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31.01.2019

Debatte um einen Saurier

Restitution nach Afrika vorgeschlagen

Das weltweit größte zusammengesetzte Saurierskelett, ein Brachiosaurus im Museum für Naturkunde Berlin, sollte nach Meinung der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy an Tansania zurückgegeben werden. „Lasst uns darüber nachdenken“, schlägt sie in der Wochenzeitung Die Zeit vor. In dem ostafrikanischen Land war das Skelett unter deutscher Kolonialherrschaft ausgegraben worden. Das Berliner Museum wies die Anregung Savoys umgehend zurück.

„Wie schlimm wäre es für das Publikum, wenn die Originalknochen wieder in unmittelbare Nähe zu ihrer Fundstelle zurückgingen?“, fragt Savoy in der Zeit. Sie befürwortet, die Originalknochen durch eine Gips-Replik zu ersetzen.

Der Generaldirektor des Berliner Museums, Johannes Vogel, kritisiert indessen die Einlassungen Savoys. Sie müsse „schon deutlich machen, ob sie als Wissenschaftlerin spricht oder als Aktivistin“, erklärt Vogel. „Aber diese Vermischung passt natürlich gut zur Rolle, die sie in der derzeitigen Debatte spielt.“

Savoy gehörte zeitweilig dem Beirat des Berliner Humboldt-Forums an. Vor zwei Jahren schied sie wegen fachlicher Differenzen aus dem Gremium aus. Vor wenigen Wochen hat die in Berlin lebende, französische Wissenschaftlerin zusammen mit dem senegalesischen Ökologen Felwine Sarr einen Bericht an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron übergeben, in dem sie die Rückgabe aller afrikanischen Kulturgüter aus der Kolonialzeit in die Herkunftsländer empfiehlt.

In Tansania fordern bislang zwar lokale Gruppen eine Restitution des Skeletts, die Regierung verzichtet aber offiziell darauf. Stattdessen bittet sie das Berliner Museum darum, mit seiner paläontologischen Expertise bei Grabungen im Land zu helfen. Der Brachiosaurus zählt zu den größten Landtieren der Geschichte und war ein bis zu 13 Meter hoher und 23 Meter langer Pflanzenfresser. Im Berliner Museum, das zu den bedeutendsten deutschen Naturkundemuseen zählt, ist sein Skelett ein Publikumsmagnet. (epd)

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