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"300 - Rise of an Empire"
06.03.2014

Ein würdiger Nachfolger von "300"

Sullivan Stapleton als Themistokles in der Fortsetzung der Comicverfilmungen "300".
Foto: Warner Bros. (dpa)

"300 - Rise of an Empire" ist die blutige Fortsetzung des Überraschungserfolges von 2007. Wir machten uns bereits vor der offiziellen Premiere ein Bild des Action-Spektakels.

Sieben Jahre mussten die Fans warten. Am Donnerstagabend startet "300 - Rise of an Empire", die Fortsetzung des Action-Hits "300", in Deutschland. Damit ist die Bundesrepublik sogar einen Tag früher dran, als die Vereinigten Staaten. Noch einen Tag früher zeigte allerdings das Cinemaxx in Augsburg im Rahmen seiner "Männerabende" den Film. Die Augsburger Allgemeine hat sich ein Bild davon gemacht.

Zunächst einmal ist der Film tatsächlich ein typischer "Männerfilm" - mag man altertümliche Geschlechterrollen nun ablehnen oder nicht. Zwar kommen, wie schon im ersten Teil, wieder zahlreiche durchtrainierte Krieger mit nacktem Oberkörper vor, doch das Hauptaugenmerk des Films liegt ganz klar auf Kampf und Gemetzel. Das "Ab 18"-Rating ist dabei, das wird bereits im furiosen Auftakt deutlich, mehr als gerechtfertigt.

Schwerter, Äxte und sehr viel Blut

In diesem Auftakt, einem athenischen Sturmangriff auf persische Truppen angeführt vom Krieger Themistokles (gespielt von Sullivan Stapleton), werden bereits Erinnerungen an den ersten Teil wach. Die Kampfszenen sind ähnlich choreografiert, Krieger in Großaufnahme hacken mit Schwertern und Äxten auf ihre Gegner ein, Körperteile fliegen, ins Groteske überzeichnete Blutfontänen spritzen durch die Luft.

Etwas anders muten die Szenen dann aber doch an. Der Kunstgriff aus "300", extreme Zeitlupen mit sehr kurzen Zeitraffern zu durchsetzen, weicht einem etwas gleichmäßigeren Tempo. Auch ist die Szenerie, in der gekämpft wird, meist sehr düster. Ständig verhängen dichte Wolken den Himmel, gelegentlich gießt es in Strömen. Kein Vergleich zu den sonnenbeschienenen Klippen, auf denen die 300 Spartaner im ersten Teil fochten.

Aber es sind eben auch keine Spartaner, die in "300 - Rise of an Empire" kämpfen, sondern die übrigen Griechen. Und wo sich die Spartaner im ersten Teil mit irrsinnigen Idealen vom Heldentod der Schlacht hingaben, ist der Krieg für diese Griechen - Bauern, Bildhauer, Dichter - ein dreckiges, hässliches Geschäft. Es tut der Fortsetzung gut, dass sie den Fokus so ein wenig von der unreflektierten Kriegermystik der Spartaner abwendet, hin zur Betrachtung eines für Freiheit und Demokratie kämpfenden Volkes.

"300 - Rise of an Empire": Nicht Fortsetzung, sondern Ergänzung

Dennoch spielen die Spartaner eine wichtige Rolle. Denn "300 - Rise of an Empire" ist nicht so sehr die Fortsetzung seines Vorgängers. Es ist vielmehr ein zweiter Handlungsstrang des ersten Filmes. Denn Themistokles und seine Athener kämpfen zur See gegen die Perser des "Gottkönigs" Xerxes (wie im ersten Teil Rodrigo Santoro), während die Spartaner die Thermophylen verteidigten - die Handlung des ersten Teils.

So kommt es, dass der neue Film oft geschickt den alten zitiert. Vorkenntnisse sind für Kinogänger also von Vorteil. Denn Figuren wie die Spartanerkönigin Gorgo (Lena Headey), der Krieger Dilios (David Wenham) oder auch der bucklige Verräter Ephialtes (Andrew Tiernan) sind alte Bekannte.

Eva Green als Kriegerin Artemisia

Trumpf des Filmes sind aber ausgerechnet die Neuzugänge. Sullivan Stapleton, der in der Vorschau kaum geeignet schien, dem grimmigen Protagonisten des ersten Teils, König Leonidas (Gerard Butler) ein würdiger Nachfolger zu sein, überzeugt - gerade weil er anders ist. Weil er nicht für einen ruhmreichen Tod, sondern für das Überleben seines Volkes kämpft. Und weil er in einer Schlüsselszene des Filmes beinahe schwach wird.

In dieser Schlüsselszene trifft der Heerführer Athens auf die Kriegerin Artemisia, die Xerxes Flotte in die Schlacht führt. Und Artemisia ist der wahre Trumph dieses Films. Nie hat man Schauspielerin Eva Green so herrlich böse, so schaurig grausam gesehen. Nicht als undurchsichtiges Bond Girl in "Casino Royal" und auch nicht als königliche Ränkeschmiedin Sybilla in "Königreich der Himmel". Wenn Greens kalte Augen aus ihrem harten Gesicht blicken, nimmt man ihr die brutale Anführerin mühelos ab.

Ein würdiger Nachfolger von "300"

Obwohl "300 - Rise of an Empire" gute Darsteller hat: Die meisten Zuschauer werden den Film wohl wegen den actiongeladenen Kampfszenen anschauen wollen. Diese sind, wie bereits erwähnt, weniger verklärend, weniger heroisch als im ersten Teil. Im Gegenteil, sie sind vielleicht noch dreckiger. "300 - Rise of an Empire" bleibt also ein archaischer, brutaler Film. Es wird erschlagen und gemordet, geköpft und vergewaltigt und ganz Athen versinkt in Schutt und Asche. Ein Unterschied ist höchstens, dass es, anders als im Vorgänger, im neuen Film den Persern auch - vereinzelt - menschliche Züge zugestanden werden. Und den Griechen - vereinzelt - unmenschliche. Diese Aufbrechung der harschen Feindbilder ist aber nur von kurzer Dauer.

Hier soll nun nicht dieselbe Diskussion über Sinn und Unsinn eines solchen Filmes geführt werden, wie beim Erscheinen des ersten Teils. Klar ist, wer den ersten Film nicht mochte, wird sich für den zweiten nicht erwärmen. Wer jedoch von "300" begeistert war, wird finden, dass "300 - Rise of an Empire" ein würdiger Nachfolger ist.

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