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23.07.2010

Sie sollen es richten

15 Feldspieler, zwei Torhüter und ein Trainer. Der Kader der TSG Thannhausen ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Aufgebot vergangener Jahre. Prominente Neuzugänge aus höheren Ligen sucht man vergeblich. Dafür wird wieder auf die eigene Jugend gebaut. Foto: Alois Thoma
Bild: Alois Thoma

Thannhausen Die Euphorie ist überall zu greifen. Ganz Thannhausen fiebert dem Saisonauftakt entgegen. Zahlreiche Zuschauer besuchen das Auftakttraining und die Kadervorstellung im Mindelstadion. Zum Eröffnungsspiel werden über 1000 Zuschauer erwartet - das war vor drei Jahren. Die TSG Thannhausen war gerade in die Bayernliga aufgestiegen und eine Welle der Fußballeuphorie schwappte durch ganz Mittelschwaben.

Drei Jahre sind manchmal eine lange Zeit. Die Realität sieht heute anders aus. Das Abenteuer Bayernliga endete für die TSG Thannhausen mit einem großen Schrecken. Der finanzielle Kollaps der Fußball-GmbH hätte fast das Ende des höherklassigen Fußballs in Thannhausen bedeutet. Fast. Denn mit einem Kraftakt gelang es den Verantwortlichen, zumindest die Landesligamannschaft zu retten. Ein Neuanfang soll gemacht werden. Ein Neuanfang, der am Sonntag seinen ersten Höhepunkt hat. Um 17 Uhr empfängt die TSG Aufsteiger FC Gerolfing zum Auftakt dieser Landesligasaison.

Eine Aufgabe, die undankbarer kaum sein könnte. Während in Thannhausen noch die Wunden des vergangenen Jahres geleckt werden, schwimmt man beim oberbayerischen Kontrahenten auf einer vergleichbaren Euphoriewelle, wie Thannhausen vor drei Jahren. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gelang dem FCG über den Umweg Relegation der Aufstieg in die Landesliga. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf die erste Partie in dieser Spielklasse.

Und genau das ist auch die Gefahr für die TSG: "Es ist immer schwierig, zum Saisonauftakt gegen einen Aufsteiger zu spielen", sagt TSG-Coach Jochen Frankl. "Es ist immer besser, solche Mannschaften in der Mitte der Saison zu haben. Dann ist vielleicht auch schon die Euphorie ein bisschen verflogen und man weiß, was für ein Kaliber auf einen wartet. Aber es hilft ja nichts."

Sie sollen es richten

Seit fünf Wochen ist der Hauptschullehrer aus Augsburg mittlerweile bei der TSG Thannhausen für die sportlichen Belange der ersten Mannschaft verantwortlich. Fünf Wochen, in denen das neu formierte Team zeigte, dass Qualität vorhanden ist. Ob diese Qualität am Ende allerdings auch ausreicht, die Klasse zu halten, das wird die Zukunft ergeben. Die vorherrschende Meinung scheint realistisch: "Für uns kann es nur das eine Ziel Klassenerhalt geben. Alles andere wäre in unserer Situation utopisch", sagt Frankl, der sich in Thannhausen schnell den Respekt aller Beteiligten erobern konnte: "Ein seht guter Trainer", urteilt TSG-Regisseur Stefan Selig. "Er hat es sofort geschafft, einen Draht zur Mannschaft aufzubauen." Und auch von der Abteilungsleitung hört man nur Positives. Kurzum: Frankl ist angekommen in Mittelschwaben.

Stefan Leiteritz kommt vom BC Aichach

Der Übungsleiter selbst drückt allerdings auf die Euphoriebremse und nimmt den Verein in die Pflicht. Der Kader sei immer noch zu klein. Hier habe man noch Nachholbedarf. Dabei hat die TSG kurz vor Saisonauftakt nochmals nachgerüstet: Mit Stefan Leiteritz konnte der Landesligist vom BC Aichach einen erfahrenen Kicker loseisen. Für Frankl ein Glücksgriff: "Ich hab schon in Landsberg versucht, Stefan zu verpflichten. Ein robuster Mittelfeldspieler mit Drang zum Tor. Der wird uns weiterbringen."

Der Neue ist auch sofort spielberechtigt. Ob der Mann für die linke Außenbahn allerdings auch gleich in der Startformation zu finden sein wird, scheint unwahrscheinlich: "Stefan hat noch Trainingsrückstand und erst einmal mit der Mannschaft trainiert", sagt Frankl. "Es ist aber gut zu wissen, so eine Alternative auf der Bank zu haben."

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