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Spezialist für Neue Musik

09.03.2019

Dirigent Michael Gielen mit 91 Jahren gestorben

Der deutsch-österreichische Dirigent und Komponist Michael Gielen ist im Alter von 91 Jahren gestorben.
Bild: Arne Dedert (dpa)

Er setzte sich für Neue Musik ein und prägte die Frankfurter Oper: Im Alter von 91 Jahren ist der Dirigent Michael Gielen gestorben.

Der deutsch-österreichische Dirigent und Komponist Michael Gielen ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Mondsee in Österreich, wie seine Familie dem öffentlich-rechtlichen SWR mitteilte.

Gielen gehörte mit seinem umfangreichen Repertoire von Bach bis zur Moderne, von sinfonischer Literatur bis zur Oper, zu den wichtigen Dirigenten der Gegenwart. Zehn Jahre lang war er Generalmusikdirektor der Frankfurter Oper, anschließend leitete er von 1986 bis 1999 das Sinfonieorchester des SWR.

"Wir haben mit Michael Gielen einen der großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts verloren. Als Chefdirigent hat er das SWR-Sinfonieorchester in den 1980er Jahren zu noch größerer künstlerischer Größe geführt", würdigte SWR-Intendant Peter Boudgoust den Verstorbenen.

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Der Künstler musste sich bereits 2014 aus gesundheitlichen Gründen vom Dirigentenpult zurückziehen. Davor hatte der Spezialist für Neue Musik für Jahrzehnte die Etablierung der Avantgarde im Konzertbetrieb vorangetrieben und schon als 22-Jähriger mit der Aufführung des gesamten Klavierwerks von Arnold Schönberg für Aufsehen gesorgt.

Geboren wurde Michael Gielen am 20. Juli 1927 in Dresden. Seine Karriere als Dirigent startete er als Autodidakt in Argentinien, wo seine Familie auf der Flucht vor den Nazis 1940 eine neue Heimat gefunden hatte. 1950 begann er an der Wiener Staatsoper zu arbeiten. Es folgten Engagements als Chefdirigent der Königlichen Oper Stockholm, des Belgischen Nationalorchesters und der Niederländischen Oper. 1965 dirigierte Gielen in Köln die Uraufführung der Oper "Die Soldaten" von Bernd Alois Zimmermann.

1977 trat Gielen die Position des Chefdirigenten der Frankfurter Oper an, die er bis 1987 inne hatte. "Die Oper Frankfurt trauert um Michael Gielen, der das Haus entscheidend geprägt hat", hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite. In Frankfurt setzte Gielen Maßstäbe für das moderne Musiktheater: "Entdeckt wird ein neuer, bahnbrechender inszenatorischer Umgang mit dem traditionellen Repertoire. Inszenierungen von Hans Neuenfels, Ruth Berghaus, Herbert Wernicke, Alfred Kirchner und Christof Nel ziehen die Aufmerksamkeit der Opernszene auf Frankfurt", hieß es. Parallel dazu war Gielen einige Jahre Erster Gastdirigent des Londoner BBC Symphony Orchestra.

2010 wurde Gielen mit dem renommierten Musikpreis der Internationalen Ernst von Siemens Musikstiftung geehrt. "Gielens konsequenter Einsatz für die Zeitgenossen resultiert aus seiner Überzeugung von der "Unteilbarkeit" der Musik: er hielt es für selbstverständlich, sich um die lebenden Komponisten ebenso zu bemühen wie die der Vergangenheit", hieß es in der Begründung. (dpa)

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