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Fußball

31.03.2021

Fertigspielen oder Abbruch mit Quotientenregel?

Foto: Peter Kleist

Was der bayerische Vier-Punkte-Plan vorsieht und wie andere deutsche Landesverbände handeln

Wie und wann geht es im Amateurfußball weiter? Im Würgegriff des Coronavirus wurde diese Frage über die kalte Jahreszeit parallel zu den monatlich wechselnden und teilweise richtungslosen Vorgaben aus der Politik immer wieder vertagt. Konkrete Planungen? Fehlanzeige. Jetzt hat der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbands einen Vier-Punkte-Plan verabschiedet. Zentrale Termine für die Fußballer im Landkreis Günzburg sind demnach der 19. April, der 3. Mai und der 30. Juni 2021. Und: Erstmals taucht auf Verbandsseite das Wort „Abbruch“ auf.

Bekanntlich hat der BFV als einziger deutscher Landesverband die Spielzeit 2019/20 nur unterbrochen. Der Plan war, sie über zwei Jahre gespannt bis 30. Juni 2021 zu Ende zu bringen. Dieses Vorhaben wackelt aufgrund der Pandemie-Entwicklung seit geraumer Zeit, zumal nach wie vor nicht abzusehen ist, wann staatliche Verfügungen einen Trainings- oder gar Spielbetrieb mit oder ohne Einschränkungen zulassen. Frühere Absichtserklärungen des BFV, etwa zum Thema Geisterspiele im Amateurfußball, werden im aktuellen Papier nicht mehr aufgeführt.

Den Kern des Vier-Punkte-Plans bilden folgende Bestimmungen:

Sollte am 19. April immer noch kein flächendeckender Trainingsbetrieb mit Kontakt möglich sein, wird der ursprünglich als Zusatz-Wettbewerb ersonnene Ligapokal auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene gestrichen. Diese Regelung gilt ausdrücklich nicht für die Regionalliga Bayern.

Nach Auffassung des BFV muss spätestens ab 3. Mai ein nahezu uneingeschränktes Fußballtraining gestattet sein, um den Punktspielbetrieb bis 30. Juni abschließen zu können oder bis dahin wenigstens möglichst viele der noch ausstehenden Spiele zu absolvieren. Weiter heißt es: „Sollte dies nicht der Fall sein, muss über einen Abbruch der Verbandsspielrunden entschieden werden.“ Vor einem derartigen Beschluss werde man ein Meinungsbild von allen Vereinen einholen, verspricht der BFV.

Gewertet wird die Saison auf jeden Fall. Im vergangenen Jahr wurde der sogenannte Abbruch-Paragraf in die Spielordnung aufgenommen. Der sieht vor, Abschlusstabellen nach der Quotientenregel zu erstellen und anschließend Auf- und Absteiger unter Wegfall der Relegationsspiele zu bestimmen.

Für die BFV-Spitze ist ein Spielbetrieb unter der Voraussetzung, dass jeder Beteiligte einen aktuellen, negativen Corona-Test vorlegen muss, „in der Fläche nicht durchführbar und unter den aktuellen staatlichen Rahmenbedingungen nicht realisierbar.“

Der Wettbewerbsmodus soll derzeit noch nicht angetastet werden. Im Austausch mit den im aktuellen Wettbewerb verbliebenen Vereinen möchte der BFV-Vorstand an Fortsetzungsmodellen arbeiten.

Alle anderen Fußball-Regionen Deutschlands hatten die Runde 2019/20 abgebrochen und im Sommer des vergangenen Jahres die Saison 20/21 gestartet. Die Hoffnung, diesmal Entscheidungen auf dem Platz zu erhalten, trog. Inzwischen haben einige Landesverbände erklärt, die Spielzeit demnächst ohne Wertung abzubrechen (in Berlin, Bremen, Hamburg und Hessen wird das beispielsweise so gehandhabt). Andere (etwa das Saarland und Schleswig-Holstein) haben in dieser Hinsicht gar schon Fakten geschaffen. Eine Minderheit möchte die Saison zu Ende bringen. Südbaden zählt zu jenen Regionen.

Und auch der Württembergische Fußball-Verband (WFV) hält noch an Spielszenarien fest – obwohl er selbst dieser Tage verkündete, es werde „immer unwahrscheinlicher, dass der Spielbetrieb im Amateurfußball nach einer angemessenen Vorbereitungszeit bis zum 9. Mai wieder aufgenommen und die Saison 2020/21 zu einem sportlichen Abschluss gebracht werden kann.“ Über eine Annullierung der laufenden Spielzeit wird der Beirat des Verbands am 9. April endgültig entscheiden.

Aus dem Landkreis Günzburg starten im Spielbetrieb des WFV die Fußballer des FC Silheim und des VfL Bühl. (ica, pim, zg)

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