Newsticker
Finnisches Parlament stimmt Nato-Mitgliedsantrag zu
  1. Startseite
  2. Krumbach
  3. Krumbach: Nachwuchstalente der Musik auf großer Bühne in Krumbach

Krumbach
09.05.2022

Nachwuchstalente der Musik auf großer Bühne in Krumbach

George Gershwins klassische Nummer "Summertime" wurde von (von links) Günther Beugel, Antonia Schaser, Felix Schmid und Johanna Zettl (an den Saxofonen) präsentiert.
Foto: Thomas Niedermair

Die verschiedenen Ensembles der Berufsfachschule für Musik zeigen im Stadtsaal ihr Können. Mit den Einnahmen soll Menschen in der Ukraine geholfen werden.

Im Mai 2019 hatte letztmals - vor Corona - das große Jahreskonzert der Berufsfachschule für Musik (BFSM) im Stadtsaal Krumbach stattgefunden. Umso größer war die Freude bei Schulleiter Thomas Frank und allen Mitwirkenden, dass es nach langer, pandemiebedingter Unterbrechung nun wieder zu einer Neuauflage dieser Veranstaltung kommen konnte, die schließlich nicht nur für die aktiv Beteiligten, sondern auch für viele Musikliebhaber einen konzertanten Jahreshöhepunkt darstellt.

"Nach drei Jahren Pause ist das für alle unsere Schüler heute eine Premiere", betonte Thomas Frank, der die etwa 400 Besucher im Stadtsaal am Beginn des unter dem Motto "Bühne frei" stehenden Konzertes begrüßte. Aus traurig aktuellem Anlass komme in diesem Jahr noch das Motto "Verleih uns Frieden" hinzu. Damit nahm Frank auch Bezug auf das zuvor vom Vokalensemble von der Empore aus gesungene frühbarocke Lied "Verleih uns Frieden gnädiglich" (Einstudierung: Silke Kaiser), welches Johann Hermann Schein (1586-1630) seinerzeit unter dem Eindruck der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges geschrieben hat. Um Menschen in der Ukraine zu helfen, habe man sich entschieden, "ausgehend von einer Idee von Daniela Schäffler, die Konzerteinnahmen dem Hilfswerk Schwaben-Bukowina e.V. zu spenden".

Darbietungen vom Streichquartett bis zum Belcanto

Der Große Chor der BFSM eröffnete das abwechslungsreiche Programm, bei dem die verschiedenen Ensembles der Schule Kostproben ihres beachtlichen Könnens zum Besten gaben. Formschön präsentierte er - unter der Leitung von Felix Härer und Jan Oexle - zwei Kompositionen von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901), beeindruckte danach mit dem Brahms-Lied "All mein Gedanken, die ich hab" (Dirigent: Lukas Grimm), und brachte - nach diesen eher getragenen Stücken - mit dem Spiritual "Any How" (von Evelyn La Rue Pittman) auch eine schwungvolle Lied-Variante wirkungsstark zur Geltung (Leitung: Christoph Garbe).

Das Streichorchester unter der Leitung von Schulleiter Thomas Frank präsentierte eine Serenade von Edward Elgar.
Foto: Thomas Niedermair

Der kurzweilige Konzertabend (Einstudierung: Stephan Kaller), den die beiden Schüler Antonia Schaser und Alexander Lakatár als Moderatoren mit passenden, gewitzt präsentierten Informationen anreicherten, wurde mit hochgradig romantischer Musik fortgesetzt, nämlich mit dem zweiten Satz (Lento) aus Antonin Dvoráks Streichquartett "Amerikanisches Quartett", der von Annalena Bäurle und Emily Scroggia an den Violinen sowie von Kerstin Balser (Viola) und Felix Härer (Cello) einfühlsam interpretiert wurde (Einstudierung: Sabine Reus). Bei einem weiteren Lied von Johannes Brahms, dem Gesangsduett "Es rauschet das Wasser", wussten Lena Weixler (Mezzosopran) und Alexander Hoffmann (Bariton) sehr zu überzeugen. Dabei wurden sie von Gerhard Abé-Graf auf einem Klavier begleitet, das, wie Alexander Lakatár erläuterte, "aus dem Jahr 1884 und somit aus der Entstehungszeit dieser Komposition stammt".

Aus "La Notte", von Antonio Vivaldi für ein Kammersextett komponiert, servierten das Streichquartett sowie Gerhard Abé-Graf (Cembalo) und Franziska Pollmann (Querflöte) den 1. Satz (Largo) und den 6. Satz (Allegro) in tadelloser Ausführung. Ebenso traumhaft sicher gestalteten Julia Schaible (Oboe) und Alexander Lakatár (Klavier) bei Vincenzo Bellinis "Konzert für Oboe (Es-Dur)" ihren Ausflug in die auch instrumental bezaubernde Belcanto-Welt des frühen 19. Jahrhunderts.

Lesen Sie dazu auch

Ein Lied aus der Ukraine über den Frühling, die Liebe und das Leben

Edward Elgars "Serenade für Streicher (e-moll)", unter der Leitung von Thomas Frank vom Streichorchester in perfektem Zusammenspiel zelebriert, und das von Leonel Vesely ausdrucksstark gesungene ukrainische Volkslied "Verbovaya Doschechka", ein Stück über den Frühling, die Liebe und das Leben, beendeten den ersten, überwiegend klassisch geprägten Teil des Programms.

Nach der Pause setzte die BFSM ihre eindrucksvolle Demonstration musikalischer Vielseitigkeit mit Abstechern ins 20. und 21. Jahrhundert fort. Bei der Komposition "The Castle of the Highlands" des 1990 geborenen Raphael Strasser glänzte das Symphonische Blasorchester unter dem Dirigat von Franco Hänle, im Anschluss ließen die Klarinettistinnen Alina Leutenmayr, Antonia Schaser, Julia Dörfler und Veronika Niedermayr einen flotten Ragtime folgen (George Bosfords "Black and White Rag"). Wunderbar synchron gestalteten die Schlagwerker Leon Müller und Alexander Lakatár die Rhythmus-Nummer "As One" von Gene Koshinski (*1980) und ließen mittels Percussion und Marimba zwei Stimmen zu einer einzigen verschmelzen.

Eine für die BFSM nicht untypische, charmante Symbiose von klassischen mit Pop-, Jazz- und Rock-Elementen wurde beim swingenden "Opus 1A" von Trevor Wye durch das Querflöten-Ensemble sowie durch Schlagzeug (Samuel Seltmann) und Kontrabass (Satya Braun) hörenswert vorgeführt. Das Vokalensemble lieferte mit Georges Lifermanns Lied "La Lune est morte" von 1968 den stimmkräftigen Beweis dafür, dass die sich anbahnende Mondlandung seinerzeit manchmal auch mit Sorge und Bedauern angesehen wurde. Traditionelle Trommel-Rhythmen aus Guinea (Einstudierung: Dominic Pavelt) und Giora Feidmans Klezmer-Stück "Let's be happy" im feinen, harmonischen Duett von Antonia Schaser (Klarinette) und Alexander Lakatár (Klavier) waren weitere Belege für die Vielfalt der Musikausbildung an der BFSM.

Mit "Mr. Jums", einer Nummer, die der Komponist Chris Hazell seiner titelgebenden Hauskatze gewidmet hat, sorgten zehn Blechbläser mit Schlagzeug-Begleitung für heitere Akzente. Bei George Gershwins viel gespielter Komposition "Summertime" demonstrierten Schüler (Antonia Schaser, Johanna Zettl, Felix Schmid) und Lehrer (Günther Beugel) ebenso präzises wie effektvolles Zusammenspiel. Das Finale eines rundum anregenden Programms gestalteten Sofia Staudacher (Gesang) und die Rock-/Pop-/Jazz-Band, die mit dem Song "My Heart" von Lizz Wright (*1980) den gelungenen Schlusspunkt setzten. Nach fast drei Stunden leidenschaftlichen Musizierens war allen, die an der Realisierung dieses schönen Konzertabends beteiligt waren, der begeisterte Schlussapplaus des Publikums sicher.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.