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Corona-Politik
16.04.2021

Precht hält Kritik an Corona-Maßnahmen oft für maßlos übertrieben

Richard David Precht ist der Auffassung, die Corona-Maßnahmen der Regierung seien nicht maßlos übertrieben.
Foto: Britta Pedersen, dpa

Im neuen Bestseller "Von der Pflicht" schreibt Richard David Precht über die Bindung zwischen Staat und Bürger. Sein Befund im Interview: positiv. Sein Ausblick: besorgt.

Der Philosoph Richard David Precht hält die Kritik an Corona-Maßnahmen in vilen Fällen für maßlos übertrieben. „Ich habe keine Befürchtungen, dass hier maßlos überreagiert wird oder die Grundrechtseinschränkungen nicht sofort wieder rückgängig gemacht werden, sowie wir aus dem Gröbsten der Pandemie raus sind“, sagte Precht unserer Redaktion.

Richard David Precht hält Corona-Maßnahmen für angemessen

Über jede Maßnahme könne man streiten, aber der Vorwurf der Sinn- oder Maßlosigkeit sei übertrieben. „Bei aller Kritik, die die Menschen an bestimmten Maßnahmen haben oder an der ziemlich missglückten Impfkampagne – sie zeigen doch Einsicht, dass wir zeitweise Grundrechte einschränken müssen, um das Recht auf Leben der Risikogruppen zu schützen, und dass der Staat etwas tun muss“, erklärte der Bestseller-Autor.

„Ich denke, dass der Staat alles in allem angemessen reagiert“, sagte Precht. Kritik und Diskussion sei das Recht der Bürger. „Aber ich sehe keine sinnlosen Pflichten“, sagte der Philosoph. „Es gab Maßnahmen, die von Verwaltungsgerichten wieder gekippt worden sind wie die 15-Kilometer-Regel. Aber die war nicht sinnlos, sondern kritikabel. Das ist ein großer Unterschied.“ Auch könne man darüber streiten, ob man im Freien eine Maske aufziehen solle. „Auf der anderen Seite hat der Staat Angst, wenn die Leute ihrer Maskenpflicht eben nicht nachkommen müssen, sondern nur in bestimmten geschlossenen Räumen, dass sie es dort auch vernachlässigen“, erklärte Precht. „Darüber kann man sicher streiten, aber sinnlos ist es nicht.“

Philiosoph Richard David Precht: Selten ist eine Regierung so häufig so heftig kritisiert worden

Völlig unzutreffend sei der Vorwurf, das über Grundrechtseinschränkungen zu wenig diskutiert werde oder gar die Meinungsfreiheit unter der Pandemie leide. „Wir haben doch seit einem Jahr heftigste Auseinandersetzungen über jede einzelne Maßnahme – es wird alles kritisiert und alles diskutiert“, sagte Precht. „Ich sehe also nicht, dass die Meinungsfreiheit irgendwo eingeschränkt worden wäre. Im Gegenteil: Selten ist eine Regierung so häufig so heftig kritisiert worden.“ (AZ)

Lesen Sie dazu auch das Interview im Wortlaut: Philosoph Precht zu Corona: „Es gab keine sinnlosen Maßnahmen“

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