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Brand in Flüchtlingsunterkunft: Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt gegen mutmaßlich Rechtsextremen

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Brand in Flüchtlingsunterkunft: Jetzt übernimmt die Generalstaatsanwaltschaft

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    Ein mutmaßlich rechtsextremer Mann aus dem Landkreis Günzburg wurde nach einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft festgenommen.
    Ein mutmaßlich rechtsextremer Mann aus dem Landkreis Günzburg wurde nach einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft festgenommen. Foto: David Inderlied, dpa (Symbolbild)

    Ein mutmaßlich Rechtsextremer wird verdächtigt, einen Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Krumbach gelegt zu haben. Laut Polizeibericht kam es vor etwa zwei Wochen zu einem Brand in einer Gemeinschaftsunterkunft. Bewohner der Unterkunft stellten Sonntagnacht, 23. Juni, Brandgeruch fest und verständigten den Notruf. Die Freiwillige Feuerwehr Krumbach konnte in einem Abstellraum im Keller eine deutliche Verrauchung feststellen. Ein offenes Feuer war bereits erloschen. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden.

    Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln nach Feuer in Krumbacher Flüchtlingsheim

    Die Kriminalpolizei Memmingen hat zur Ermittlung der Brandursache die Ermittlungsgruppe „Treppe“ eingerichtet. Das Fachkommissariat 1 (Verletzung höchstpersönlicher Rechtsgüter) unterstützte dabei Spezialisten der Kommissariate Staatsschutz und Cybercrime. Nach intensiver Ermittlungsarbeit vermeldete die mehrköpfige Ermittlungsgruppe am Montagvormittag die Festnahme eines 40 Jahre alten Mannes aus dem Landkreis Günzburg. 

    Dieser steht im dringenden Verdacht, vorsätzlich in dem Haus den Brand gelegt zu haben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde der deutsche Staatsangehörige dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung. Der Mann äußerte sich bislang nicht zum Tatvorwurf.

    Polizei findet beim Verdächtigen Hakenkreuzbilder und Baseballschläger

    Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes fanden die Beamten laut Polizeibericht Devotionalien, die auf eine rechtsmotivierte Gesinnung schließen lassen. Die Ermittler stellten mehrere Hakenkreuzbilder, einen Baseballschläger und das Mobiltelefon des Tatverdächtigen sicher. Die Kriminalpolizei Memmingen geht nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Neben der Rekonstruktion des genauen Tathergangs ist auch die Motivlage des Tatverdächtigen im Fokus der weiteren Ermittlungen.

    Die Ermittler sind weiterhin auf der Suche nach Zeugen, denen zum tatrelevanten Zeitraum, Sonntag, 23. Juni, zwischen 22 und 23 Uhr, verdächtige Fahrzeuge oder Personen im Bereich der Krumbacher Gemeinschaftsunterkunft in der Benjamin-Miller-Straße aufgefallen sind. Hinweise werden unter der Rufnummer 08331/100-0 entgegengenommen.

    Gibt es einen Zusammenhang mit einem Brand 2022 in einer Unterkunft?

    Ob es Zusammenhänge zu einem Brand in einer Gemeinschaftsunterkunft am 23. Oktober 2022 in Krumbach gibt, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungsgruppe „Treppe“. Bei einem Brand eines Wäschestapels im Keller des Anwesens wurden zum damaligen Zeitpunkt drei Männer im Alter von 20 bis 31 Jahre leicht verletzt. Die Ermittler gingen bereits 2022 mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer vorsätzlichen Brandlegung aus. Der Vorfall ist bis heute nicht abschließend geklärt. Der oder die Täter sind nach wie vor unbekannt.

    Da es sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand um eine politisch rechtsmotivierte Tat handelt – bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen fand die Polizei ein Hakenkreuzbild und weitere Bilder und Gegenstände, die auf eine rechte Gesinnung schließen lassen – übernahm die Generalstaatsanwaltschaft München (ZET) am Montag, 8. Juli, das Ermittlungsverfahren. Gegenstand der Ermittlungen ist insbesondere die Aufklärung des genauen Tathergangs und der Tatmotivation. Aufgrund der laufenden Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft München (ZET) und aus Gründen des Persönlichkeits- und des Datenschutzes können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden. (AZ)

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