Handball-Landesliga

06.05.2019

Starker Endspurt

Selfie mit Mannschaft: Udo Mesch (links) posiert nach seinem letzten Spiel als Raunauer Coach mit Lukas Konkel und dem Team.
Bild: Lukas Konkel

Mit einem Sieg zum Abschluss gelingt Raunau etwas, das noch im Winter niemand für möglich hielt

Furchtbar laut war es in der Sporthalle in Unterhaching. Doch das lag weniger an der Unterstützung der Fans, sondern vielmehr an der überdrehten Musikanlage, die die Zuschauer ihrerseits nervte. Offensichtlich litten auch die Raunauer als Gastmannschaft bei der HT München II lange darunter. Lange lagen sie im letzten Saisonspiel zurück, ehe sie mit einem furiosen Endspurt die Partie dann doch noch drehten und mit dem 21:25 (14:12) ihrem scheidenden Coach Udo Mesch noch ein weiteres Abschiedsgeschenk machten.

In einem verrückten Saisonfinale dieser Landesliga, mit vielen nicht unbedingt zu erwartenden Ergebnissen in anderen Hallen, wollten die Raunauer durchaus die Allgäuer Nachbarvereine unterstützen, die mit HT um den Klassenerhalt kämpften. Dazu kam das Bestreben, sich in der Tabelle selbst nach oben zu schieben. Ersteres war nicht nötig, da sich die HSG Dietmannsried/Altusried aus eigener Kraft auf den Relegationsrang retten konnte. Das zweite Ziel wurde tatsächlich erreicht. Der TSV Simbach spielte gegen Allach unentschieden, die punktgleichen Raunauer hatten im direkten Vergleich die Nase vorn und schließen die Saison als Fünfter ab. Vor und lange Zeit auch während der Saison hätte das niemand für möglich gehalten.

Das nicht unbedingt auf hohem Niveau ausgetragene Spiel bei der Spielgemeinschaft aus Unterhaching und Taufkirchen begann verhalten. Mesch verzichtete zum Start auf einen Teil seiner erfahrenen Spieler. Mathias Waldmann und Lukas Konkel blieben auf der Bank. Ihre Rollen nahmen Oliver Blösch und Adrian Thalhofer ein. Raunau legte zwar immer vor, ein Absetzen gelang anfangs aber noch nicht. Nach dem 4:5 (10.) folgte eine torlose Phase. Lasse Sadlo beendete diese mit seinem Wurf auf das leere Tor (13.). Die Münchner hatten bei einer Zeitstrafe den Torwart aus dem Spiel genommen.

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Nach dem 5:7 und einem Team-Time-out der Gastgeber veränderte sich das Gleichgewicht. Die Abwehr der Raunauer wurde plötzlich löchrig. Zwar zwang sie die Münchner während des gesamten Spiels immer wieder in Zeitspielgefahr. Am Ende musste aber Raunau-Torwart Maxi Jekle doch den Ball aus dem Netz holen. Die Heimmannschaft ging mit 11:9 (22.) in Führung und wirkte jetzt souveräner. Mit dem 14:12 nach einem Treffer von Adrian Thalhofer ging es in die Halbzeitpause.

Danach war plötzlich Begeisterung im Münchner Spiel. Die Grünen zogen auf 18:14 davon. Jekle musste einen freien Konter halten, Oliver Kiebler konnte den daraus resultierenden Konter verwandeln. Aber die Münchner zogen nochmals zum 20:16 (41.) davon. Dann zeigten die Raunauer Jungs aber, dass sie dazugelernt hatten. In einem fantastischen Neun-Tore-Lauf drehten sie nervenstark auf 20:25. Herausragend dabei die Außenspieler Oliver Kiebler und Adrian Thalhofer, die entweder raffiniert mit Kopflegern (Kiebler) oder mit sicheren Aufsetzern (Thalhofer) dem gegnerischen Torhüter keine Chance ließen.

Vielleicht eine neue Stärke der Raunauer: wenig Siegimpulse aus dem Rückraum, dafür überzeugende Abschlüsse von Außen. Udo Mesch hat den Jungs in den zwei Jahren einiges beigebracht. Auch, dass man mit einer Mannschaft, die gerade abgestiegen ist, mitfühlt. Das bewiesen die Raunauer nach dem Abpfiff. (walp)

TSV Niederraunau Jekle, Kuhn; Kiebler (5), A. Thalhofer (4), M. Thalhofer (1), Hegenbart, L. Konkel (7/5), Sadlo (1), Waldmann (3), Rothermel, Blösch (1), Kornegger (3)

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