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Documenta

20.04.2019

Die Rückkehr des Obelisken

Nach monatelangem Streit nun am neuen Standort.
Bild: Uwe Zucchi, dpa

Umstrittenes Werk in Kassel wieder aufgebaut

Ein halbes Jahr nach seinem Abbau ist eines der bekanntesten Kunstwerke der vergangenen documenta in Kassels Innenstadt zurückgekehrt. Am Donnerstag wurde der Obelisken des nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe wieder aufgebaut. Damit endete ein langes Hin und Her um das Werk.

Trotz des ursprünglich strittigen Standorts zeigten sich alle Beteiligten zufrieden. „Ich freue mich, dass es uns mit dem Standort Treppenstraße gelungen ist, den Obelisk mit seiner, gerade in dieser Zeit wichtigen Botschaft in unserer documenta-Stadt zu halten“, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Der Obelisk war vor zwei Jahren Teil der documenta 14. Die 16 Meter hohe Säule widmet sich dem Thema Flucht und trägt in vier Sprachen die Inschrift „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“. Die Stadt wollte das Kunstwerk nach der Schau mit 126000 Euro Spenden ankaufen.

Es kam zu einer Debatte über den Wert von Kunst und zu einem Streit um den künftigen Standort des Obelisken. Nach monatelangen Verhandlungen ließ Kassel das Kunstwerk im Oktober in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abbauen. Dann gab es aber doch überraschend eine Einigung mit dem Künstler. „Ich bin froh, dass der Obelisk wieder aufgestellt wird“, erklärte Oguibe, der am Donnerstag nicht vor Ort war. Er hatte sich für einen Verbleib des Kunstwerks auf dem Königsplatz, einem zentralen Platz in der Innenstadt, eingesetzt. Die Stadt lehnte das jedoch ab. Nun steht die Säule auf der Treppenstraße, ein paar hundert Meter entfernt. „Der Kampf, den Obelisk an seinem ursprünglichen Ort zu halten, war wichtig und ehrenwert, aber ebenso wichtig war mein Engagement, ihn in Kassel zu behalten“, erklärte Oguibe. Auch die neue Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, freute sich. (dpa)

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