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Bayerische Theatertage

04.02.2020

Ein neuer Dreh für die bayerischen Theatertage

Das Staatstheater Nürnberg präsentiert in Memmingen die Inszenierung von Peter Handkes „Kaspar“. Inszeniert wurde das Drama des Literaturnobelpreisträgers von Jan Philipp Gloger.
Bild: Konrad Fersterer

Plus Alles wie immer – nicht am Landestheater Memmingen. Einiges ist anders, wenn dort im Mai 25 Inszenierungen von bayerischen Theaterhäusern zu sehen sind.

14 Jahre ist es her, seit das Landestheater Schwaben in Memmingen die Bayerischen Theatertage ausgerichtet hat. Nun holt Intendantin Kathrin Mädler dieses Kaleidoskop bayerischen Bühnenschaffens wieder in die Allgäuer Stadt. Zwölf Tage lang, von 20. bis 31. Mai, zeigen fast zwei Dutzend Theaterhäuser und professionelle Freischaffende aus ganz Bayern 25 neue Inszenierungen in Memmingen. Das Publikum soll dabei eine zugespitzte Programmatik erleben: Intendantin Mädler und Projektleiterin Katja Hofmann wollen unter dem Motto „Wir können auch anders!“ ein „diskursives Festival des Gegenwartstheaters“ präsentieren, das heiß diskutierte Themen wie Klimawandel, Migration, Populismus oder die Genderproblematik aufgreift. Der Auswahlprozess ist im Vergleich zu früheren bayerischen Theatertagen jedoch grundlegend anders.

Während früher die Stadt-, Landes- und Staatstheater in der Regel eine Produktion zum Festival entsandten, hat diesmal ein Kuratorium aus Theaterexperten fünf Themenreihen konzipiert. Damit soll das Programm, so wünscht es sich Gastgeberin Mädler, inhaltlich stärker fokussiert werden. Das sei nicht ohne Debatten der Intendanten im Bühnenverein, der das Festival trägt, abgegangen. Neben drei eher gängigen Kategorien (Klassiker für Heute, Ur- & Erstaufführungen, Theater für junge Menschen) laufen jeweils fünf Stücke unter den speziellen Motti „Bavaria Too (Widerständiges Bayern)“ und „Divers (Gender, Religion, Herkunft, Sexualität & Klasse im Diskurs)“. Am Ende wird es – ebenfalls im Gegensatz zu früheren Jahren – keine Preise geben, etwa für die beste Inszenierung.

„Das alles ist ein Versuch“, sagt Mädler und betont, dass es ihr und Hofmann um den Austausch und den Dialog der Theater untereinander gehe. Und eben um die Frage, wie sich das Theater mit Politik und Gesellschaft der Gegenwart auseinandersetzt. Ein Anliegen, dass die Intendantin auch in ihrem Landestheater verfolgt – wofür es letztes Jahr als eines von elf deutschen Häusern den mit 75 000 Euro dotierten Theaterpreis des Bundes erhielt.

Ein neuer Dreh für die bayerischen Theatertage

500.000 Euro kostet das zwölftägige Festival

Die Zuschauer werden Ende Mai Aufführungen aus etlichen mittelgroßen bayerischen Städten sehen, etwa aus Ingolstadt, Landshut oder Coburg. Aus München reisen das Residenztheater (mit Wedekinds „Lulu“) und die Kammerspiele (mit gleich zwei Uraufführungsproduktionen) an; das Staatstheater Nürnberg bringt ebenfalls zwei Inszenierungen mit ins Allgäu, darunter „Kaspar“ von Nobelpreisträger Handke. Und sogar die Bayerische Staatsoper gibt ein Gastspiel: Es zeigt die Kinderoper „Spring doch“.

Insgesamt bewarben sich Theaterhäuser und freischaffende Theaterleute mit 93 Inszenierungen. Die Kuratoren filterten also etliche Produktionen aus, darunter auch die des Augsburger Staatstheaters. 500.000 Euro kostet das zwölftägige Festival. Einen Gutteil davon, 300.000 Euro, bezahlt der Freistaat, 100.000 Euro stellt der Landesverband Bayern des deutschen Bühnenvereins zur Verfügung. Die fehlenden 100.000 Euro wollen die Gastgeber regionalen Sponsoren und Förderern entlocken.

Wann die Stücke auf verschiedenen Memminger Bühnen zu sehen sind, entscheidet sich Ende März; dann startet auch der Kartenvorverkauf. Zusätzlich zu den 25 Aufführungen wird es ein umfangreiches Beiprogramm geben – nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die beteiligten Theaterleute. Neben Vorträgen, Gesprächen und Diskussionen sind Workshops für Schauspieler und Studierende geplant.

Damit die Theatertage zum Theaterfest werden, wollen Katja Hofmann und Kathrin Mädler mit theatralen Aktionen und Performances auf Straßen und Plätzen die Stadt zur Bühne machen. Gehörig gefeiert werden soll ebenfalls. Neben dem Landestheater wird ein transparentes Festivalzelt aufgebaut; abends werden Bands rund ums Theater Live-Musik machen.

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