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05.10.2010

Dauerbrenner an der grünen Platte

Selbst mit 61 Jahren bewegt sich Alois Höld noch wie ein Junger. Seit 35 Jahren steht er für den TTC Hasberg an der Platte und absolvierte über 700 Punktspiele. Foto: Julia Atzkern
Bild: Julia Atzkern

Hasberg Es ist einiges los im Gemeindehaus in Hasberg. Freitagabend ist Tischtenniszeit. Drei Platten sind in der kleinen Halle aufgestellt, an allen wird gespielt. An der Mittleren steht schon Alois Höld im Trikot des TTC. Kleine Schweißtropfen sind auf seiner Stirn zu erkennen. Obwohl die Haare langsam grau werden, bewegt er sich an der Platte noch wie ein Junger. 61 Jahre ist der Altmeister mittlerweile. Ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht: "Ich will noch spielen so lange es geht", erzählt Alois Höld strahlend.

Seit 35 Jahren spielt der Kirchheimer beim TTC Hasberg. Die ersten Ballwechsel aber waren deutlich früher. "Angefangen habe ich vor 50 Jahren zu Hause mit meinem Bruder", sagt Höld, "Zum Spaß, als Hobby eben." Die große Liebe war es damals noch nicht. Der kleine Ball hatte es anfangs nämlich nicht leicht: "Als Erstes kam der Fußball. Tischtennis spielte ich eigentlich nur als Ausgleich im Winter", so Höld. In Deisenhausen und Kirchheim war er insgesamt über 15 Jahre als Fußballtrainer tätig, mit Kirchheim feierte er sogar den Aufstieg in die A-Klasse. Mit der Zeit widmete er sich immer mehr dem Tischtennis. Als der TTC Hasberg 1975 gegründet wurde, zählte er zu den Gründungsmitgliedern.

"Bei meinem ersten Spiel 1975 in Mindelheim habe ich einen Satz mit 21:1 gegen einen gefürchteten Gegner gewonnen", erinnert sich Höld. Von Beginn an war er die Nummer eins der Hasberger. Bis heute absolvierte er über 700 Punktspiele und entschied über 70 Prozent aller Einzel- und Doppelspiele für sich. "Der Alois hat früher in der Kreisliga 1 ein ganzes Jahr lang kein Spiel verloren", erklärt ein Weggefährte. An vielen Erfolgen der Hasberger war er beteiligt. "In vier Jahren sind wir dreimal aufgestiegen, von der 3. Kreisliga bis in die Schwabenliga", berichtet Höld stolz.

Doch Tischtennis ist mehr als nur ein Sport für Höld. Kameradschaft, Freundschaft - die Augen des 61-Jährigen leuchten, wenn er von den unterhaltsamen Abenden in der Vereinsgaststätte spricht: "Die Frauen mussten auf vieles verzichten, weil wir vor allem früher nach den Spielen oft lange einkehrten." Bei Aufstiegsfeiern waren auch die Frauen mit dabei - und nicht nur sie wissen das Ambiente beim Vereinswirt mittlerweile sehr zu schätzen. "Die Gegner kommen gerne nach Hasberg, auch wenn sie verlieren", erzählt Höld.

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In 35 Jahren Tischtennis hat Höld einige Veränderungen miterlebt: Es wird nur noch bis elf und nicht mehr bis 21 gezählt, die Bälle wurden größer und langsamer und die Schläger besitzen zwei verschiedenfarbige Beläge. Er selbst steht für Kontinuität. Seinen Schläger spielt er seit 20 Jahren. Ein Wechsel: ausgeschlossen: "Mit diesem Schläger hatte ich so viele Erfolge, den gebe ich nicht mehr her."

Aber nicht nur das Material, sondern auch die Spielweise hat sich verändert. Höld wird von seinen Mannschaftskameraden als gefürchteter Abwehr- und Konterspieler beschrieben, der nur schwer zu schlagen ist: "Seit 30 Jahren träume ich davon gegen ihn zu gewinnen, aber er wird auch nicht jünger, vielleicht schaffe ich es irgendwann", hofft ein Weggefährte.

Es fehlt der Nachwuchs

Immer noch zieht es den Altmeister ein- bis zweimal wöchentlich zum Training. Am wichtigsten bei diesem Sport: Reaktion, Schnelligkeit, Beherrschung und Antizipationsvermögen: "Wenn ich im Voraus erahnen kann, was passiert oder wie der Ball kommt, dann bin ich klar im Vorteil", sagt Höld, der sich zwar aus der ersten in die zweite Mannschaft zurückziehen wollte. Doch dafür fehlt momentan der Nachwuchs. Ans Aufhören ist also nicht zu denken. Hat er aber nie gedacht. Somit spielt Höld mit 61 Jahren im "vierten Frühling", wie ein Weggefährte spaßt, in der 3. Bezirksliga. In seiner bisherigen Laufbahn hat er nie ausgesetzt oder pausieren müssen. "Bei nur 25 Spielen im Jahr hätte ich die 700er Marke sonst kaum erreichen können", erklärt Höld.

Damit das noch länger so weitergeht, hält sich Höld nicht nur durchs Tischtennis fit. Auch Radfahren steht auf dem Trainingsplan. Seit zehn Jahren ist er Hausmeister an der Christoph-von-Schmid Realschule in Thannhausen. "Mein Vorteil ist, dass ich mit der Jugend sehr gut zurechtkomme. Das hält mich jung", sagt Höld. Eine gute Voraussetzung, um seinem größten Ziel näherzukommen: Fit bleiben und solange wie möglich mit den alten Weggefährten zusammenspielen.

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