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Deutscher Jugendliteraturpreis

16.10.2020

Cornelia Funke erhält Jugendliteraturpreis für ihr Gesamtwerk

Cornelia Funke war bei der Preisverleihung live zugeschaltet.
Bild: Christophe Gateau, dpa

Über 60 Bücher hat Cornelia Funke geschrieben. Dafür wurde die Autorin nun ausgezeichnet. In Deutschland wird man die in USA lebende Funke nun wieder öfter sehen.

Sie schreibt Bücher die unterhaltsam sind, spannend, oft auch witzig, aber das allein würde den großen Erfolg der Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke nicht erklären. Funkes Bücher zeichnen sich vor allem durch eine vielschichtige Erzählweise und einen unglaublichen Sprachreichtum aus, die ihre Leser verzaubern und berühren, ganz egal, wie alt diese sind.

Mit "Herr der Diebe" gelang Cornelia Funke der Durchbruch

"Wir als Kinderbuchschriftsteller haben ja den Vorteil, für die ganze Familie, manchmal für vier oder fünf Generationen zu schreiben. Wir sind in dem Sinne die Geschichtenerzähler, was ja eins der ältesten Handwerke der Welt ist.", sagte Funke am Freitag, als sie von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet wurde. Zu ihren Werken zählen „Drachenreiter“, die Reihe „Die Wilden Hühner“ und „Herr der Diebe“, mit dem ihr 2002 der internationale Durchbruch gelang. Mit ihrer „Tintenwelt-Trilogie“ und der aktuellen „Reckless“-Serie kam sie weltweit in die Bestsellerlisten. Über 70 Bücher, die in mehr als 50 Sprachen übersetzt sind, hat Cornelia Funke mittlerweile geschrieben. Der neueste Band ihrer aktuellen "Reckless"-Reihe erscheint am 2. November.

Die Jury würdigte in ihrer Begründung für die Preisvergabe vor allem die Vielseitigkeit der Schriftstellerin, die sowohl Bilder- wie auch Kinder- und Jugendbücher schreibt. "In Cornelia Funkes gesamtem Werk sind die handelnden Figuren facettenreich und realistisch, es gibt keine falschen Helden. Mit ihrer feinen und bildlichen Sprache schafft sie es, die Leserinnen und Leser zu fesseln und Emotionen zu wecken, erzählt aber dabei immer mit viel Humor und einem Augenzwinkern."

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Live-Schaltung zu Cornelia Funke nach Kalifornien

Die Verleihung der Deutschen Jugendliteraturpreise in sieben Sparten, die normalerweise in Frankfurt auf der Buchmesse vor 1500 Zuschauern stattfindet, war in diesem Jahr ohne Publikum in das Berliner Grips-Theater verlegt worden. In einer Live-Schaltung nach Kalifornien, wo die Schriftstellerin seit 15 Jahren lebt, bedankte sie sich für die Auszeichnung und nannte ihren Lebensweg ein gutes Beispiel dafür, wie man "auch auf krummen Wegen an sein Ziel kommen kann." Denn schon immer habe sie Geschichten erzählen wollen, aber als Kind habe sie gedacht, "als Schriftsteller müsse man entweder sehr alt oder tot sein". So arbeitete sie zunächst als Sozialarbeiterin auf einem Abenteuerspielplatz ehe sie über das Illustrieren zum Bücher schreiben kam.

„Dieser Preis war eine sehr unerwartete und deshalb nur umso schönere Überraschung in diesem so seltsamen und an Finsternis reichem Jahr“, meinte Cornelia Funk. Sie habe festgestellt, dass der Hunger auf Geschichten durch die Pandemie-Erfahrung nur noch größer geworden sei.

Gut möglich, dass die 61-Jährige in Zukunft ihre Zeit wieder öfter in Deutschland verbringt. Für ihr Artist in Residence-Programm, in dem sie jungen Künstlern auf ihrer Farm in Malibu Austausch untereinander und Förderung ermöglicht, plant sie ein zweites Standbein in Deutschland. Unter anderem werde das Preisgeld von 12 000 Euro in dieses Projekt, das sie in Anlehnung an die Spiegelwelt der "Reckless"-Bücher "Spiegelhof" nennen will, fließen, sagte Funke.

Neben dem Preis für das Gesamtwerk wurden am Freitag sechs weitere Preise vergeben:

  • Bilderbuch: "Dreieck, Quadrat, Kreis" von Mac Barnett und Jon Klassen
  • Kinderbuch: "Freibad" von Will Gmehling
  • Jugendbuch: "Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte" von Dita Zipfel
  • Sachbuch: "A wie Antarktis" von David Böhm
  • Jugendjury: "Wer ist Edward Moon" von Sarah Crossan
  • Sonderpreis Neues Talent: Rieke Patwardhan

Lesen Sie auch das Interview mit Cornelia Funke: "Jeder hat Ängste vor dem Fremden"

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