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Fußball

03.01.2020

Nachdenkliche Töne bei den Schiedsrichtern

Diese Jubilare wurden in Rammingen geehrt.
Bild: Sabine Adelwarth

Die Gruppe Südschwaben spricht offen Probleme an. Es gibt aber auch Ehrungen für außergewöhnliche Referees

Rammingen Woche für Woche stehen die Schiedsrichter mit viel Herzblut und Leidenschaft auf dem Sportplatz und leiten ein Fußballspiel. Viele schöne Erinnerungen können die Referees erzählen und manchmal auch unschöne. Immer wieder kommt es vor, dass Unparteiische beleidigt und sogar bedroht werden. „Unser schönes Hobby wird manchmal auf den hässlichen Faktor Gewalt reduziert“, sagt Ehren-Bezirksschiedsrichterobmann Helmut Stoll auf der diesjährigen Jahresabschlussfeier der Schiedsrichtergruppe Südschwaben in Rammingen. Die steigende Gewaltbereitschaft sei aber nicht nur im Fußballsport ein Problem, sondern in der gesamten Gesellschaft. Gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt sollten wieder mehr gelebt werden, so der Appell von Helmut Stoll. „Ein Schiedsrichter ist so viel mehr als nur Dienst an der Pfeife. Er übernimmt die Rolle des Schlichters und Vermittlers“. Dass es in den Reihen der Schiedsrichtergruppe Südschwaben glücklicherweise gut läuft, machte er aber deutlich. „Der Zusammenhalt wird in der großen Schiedsrichterfamilie großgeschrieben. Ihr alle könnt stolz sein. Hier ist eine Gruppe, die lebt und eine gute Basis bildet“, bedankt sich Stoll in seiner Ansprache.

Die jahrelangen Verdienste der Schiedsrichter waren die Höhepunkte der Festlichkeit. „Der unermüdliche Einsatz ist aller Ehren wert“, so Obmann Christian Walter. „Manchmal stehen Kollegen auch drei Mal am Tag auf dem Platz oder haben fünf bis sechs Einsätze in der Woche“, lobte Moderator Hubert Löser das Engagement.

Heitere Anekdoten aus dem Leben der Referees gab es dann zu hören und oft engagieren sich die Unparteiischen auch in anderen Funktionen, wie Abteilungs- und Jugendleiter oder Trainer.

Nachdenkliche Töne bei den Schiedsrichtern

Eine besondere Ehrung gab es für den Obergessertshauser Vitus Böck. Er wurde von Obmann Christian Walter, gemeinsam mit Josef Schmid und Michael Deinhart, für 45 Jahre ausgezeichnet. Für Erheiterung sorgten die kleinen Geschichten, die sie in den 45 Schiri-Jahren erleben durften. Michael Deinhart ist einmal versehentlich in Kirchdorf statt Kirchheim gelandet. Als er den Irrtum bemerkte, sprang er in sein Auto und fuhr nach Kirchheim. Doch leider stellte er dort fest, dass seine Tasche noch in Kirchdorf war. Das Spiel wurde damals trotz Taschenabholung nur mit einer kurzen Verzögerung angepfiffen.

Eine ganz besondere Ehrung wurde Josef Schmid zuteil. Er wurde für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Bis zu 3000 Spiele habe er in seiner Schiedsrichterlaufbahn geleitet und stand als Fotograf und Redakteur der Schiedsrichterzeitung zur Seite. Daneben trainierte er auch die Schiedsrichter-Mannschaft.

Am Schluss richtete Christian Walter einige Worte an die über 150 Gäste: „Ich blicke mit einem lachenden und weinenden Auge zurück. Nicht alles, was wir uns vorgenommen hatten, konnte umgesetzt werden.“ Drei Teilnehmer waren heuer am Neulingskurs dabei. „Mit eurer Mithilfe können wir den Trend umkehren und unser schönes Hobby wieder bewusster machen.“ Durch Verletzungen konnte Einteiler Georg Bucher zwar nicht alle Spiele besetzen, doch ganz nach dem Motto „Miteinander stark – gemeinsam voran“ blicke er zufrieden und dankbar auf das vergangene Jahr zurück.

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