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Bündnis

15.11.2018

Die Vielen werden mehr

Die Kultur wendet sich gegen Nationalismus, auch inAugsburg

Nahezu 400 deutsche Kulturinstitutionen haben sich zu einer Solidargemeinschaft gegen Nationalismus und Intoleranz zusammengeschlossen und dies am vergangenen Freitag bei Pressekonferenzen und Veröffentlichungen in den Städten Berlin, Hamburg, Dresden und Düsseldorf bekannt gegeben. Die Initialzündung für das Bündnis ging von dem 2017 gegründeten Berliner Verein „Die Vielen“ aus, der sich für eine offene Gesellschaft einsetzt, gegen die Bedrohung der Demokratie durch Rassismus angeht und unter seinen Mitgliedern verabredet, sich gegenseitig Hilfestellung zu geben in Fällen von Schmähungen und Hetze.

Zu den annähernd 400 deutschen Kulturinstitutionen, die sich dem Bündnis bereits angeschlossen haben, gehören beispielsweise in Berlin die drei Opernhäuser, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie die Berliner Festspiele – des Weiteren Chöre, Orchester, Tanzcompagnien, Bibliotheken. In Hamburg zählen das Deutsche Schauspielhaus, das Thalia Theater sowie die Kunsthalle dazu. Und in Nordrhein-Westfalen haben auch Theater, Museen und Konzerthäuser in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Bochum, Essen, Münster und Bielefeld eine entsprechende Erklärung unterschrieben. Der Intendant der Deutschen Oper Berlin, Dietmar Schwarz, kündigt darüber hinaus die Unterstützung aller deutschen Opernhäuser an.

Da das Bündnis „Die Vielen“ bislang aber nur in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Sachsen an die Öffentlichkeit getreten ist, stellt sich die Frage, wieso an der Solidargemeinschaft keine Kulturinstitutionen aus dem Süden Deutschlands teilnehmen. Holger Bergmann, Vorstand des Trägervereins „Die Vielen“ und hauptberuflich Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste in Berlin, sagt dazu im Gespräch mit dieser Zeitung, er gehe davon aus, dass Bayern und seine Kulturinstitutionen mit dabei sind, wenn am 1. Februar 2019 in weiteren Bundesländern Erklärungen für „Die Vielen“ abgegeben werden. „Das wird sich bundesweit ausbreiten.“ Die gesamte Aktion sei im Bühnenverein vorgestellt worden, alle Theater-Intendanten wüssten im Prinzip Bescheid, auch durch individuelle Anschreiben. Es habe bereits Rückmeldungen aus Bayern erhalten. Bergmann: „Uns geht es um die Fragen: Für wen sind Kulturinstitutionen da, für wen machen sie ihr Programm und wie arbeiten sie an der Fortentwicklung der demokratischen Gesellschaft?“

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Im Übrigen gehöre zur Idee des Bündnisses, dass es aus regionalen Kampagnen bestehe. Ziel sei, durch Kontakte auf regionaler Ebene einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zu pflegen und sich gegenseitig „best practice“ zu geben.

Bei André Bücker, Intendant des Staatstheaters Augsburg, rennen „Die Vielen“ gleichsam offene Türen ein: „Dass wir uns mit den Gedanken solidarisch erklären, ist klar. Wir werden das sicherlich unterstützen. Wir bauen da etwas auf – es geht ja auch darum, weitere Akteure, Institutionen und Vereine im Kulturbereich zusammenzufassen.

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