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Filmfest

10.09.2018

Der Goldene Löwe geht an Netflix

„Roma“, eine Produktion des Streamingdienstes, holt den Hauptpreis in Venedig

Venedig Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals Venedig hat ein Film des Streaming-Anbieters Netflix den Goldenen Löwen gewonnen. Mit der Auszeichnung für den besten Film wurde „Roma“ des Mexikaners Alfonso Cuarón geehrt. Es ist zugleich der erste Hauptpreis für einen mexikanischen Beitrag. Die US-Brüder Ethan und Joel Coen gewannen am Samstagabend die Trophäe für das beste Drehbuch für „The Ballad of Buster Scruggs“, ebenfalls eine Netflix-Produktion. Der deutsche Beitrag „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck ging leer aus.

Cuarón, der zuvor zwei Oscars für das Weltraumdrama „Gravity“ gewann, drehte „Roma“ in schwarz-weißen Bildern. Der Film erzählt darin die Geschichte einer Familie im Mexiko der 70er Jahre. Der Regisseur erklärte, das Werk sei eine Hommage an sein Kindermädchen.

Gleich zwei Auszeichnungen vergab die Jury an „The Favourite“ des Griechen Yorgos Lanthimos. Das Drama über die Intrigen am Hof der britischen Queen Anne gewann den Großen Preis der Jury, den zweitwichtigsten Preis des Festivals. Außerdem wurde Hauptdarstellerin Olivia Colman, 44, für die Rolle der Königin geehrt. Sie spielt an der Seite der beiden Oscar-Preisträgerinnen Emma Stone und Rachel Weisz. Für die beste Regie wurde der Franzose Jacques Audiard für seinen Western „The Sisters Brothers“ mit Joaquin Phoenix, John C. Reilly und Jake Gyllenhaal ausgezeichnet. Als besten Schauspieler ehrte die Jury den US-Amerikaner Willem Dafoe. Der 63-Jährige verkörpert in Julian Schnabels „At Eternity’s Gate“ den Maler Vincent van Gogh.

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Die Australierin Jennifer Kent war die einzige weibliche Filmemacherin im diesjährigen Wettbewerb. Sie stellte das Drama „The Nightingale“ über die brutale Kolonialzeit ihres Landes vor, wofür es zwei Auszeichnungen gab: den Spezialpreis der Jury sowie für Schauspieler Baykali Ganambarr den Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller.

In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 21 Beiträge um die Hauptpreise. Präsident der Jury war der Mexikaner Guillermo del Toro, der im vergangenen Jahr mit seinem Fantasy-Märchen „Shape of Water“ selbst den Goldenen Löwen gewonnen hatte. Weitere Jurymitglieder waren die Schauspieler Christoph Waltz und Naomi Watts. Das Filmfest in Venedig ist das älteste der Welt. (dpa)

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