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20.02.2018

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Marie Bäumer als Romy Schneider in „3 Tage in Quiberon“.
Foto: Berlinale, dpa

Berlinale: Zwei Filme über reale Ereignisse

Tag vier bei der Berlinale: Ganz aus der Sicht der Opfer nähert sich der norwegische Wettbewerbsbeitrag „Utøya, 22. Juli“ von Erik Poppe den traumatischen Ereignissen im Sommer 2012 an, als ein rechtsextremer Gewalttäter zunächst in Oslo eine Autobombe zündete, um danach auf der nahegelegenen Insel Utøya ein Jugendlager zu überfallen, wobei 69 Menschen ums Leben kommen. 72 Minuten wütete der bewaffnete Amokläufer auf der Insel. 72 Minuten dauert auch der Film, der in einer einzigen Einstellung ohne Schnitt gedreht wurde.

Poppe hält sich von allem Gewalt-Voyeurismus fern und zeigt die Angst, aber auch die Hilfsbereitschaft der Jugendlichen in dieser panischen Bedrohungssituation. Der hyper-empathische Erzählansatz versteht sich als filmisches Mahnmal, das mit Respekt vor den Opfern einen Beitrag zur Bewältigung der traumatischen Ereignisse leisten will. Andrea Bernzen ist herausragend in der Rolle der 19-jährigen Kaja, die sich in der ausbrechenden Panik auf die Suche nach ihrer Schwester begibt, und dürfte Aussichten auf einen Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin haben.

Den hätte allerdings auch Marie Bäumer sehr verdient, die in Emily Atefs „3 Tage in Quiberon“ als Romy Schneider auf der Leinwand zu sehen ist. Mit einer traumsicher ausbalancierten Performance gibt Bäumer dem zerbrechlichen Seelenzustand der Schneider ebenso wie ihrer enorme Anziehungskraft Gestalt. Kein konventionelles Biopic hat Regisseurin Atef mit ihrem Film im Sinn, sondern eine detailgenaue biografische Ausschnittvergrößerung. Im Sommer 1981 trifft Romy in der Bretagne den Stern-Journalisten Michael Jürgs (Robert Gwisdeck) und den Fotografen Robert Lebeck (Charly Hübner). Romys Jugendfreundin (Birgit Minichmayr) erweitert die Konstellation zum Quartett, in dem sich eine interessante Beziehungsdynamik entwickelt. „3 Tage in Quiberon“ ist bisher der mit Abstand beste Film des Wettbewerbes, gerade auch, weil er mit seinen kontrastreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen enorme visuelle Anziehungskraft entfaltet.

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