Newsticker

Macron verkündet zweiten Lockdown für Frankreich
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Lokalsport
  4. Ein Hobby, das Hindernisse überwindet

Sportskanonen

28.04.2015

Ein Hobby, das Hindernisse überwindet

Julia Lang auf ihrer Stute Abra Kadabra: Vor fünf Jahren hätte ein Reitunfall fast ihre Karriere im Sattel beendet, doch sie hat sich zurückgekämpft.
Bild: Sebastian Eisele

Wie es Julia Lang nach einem schweren Unfall gelungen ist, neues Vertrauen in ein Pferd und ihre große Leidenschaft zu finden

Julia Lang hat am Wochenende auf dem Günzburger Frühjahrsturnier im M*-Springen mit ihrer Stute Abra Kadabra die Siegerrunde erreicht. Reiten sei ihr größtes Hobby, sagt sie. Doch beinahe hätte sie ihre Leidenschaft abhaken müssen: Denn vor fünf Jahren stürzte ein Pferd auf die zierliche Frau. Ihre Reiterzukunft war ungewiss.

„Es war im Mai 2010“, sagt Julia Lang. Damals rutschte ihr früheres Pferd Poison Ivy auf einem steilen Teerweg aus und stürzte rückwärts auf sie. Mit mehreren Knochenbrüchen, unter anderem einem Beckenbruch, kam sie ins Krankenhaus und musste zur Reha. Und dann kam die Frage nach dem Reitsport. „Entweder man hat die Leidenschaft fürs Reiten oder man hat sie nicht.“ Julia hat diese Leidenschaft: „Für mich gab es nie was anderes“, sagt sie.

Die 26-Jährige hat zu ihrem größten Hobby zurückgefunden. „Ich wollte wieder reiten. Obwohl ich sehr lange gar nicht im Stall gewesen bin“, erzählt sie. Mit einer älteren Stute aus dem Stall von Landestrainer Josef Weishaupt in Jettingen fasste die junge Frau wieder Vertrauen. „Ich habe langsam wieder angefangen. Acht Monate nach dem Unfall bin ich das erste Mal wieder gesprungen. Meine jetzige Stute hat mir den Mut dafür gegeben.“

Am Wochenende ist Julia Lang auf dieser Stute geritten. Sie heißt Abra Kadabra und ist zehn Jahre alt. Inzwischen springen die beiden wieder regelmäßig auf Turnieren und werden von Josef Weishaupt trainiert. „Ich bin schon sehr lange in seinem Stall. Er weiß, was er mir zutrauen kann“, sagt Lang.

Julias Vater, Thomas Lang, ist der Günzburger Reiterchef. Er organisiert schon seit 1985 Turniere und ist seit 18 Jahren Vorsitzender des RFV Günzburg. Das Organisieren könnte sich die Juristin auch mal vorstellen. Sie sei da hineingewachsen und dann wäre das normal. „Wir sind eine große Gruppe junger Leute. Es macht unheimlich viel Spaß, wenn man mit den Freunden so etwas machen kann“, erzählt sie.

Der Unfall hat sie vorsichtiger gemacht. Sie steige nie auf ein nervöses Pferd, sagt sie. Ein gewisses Risiko sei aber immer dabei. „Wenn ich über die Straße gehe, gibt es auch ein Risiko, dass ein Auto kommt und mich übersieht“, sagt sie. Ihre Leidenschaft ist stärker als die Angst vor einem Unfall. Die Liebe zum Reiten hat sie von ihren Eltern. Es sei die Nähe zum Pferd, zu so einem imposanten Tier, das sie an dem Sport reize, erklärt die 26-Jährige. Und sie hat durch diese Liebe zurück in den Sattel gefunden.

Ihr „Unfallpferd“ befindet sich übrigens immer noch in Familienbesitz. „Die Stute reitet mein Vater jetzt. Sie konnte damals nichts für den Unfall. Sie ist einfach hinten weggerutscht.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren