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Interview

04.12.2019

„Ich brauche niemand, der mir dauernd groß dankt“

Mit einem Festakt in München beging der Bayerische Fußballverband die Verleihung des Ehrenamtspreises. Der Sieger aus dem Kreis Donau kam dieses Jahr vom VfR Jettingen: (von links) BFV-Chef Rainer Koch, Laudator Felix Magath, Preisträger Karsten Hahn und der Ehrenamtsbeauftragte des Kreises Donau, Josef Wiedemann.
Bild: BFV

Als Sieger des Fußballkreises Donau wurde Karsten Hahn heuer mit dem Ehrenamtspreis des BFV ausgezeichnet. Das ist dem Vorsitzenden des VfR Jettingen aber gar nicht so wichtig

Herr Hahn, durch welche ehrenamtlichen Referenzen haben Sie sich diese hohe Auszeichnung verdient?

Ich bin seit über 25 Jahren beim VfR in verschiedensten Bereichen tätig. Zum Beispiel war ich sechs Jahre Jugendleiter, habe nicht nur die Fußballdamen, sondern alle Nachwuchsteams von der G- bis zu den A-Junioren trainiert, war auch schon Platzwart, Sportheimwirt, zehn Jahre AH-Leiter und natürlich über viele Jahre als Spieler für den VfR aktiv.

Was bedeutet für Sie diese Ehrung?

„Ich brauche niemand, der mir dauernd groß dankt“

Ich bin nun wirklich keiner, der auf so etwas spechtet, denn ich mache das ja nicht für mich, sondern für den Verein. Aber irgendwie freut es einen doch, wenn man so eine Anerkennung erfährt.

Ist Sie mit einem Geld- oder Sachpreis verbunden?

Es gab eine Urkunde, zwei Tagesskikarten für das Skigebiet St. Johann und ein Schreibset. Zudem wurde ich in den „Club 100“ des DFB aufgenommen, womit unter anderem der Besuch eines Länderspieles der deutschen Nationalmannschaft verbunden ist.

Der ehemalige Bundesligaspieler und -Trainer Felix Magath hat die Ehrung vorgenommen. War das für Sie als noch aktiver AH-Fußballer ein ganz besonderer Moment?

Ja, es war sehr interessant und etwas besonderes, so einer Persönlichkeit live gegenüberzustehen. Magath ist ein cooler Typ und hat auch eine tolle Ansprache gehalten.

Hatten Sie Gelegenheit, mit Magath ein paar Worte zu wechseln?

Leider nicht, denn Magath musste nach dem Ehrungsakt gleich wieder weg.

Sie haben erst im Frühjahr von Günther Brenner das Amt des Vorsitzenden beim VfR übernommen. Brenner hatte dieses Amt 14 Jahre lang inne. Wollen Sie es ihm gleichtun?

14 Jahre sind schon viel. Ich will es mal so sagen: Ich war sechs Jahre Jugendleiter und wenn ich so viele Jahre als Vorsitzender schaffe, dann wäre das für mich o. k. Jedenfalls habe ich nicht vor, schon nach zwei Jahren das Amt hinzuschmeißen. Und wenn alles passt, warum dann nicht auch 14 Jahre.

Es ist kein Geheimnis, dass sich viele Vereine heutzutage schwer tun, ehrenamtliche Helfer zu finden. Wie sieht das beim VfR Jettingen aus?

Eigentlich sehr gut. Beispiel: Wir haben allein elf Fußball-Jugendmannschaften. Das heißt, wir brauchen dafür 22 kompetente Trainer und Betreuer. Die haben wir problemlos gefunden. Wir hatten auch im Jahr 2014 keine Probleme, fast 100 Helfer für die Ausrichtung des Landkreislaufes zu finden.

Der VfR Jettingen ist mit fast 1200 Mitgliedern der größte Sportverein in der Marktgemeinde und der fünftgrößte im Landkreis Günzburg. Bei fünf Abteilungen ist da bestimmt immer was los. Wie viel Stunden Freizeit stecken Sie denn wöchentlich etwa in ihr Ehrenamt?

Das ist unterschiedlich und kommt darauf an, was man gerade vor hat. Aber ich schätze mal so im Schnitt 15 Stunden dürften es schon sein.

Welche Art von Rückmeldungen auf ihren Einsatz sind für Sie die schönsten?

Ich brauche niemand, der mir dauernd groß dankt. Am meisten freuen mich so Geschichten wie beim Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten FC Augsburg. Da haben wir über 80 Helfer benötigt und alle waren sie da. Oder als mir meine D-Jugend-Mannschaft in der Kabine zum Geburtstag ein Ständchen gesungen hat.

Gesetzt den Fall, der FC Bayern ist durch die Ehrung auf Sie als engagierter Funktionär aufmerksam geworden und bietet Ihnen einen lukrativen Job an. Wie würden Sie sich entscheiden?

Es kommt ganz darauf an. Wenn es sich finanziell rentiert, dann würde ich es machen und mit dem Geld den VfR Jettingen unterstützen. Und vielleicht könnte ich ja den ein oder anderen unzufrieden Spieler nach Jettingen lotsen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Angebot kommt, ist sehr gering. Ich weiß nicht, ob der Uli Hoeneß meine Handynummer hat…

Interview: Alois Thoma

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