts) vom Investor Green Flexibility  der zweiten Bürgermeisterin Monika Ritter und der Stellvertretenden Landrätin Monika Wiesmüller Schwab (von links) was für Technik in einem einzelnen Container steckt. Die Anlage ist unter den größten zehn in Deutschland.
    Bei der Eröffnung des Großbatteriespeichers erklären Hermann Schweizer (links) und Christoph Lienert (rechts) vom Investor Green Flexibility der zweiten Bürgermeisterin Monika Ritter und der Stellvertretenden Landrätin Monika Wiesmüller Schwab (von links) was für Technik in einem einzelnen Container steckt. Die Anlage ist unter den größten zehn in Deutschland. Foto: Alexander Kaya

    Im Rahmen der „Einspeisesteckdose“ wird der Batteriespeicher netzneutral betrieben: Das bedeutet, dass der Netzbetreiber LEW Verteilnetz GmbH (LVN) in bestimmten Netzsituationen die Einspeiseleistung des Speichers vorübergehend reduzieren kann. Das geschieht über eine sogenannte Kommunikationsschnittstelle. So wird Energie, die mittags entsteht, über den ganzen Tag nutzbar gemacht. Das könne auch zu einer Reduzierung des Strompreises führen, so Lienert. Barbara Plura, technische Netzplanerin bei LVN, ergänzt, dass Batteriespeicher für ein Energiesystem der Zukunft unverzichtbar seien. In Bayerisch Schwaben mit seiner hohen Fotovoltaik-Prägung und seiner hohen Produktion von regenerativer Energie würden sie helfen, das Stromnetz effizienter zu nutzen. Die Bündelung der Anlagen, die an der „Einspeisesteckdose“ Energie lieferten ohne lange Anschlussleitungen, vergünstigten den Netzbetrieb. Die Einspeisesteckdose sei ein Pilotprojekt. Für weitere solche Netzkonzepte müssten sich erst gesetzliche Bedingungen ändern, erklärt Plura. Dennoch lohne es sich, solche neuen Wege zu gehen.

    Feierlich durchschnitten sie das Band zur Einweihung des Batteriegroßspeichers in Balzhausen, des größten in Schwaben: Grundstücksbesitzerin Inge Graf, Zweite Bürgermeisterin Monika Ritter, stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab, Hermann Schweizer (Green Flexibility), CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek, Barbara Plura vom Netzbetreiber LVN und Christoph Lienert (Green Flexibility).
    Feierlich durchschnitten sie das Band zur Einweihung des Batteriegroßspeichers in Balzhausen, des größten in Schwaben: Grundstücksbesitzerin Inge Graf, Zweite Bürgermeisterin Monika Ritter, stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab, Hermann Schweizer (Green Flexibility), CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek, Barbara Plura vom Netzbetreiber LVN und Christoph Lienert (Green Flexibility). Foto: Annegret Döring

    Der Batteriegroßspeicher wurde in acht Monaten realisiert, was sehr schnell sei, so Pressesprecher Uli Benker. Die Firma, die auch woanders Speicheranlagen projektiert, warte teils zwei Jahre auf Antworten anderer Netzbetreiber auf Projektanfragen. Benker erklärt am Rande, dass Balzhausen durch den Batteriespeicher mit sechsstelligen Summen an Gewerbesteuer jährlich rechnen könne. Zunächst waren die Vorbehalte im Gemeinderat gegen das Projekt groß. Nachgebessert wurde beispielsweise mit einer Lärmschutzwand, die die Anlage umgibt. Sie wurde mit Gabionen errichtet, die noch begrünt werden sollen.

    Der Batteriegroßspeicher wurde in acht Monaten aufgebaut.
    Der Batteriegroßspeicher wurde in acht Monaten aufgebaut. Foto: Alexander Kaya

    Grußworte begleiten im Festzelt die Veranstaltung. Stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab spricht von einem „Meilenstein für unseren Landkreis“ und dass es wichtig sei, in Sachen Energie unabhängig aufgestellt zu sein. Zweite Bürgermeisterin Monika Ritter freut sich für die Gemeinde und hofft auf Arbeitsplätze, gibt aber auch zu bedenken, dass es Diskussionen um „Flächenfraß“ durch solche Projekte gebe und Bauern befürchteten, dass Pachtpreise steigen würden, da Energieinvestoren mehr zahlten als Landwirte. CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek zeigte sich beeindruckt von dem Großprojekt. Nach dem Ausstieg aus Kohle- und Kernkraft brauche man kluge, flexible Lösungen, um etwas Zukunftsfähiges zu schaffen.

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