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Auszeichnung
23.08.2018

Hochhaus-Preis 2018: Diese Wolkenkratzer stehen im Finale

Thailand, Bangkok: Das Hochhaus  «Maha Nakhon» - das Büro Ole Scheeren baute das mit 77 Stockwerken höchste Gebäude Thailands mit einer Fassade, die wie verpixelt aussieht.
5 Bilder
Thailand, Bangkok: Das Hochhaus «Maha Nakhon» - das Büro Ole Scheeren baute das mit 77 Stockwerken höchste Gebäude Thailands mit einer Fassade, die wie verpixelt aussieht.
Foto: Hufton+crow, dpa

Fünf Türme konkurrieren um die deutsche Auszeichnung für das "weltbeste" Hochhaus. Vier davon stehen in Asien. Und eines lässt Kletterpflanzen Raum.

Hohe Bauwerke faszinieren die Menschheit seit dem Turmbau zu Babel. Und obwohl die christlichen Kirchen um den Parabelcharakter der biblischen Schilderung wissen – die Hybris der Menschen –, trachteten auch sie in ihren Bauwerken nach Höhe, Herausgehobenheit, Gewicht und Geltung. Genauso wie einst etwa die einflussreichen Patrizierfamilien im toskanischen San Gimignano mit ihren Geschlechtertürmen, oder, Jahrhunderte später, die Großbanken der Welt.

Hochhaus-Preis: Mindesthöhe sind 100 Meter

Hohe Bauten symbolisieren gleichsam automatisch Macht. Citius, altius, fortius. Aber hohe Bauten können auch notwendig, zweckdienlich und schön sein in den (Mega-)Metropolen der Erde, zumindest spektakulär oder beeindruckend. Deshalb gibt es den Internationalen Hochhaus Preis, den die Stadt Frankfurt am Main, das dortige Deutsche Architekturmuseum und die ansässige Deka-Bank ausloben.

Fünf Kandidaten sind derzeit im Rennen um das „weltbeste Hochhaus“ 2018 – wobei es bei mehr oder weniger künstlerischen Erzeugnissen immer ein wenig „unseriös“ klingt, wenn vom „Weltbesten“ die Rede ist. Im konkreten Fall aber ist eine Mischung gemeint aus den Kriterien zukunftsweisende Gestaltung, Funktionalität, innovative Bautechnik, städtebauliche Einbindung, Nachhaltig- und Wirtschaftlichkeit. Ausgezeichnet werden alle zwei Jahre Bauten, die mindestens eine Höhe von 100 Metern aufweisen und jeweils nicht älter als zwei Jahre sind.

Drei bereits ausgezeichnete Bauwerke stehen in Europa

Keiner der fünf Kandidaten 2018, die wir oben in unseren Bildern zeigen, steht in Europa, wo aber immerhin schon drei Preisträger aus früheren Auszeichnungsjahren in den Himmel ragen: der grüne „Bosco Verticale“ in Mailand (2014), der „Torre Agbar“ in Barcelona (2006) und „De Hoftoren“ in Den Haag (2004). 2018 waren 36 nominierte Hochhäuser aus 15 Ländern in der „Longlist“ des Hochhaus Preises; in die „Short List“ stießen jetzt folgende Anwärter vor:

MahaNakhon („Große Metropole“) nennt sich das jetzt höchste Gebäude Thailands im zentralen Geschäftsviertel von Bangkok mit 314 Metern Höhe. Hinter der spektakulären Pixel-Fassade, die in der Mitte des Hochhauses scheinbar zu bröckeln scheint, stapeln sich Geschäfte, ein Hotel, Appartements und als Krönung ein Restaurant. Architekten: Büro Ole Scheeren.

Beirut Terraces heißt ein verschoben-geschichteter Wohnturm am Yachthafen von Beirut in der Höhe von 119 Metern. 130 Wohnungen zwischen 200 und 1000 Quadratmetern besitzen umlaufende Verglasung, wodurch viel Tageslicht einfällt – bei gleichzeitiger Schattenspendung durch die Überstände der nächst höheren Bodenplatte. Architekten: Herzog & de Meuron.

„Torre Reforma“ mit einem dreieckigen Grundriss

Torre Reforma wurde ein Büroturm in Mexiko-Stadt getauft, der trotz seiner 246 Metern Höhe eine hohe Erdbebensicherheit in dieser erdbebengefährdeten Region aufweist. Sein Fundament reicht 60 Meter unter den Erdboden. Der Bau mit dreieckigem Grundriss verjüngt sich in der Höhe von 200 Metern, wodurch sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln unterschiedliche Gebäude-Silhouetten ergeben. Architekten: L. Benjamin Romano.

Chaoyang Park Plaza ist der Name eines 142 Meter hohen Doppelturms im Finanzviertel von Peking mit Mischnutzung aus Einzelhandel, Büros und Wohnen. Die beiden asymmetrischen Türme am Rande eines Sees lassen Berggipfel assoziieren; sie sind inspiriert durch chinesische klassische Tusche-Malerei. Architekten: MAD Architects.

Rotes Aluminium mitgrünen Kletterpflanzen

Oasia Hotel Downtown nennt sich ein 199 Meter hoher Hotel- und Büroturm in Singapur, an dessen roter, perforierter Aluminium-Außenhaut sich Kletterpflanzen ausbreiten. In der dicht bebauten City von Singapur zeigt sich das Bauwerk ungewöhnlich grün, vor allem an den vier abgeflachten Ecken des Gebäudes. Architekten: WOHA

Wer unter den Kandidaten der engsten Wahl das Rennen gemacht hat, wird am 1. November in der Frankfurter Paulskirche bekannt gegeben. Der Preis besteht aus 50.000 Euro und einer Statuette des international renommierten Künstlers Thomas Demand.

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