Tischtennis

24.03.2016

Volle Konzentration

Luna Brüllers größte Stärke sei ihre Konzentrationsfähigkeit, sagen ihre Trainer. Die Zehnjährige aus Ziemetshausen arbeitet fleißig an ihrer Technik und kann neue Dinge schnell umsetzen. Damit hat sie es in ihrer Altersklasse bis auf Platz vier in Deutschland und Platz eins in Bayern gebracht.
Bild: Stefan Herold

Luna Brüller aus Ziemetshausen ist die beste Spielerin ihres Jahrgangs in Bayern. Um noch besser zu werden, trainiert sie fleißig. Dabei helfen auch ehemalige Europameisterinnen

Es empfiehlt sich, etwas Abstand zur Tischtennisplatte zu halten, wenn Luna Brüller zum Schmettern ansetzt – zumindest wenn man eine Chance haben möchte, den Ball zurückzubringen. Ihre Trainer von der TSG Thannhausen bescheinigen der Zehnjährigen jede Menge Talent. Ihre Ranglistenplätze unterstreichen die Einschätzung: Die Ziemetshauserin ist Beste unter den Spielerinnen der Jahrgänge 2005 und jünger in Bayern und auf Platz vier in Deutschland. Und die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende.

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„Mal in einer höheren Liga spielen“, gibt Luna Brüller als Ziel an. Momentan spielt sie mit der Mädchenmannschaft der TSG in der Bayernliga und mittlerweile auch bei den Damen in der 2. Bezirksliga. Anpassungsprobleme gegen die Erwachsenen hatte sie nicht: Ihre ersten fünf Spiele hat sie allesamt gewonnen. Und das, obwohl sie erst seit insgesamt zwei Jahren an der Platte steht. Am Tischtennis gefällt ihr die Variabilität: „Dass man mal schnell und mal langsamer spielen kann“, sagt Luna Brüller. Bei Schmetterbällen, dem „Schießen“, sei sie am besten.

Stefan Herold, der TSG-Trainer, streicht Luna Brüllers Konzentrationsfähigkeit heraus. Diese fiel ihm schon auf, als er zu einer Sportstunde in der Ziemetshauser Grundschule war und den Kindern Tischtennis vorstellte. Dabei sollten die Schüler seinen Bällen ausweichen. „Dabei rolle ich andere Bälle auf die Kinder zu, die allermeisten gucken dorthin und dann kann man sie treffen. Luna hat sich aber überhaupt nicht ablenken lassen. Das hatte ich so noch nicht erlebt“, sagt Herold.

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Die Fähigkeit, sich auf die vor ihr liegenden Aufgaben zu konzentrieren, hat der Fünftklässlerin, die das Ursberger Gymnasium besucht, auch geholfen, so schnell große Fortschritte zu machen. Im Regelfall fangen Kinder, die es in den Ranglisten weit nach vorne schaffen, mit sechs, sieben Jahren mit dem Sport an und werden behutsam aufgebaut. Luna Brüller stand erst zwei Jahre später zum ersten Mal an der Tischtennisplatte. „Sie kann neue Sachen sehr schnell umsetzen, was man in ihrem Alter eher selten sieht. Dazu kommt ein gutes Grundtalent im Umgang mit dem Ball“, sagt Florian Kaindl. Der ehemalige Zweitligaspieler trainiert einmal pro Woche mit Luna Brüller und den anderen Nachwuchstalenten der TSG. Überhaupt hat die Zehnjährige die Chance, sich von vielen Experten Tricks abzuschauen und neue Dinge dazuzulernen. Neben Herold und Kaindl arbeitet bei der TSG auch noch der ehemalige ungarische Juniorennationalspieler Miklos Szalaba mit dem Nachwuchs. Und seit Luna Brüller zum Bayernkader gehört, trainiert sie am Stützpunkt in Langweid mit ehemaligen Weltklassespielerinnen wie den mehrfachen Europameisterinnen Csilla Bátorfi und Krisztina Tóth. Als Sparringspartner stehen Topspielerinnen wie Katharina Schneider aus dem Drittligateam zur Verfügung. Und im Training in Thannhausen übt auch Vater Jürgen Brüller mit der Zehnjährigen.

Die Grundfähigkeiten seien alle da, sagt Stefan Herold. Jetzt gehe es darum, alles weiter zu steigern: Athletik, Kleinigkeiten in der Technik, mehr Schlagtempo, mehr Schnitt – all das wird mit viel Arbeit und Fleiß weiterentwickelt. „Im Auto auf Fahrten zu Spielen ist sie gerne mal die Lauteste, aber wenn es an die Platte geht, gibt es kein Gekichere, da ist sie konzentriert“, sagt Stefan Herold. Er und die Eltern achten darauf, dass es nicht zu viel Training wird. „Mittlerweile meldet sie sich auch selbst, wenn es ihr zu viele Spiele werden“, sagt Herold.

Ein Höhepunkt, auf den sich Luna Brüller freut, steht in den Osterferien an: Sie hat sich für die Bundessichtung im brandenburgischen Lindow qualifiziert und trainiert sieben Tage lang mit den besten Nachwuchsspielern Deutschlands. Und es gibt eine Premiere: Erstmals dürfen die Eltern nicht mit zum Trainingslager, der Verband erlaubt nur die jungen Sportler am Lehrgangsort. „Ganz allein lassen wir sie natürlich nicht dorthinfahren. Wir schlafen im Nachbarhotel und schauen uns tagsüber Berlin an“, sagt Jürgen Brüller. Seine Tochter macht die Aussicht auf eine Woche ohne Eltern und ohne Kinder, mit denen sie schon befreundet ist, keine Sorgen: „Ich freue mich darauf.“ Erfolg macht eben auch abseits der Platte selbstbewusst.

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