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Geschichte
02.12.2017

Vor 1000 Jahren wurde festgelegt, wann der Advent beginnt

Hier im Kloster Limburg im Pfälzer Wald fiel die Entscheidung über die Dauer der Adventszeit. Die Anlage ist heute nur noch eine Ruine.
Foto: Uwe Anspach, dpa

Wie lange dauert die Zeit bis zum Fest der Geburt Jesu? Das wurde im Mittelalter intensiv diskutiert – bis die Entscheidung fiel

Auf dem Weg von Burgund nach Goslar machte Kaiser Konrad II. (990-1039) am Sonntag, den 26. November 1038, Halt in Straßburg. Er besuchte den Bischof, seinen Onkel Wilhelm. Der hatte eigentlich geplant, mit der Ankunft des Kaisers auch die Ankunft des Herrn und den ersten Advent zu feiern. Doch es kam anders. „Der Kaiser und seine Umgebung waren damit nicht einverstanden“, schreibt der Historiker Herwig Wolfram in seinem Buch „Konrad II.“. Immerhin bestimmt dieses Ereignis noch heute, wann der Advent beginnt – im laufenden Jahr am 3. Dezember.

Hätten Konrad und Wilhelm den ersten Advent bereits am 26. November gefeiert, hätte es insgesamt fünf Adventssonntage gegeben – einen mehr als von Papst Gregor dem Großen gut 400 Jahre zuvor vorgegeben. Bis zum kaiserlichen Besuch bei Bischof Wilhelm stand nur die Zahl der Adventssonntage fest, zum Datum war nichts gesagt. Das sorgte für Diskussionen über die Länge der Adventszeit, in der sich die Christen auf das Fest der Geburt Jesu vorbereiten.

Eine Woche nach seiner Ankunft zog Kaiser Konrad II. einen Schlussstrich unter den sogenannten Adventsstreit. Am 3. Dezember feierte er zusammen mit seiner Frau Gisela und mehreren Bischöfen im Kloster Limburg bei Bad Dürkheim in der heutigen Pfalz den ersten Advent. Zugleich ließ Konrad die Datums-Spanne regeln. Es wurde festgelegt, dass der erste der vier Adventssonntage immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegen muss.

Das Kloster, von dem heute nur noch eine Ruine übrig ist, sei damit „Schauplatz einer ganz bedeutenden, für die lateinische Kirche wichtigen Entscheidung gewesen“, sagt Pfarrer Mathias Köller vom Speyerer Bistumsarchiv. Zwar seien weder Konrad noch seine Frau in dieser Frage sachverständig gewesen, meint Historiker Herwig Wolfram. Aber der Herrscher habe die Pflicht gehabt, „in Fragen der öffentlichen Disziplin und allgemeinen Ordnung Klarheit zu schaffen“. Zudem habe seine Entscheidung in Einklang mit einer guten Tradition gestanden. Für den Historiker Jürgen Keddigkeit, den Projektleiter des Pfälzischen Klosterlexikons, ist die Adventsregelung auch interessant, weil letztlich nicht die Kirche, „sondern der liebe Kaiser“ darüber entschieden habe. Pfarrer Köller sieht das anders. Die Bischöfe hätten entschieden, wenn auch unter starkem Einfluss von Konrad II., sagt er. Jasper Rothfels, dpa

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