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10.06.2009

Berlin bekommt große Sammlung islamischer Kunst

Berlin bekommt große Sammlung islamischer Kunst
Bild: DPA

Berlin (dpa) - Mit der "Keir Collection" erhält Berlin als Leihgabe eine der weltweit wichtigsten Sammlungen islamischer Kunst. Der Londoner Mäzen Edmund de Unger stellt dem Museum für Islamische Kunst für zunächst 15 Jahre seine 1500 Schätze umfassende Kollektion zur Verfügung.

Der Vertrag wurde am Mittwoch im Pergamonmuseum von Ungers Sohn Richard de Unger und dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, besiegelt.

Der 1918 in Ungarn geborene Anwalt und Immobilieninvestor de Unger hatte in den vergangenen Jahrzehnten systematisch seltene Objekte und in der Forschung noch kontrovers gedeutete Kunststile gesammelt. Dazu gehören ägyptische Bergkristalle, frühe arabische, iranische und türkische Miniaturmalereien sowie spanisch-islamische und türkische Textilien.

Die Sammlung umfasse Kulturgüter von Spanien bis nach Indien und rund 2000 Jahre Geschichte, sagte Museumsdirektor Stefan Weber. Von prachtvollen Buchmalereien bis zu Glanzstücken mittelalterlicher Keramik - die "Keir Collection" reihe sich fast nahtlos in die Bestände des 105 Jahre alten Islam-Museums ein. Die Sammlung werde dazu beitragen, die noch großen Forschungslücken zu schließen, etwa in der Kaligrafie und dem Kunstdruck.

Berlin bekommt große Sammlung islamischer Kunst

Eine Auswahl der Sammlung soll im Dezember in Berlin ausgestellt werden. Nach dem Tod de Ungers soll der Gesamtbestand nach Berlin kommen. Im Gespräch sei eine Leihgabe für 35 Jahre. "Was danach passiert, soll mein Nachfolger entscheiden", sagte Richard de Unger.

Sein Vater, der 1945 von Ungarn nach England auswanderte, hatte zunächst wertvolle Teppiche gesammelt. In den 50er Jahren kaufte er seine ersten Stücke islamischer Kunst. Es habe ihn immer die Farbenpracht der Keramik begeistert, sagte de Unger.

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