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19.06.2018

Das Schwein ist nicht nur zum Verzehr geeignet

Das Schwein – hier ein Gefäß aus dem alten Ägypten – wird auch als Glücksbringer geschätzt.
Foto: Ägypt. Mus. Berlin

Ausstellung Das Alte Museum in Berlin macht facettenreich die Kulturgeschichte des Fleisches anschaulich

Berlin Vor einigen Jahren bat die Fotografin Vanessa Beecroft in Berlin eine Gruppe jüngerer Frauen, sich stehend, sitzend oder liegend nackt, nur in durchsichtigen Strumpfhosen bekleidet, in der Neuen Nationalgalerie ablichten zu lassen. Die Fotografien der Performance wurden von moralisch eifernden Zeitgenossen als „Fleischbeschau“ kritisiert. Aber alle wollten die Bilder sehen, auch jetzt wieder in der Ausstellung „Fleisch“ im Alten Museum auf der Berliner Museumsinsel. Und manche Besucher stehen lange davor, sehr lange.

21 Kuratoren waren mit „Fleisch“ befasst. Zwölf von ihnen sind Vegetarier. Sie befragten Leute, was ihnen Fleisch bedeute. Viele hielten viel davon, erstaunlich viele aber waren desinteressiert bis hin zum Ekel. Da wusste das Team, wie der Archäologe Thomas Hintermann sagt: „Wir haben einen Nerv getroffen.“ Und tatsächlich, das Publikum kommt ins Alte Museum.

Die Besucher der Ausstellung werden mit der Schönheit des Fleisches, aber auch mit seiner Vergänglichkeit konfrontiert. Sie bekommen anschaulich vor Augen geführt, dass Fleisch und unsere Körper unweigerlich im Verfallen enden. Immer schon wurde ernst, aber auch ironisch über das Verhältnis des Menschen zum Fleisch nachgedacht. Da gibt es die Feier des Körpers wie etwa im Fall einer Venus-skulptur aus dem Barockzeitalter. Und da gibt es die Gier auf Fleisch zum Essen, eindrucksvoll dargestellt an der etwa 2000 Jahre alten Tonfigur eines grotesk gemästeten Hundes aus Mexiko, der als Fleischlieferant diente.

Überhaupt die Antike: Wer ein Tier tötete, beging eine Blutschuld. Deshalb stand im griechischen Pergamon ein kleiner zylindrischer Opferaltar für Tiere. Das Schlachten wurde zur rituellen Handlung erhoben. Die Christen hatten weniger Respekt vor dem Zerteilen von Tieren, auch der Islam nicht, der das Schächten kennt.

In einem alten Kinderbuch spielt eine Frau mit ihrem Kind im Garten. „Schweinchen schlachten. Würstchen machen. Quieck Quieck Quieck. Lustige Kleinkinderreime für Mutter und Kind.“ In keiner Kita würde heute noch aus einem solchen Buch vorgelesen. Kaum ein anderes Tier als das Schwein zeigt, wie unterschiedlich die Verhältnisse sind. In China, Persien und Ägypten galt das Schwein als Glücksbringer und sogar Fruchtbarkeitssymbol. Im christlichen Mittelalter war das Tier ein Symbol des Sünders, weil es nicht aufschaut zum Himmel, zu Gott, sondern sich immer nur im Dreck suhlt.

Sogar Kannibalismus wird in der Ausstellung dokumentiert. Zu sehen ist eine „Gabel zum Verzehr von Menschenfleisch“ von der Südseeinsel Fidschi. Aber auch in Europa sollen Menschen Menschen gegessen haben, das wurde einst sogar aus Hessen und Sachsen berichtet. Fleisch offenbare, heißt es im Katalog, „den allgegenwärtigen Konflikt zwischen Leben und Tod in der menschlichen Kultur“.

Und die Künstler? Eine „Literaturwurst“ vom Dieter Roth aus den 1960er Jahren sieht aus wie ein pfälzischer Saumagen. Das Fleisch muss für vieles herhalten, das wird hier einmal kompakt ausgestellt.

„Fleisch“ Bis 31. August im Alten Museum in Berlin., Katalog 24,80 €

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