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12.02.2018

Für die Opfer von Missbrauch

Monika Grütters

Bund will Anlaufstelle finanziell unterstützen

Die amtierende Kulturstaatsministerin Monika Grütters will eine Anlaufstelle für Missbrauchsopfer aus der Kreativbranche finanzieren. „Die Betroffenen brauchen einen geschützten Raum, in dem sie sich anonym und ohne Angst vor negativen Folgen offenbaren und beraten lassen können – auch rechtlich“, sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur. „Wir bieten an, das für den Kulturbereich anzuschieben und für drei Jahre zu finanzieren.“ Die CDU-Politikerin hat bereits mit Spitzenvertretern aus den Bereichen Film, Theater, Tanz und Musik gesprochen. „Ich wünsche mir, dass wir das Projekt branchenübergreifend auf den Weg bringen. Denn das Problem betrifft viele Berufe, gerade solche, die künstlerisch mit Körper und Seele arbeiten. Es geht um ein asymmetrisches Machtverhältnis zwischen denen, die Aufträge und Rollen vergeben, und denen, die darauf angewiesen sind.“ Dringlich ist laut Grütters auch eine bessere Vertretung von Frauen in bisher stark männergeprägten Berufen wie Regie und Produktion.

Im Ringen um einen Koalitionsvertrag war Grütters die Verantwortliche der CDU für die Kulturpolitik. Zu den neuen Akzenten der geplanten Großen Koalition gehören nach ihren Worten unter anderem, die Museen, Theater und Initiativen auch in der Region stärker zu fördern und kulturelle Angebote leichter zugänglich zu machen. Ausdrücklich festgeschrieben wird die Absicht, den Eintritt ins künftige Humboldt Forum kostenlos zu machen. Diese Regelung für das Kulturzentrum im rekonstruierten Berliner Schloss soll bei Erfolg möglichst auch auf andere Einrichtungen übertragen werden.

Weitere wichtige Anliegen sind Grütters zufolge eine bessere soziale Absicherung für Künstler und die Unterstützung von Digitalstrategien in den Kultureinrichtungen. Zentral soll auch die Erinnerung an Nazi-Terror und SED-Diktatur bleiben. Eigens genannt wird der Bau eines Freiheits- und Einheitsdenkmals sowohl in Berlin wie auch in Leipzig. Das seit mehr als zehn Jahren geplante Projekt liegt in Leipzig nach einem gescheiterten Anlauf ganz auf Eis, in Berlin ist vorerst kein Baufortschritt zu sehen. Zudem soll nach dem Willen der Koalitionäre die Aufarbeitung des kolonialen Erbes ein eigener Schwerpunkt beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg werden. (dpa)

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