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Streaming-Kritik
28.07.2021

Das erwartet Sie im Finale von "How To Sell Drugs Online (Fast)"

Szene aus der dritten und voraussichtlich letzten Staffel von „How To Sell Drugs Online (Fast)“.
Foto: Netflix

Netflix bringt „How To Sell Drugs Online (Fast)“ zum Ende. Der Online-Drogenhandel ist abgestürzt, die Hauptfigur muss lernen, dass seine Zeit abgelaufen ist.

Wenn schwer verliebte Jungs einem Mädchen gefallen wollen, endet dies meist in Imponiergehabe. Aber was dieser Moritz Zimmermann (Maximilian Mundt) in der Netflix-Serie „How To Sell Drugs Online (Fast)“ anstellte, um das Herz seiner Lisa (Lena Klenke) zurückzugewinnen, sprengte alle Dimensionen. Weil er der abtrünnigen Sandkastenliebe zeigen wollte, wie cool er ist, baute der Nerd mit seinem Kumpel Lenny (Danilo Kamperidis) einen Online-Drogenhandel auf, in dem die beiden Ecstasy im Wert von mehr als einer Millionen Euro vertickten.

Anders als man denken möchte, ist die Sache mit dem Liebeskummer erfunden, wohingegen es den Drogenshop im Kinderzimmer tatsächlich gab. Nachdem er seine Lehre 2013 abgebrochen hatte, verkaufte der Leipziger Jugendliche Maximilian Schmidt mehr als eine Tonne Drogen im Wert von 4 Millionen Euro über das Darknet aus der Wohnung seiner Eltern heraus.

In "How To Sell Drugs Online (Fast)" geht es um die Generation Z

Die Kölner Produktionsfirma „bildundtonfabrik“ sah in dem Kriminalfall einen idealen Serienstoff und landete mit „How To Sell Drugs Online (Fast)“ die erfolgreichste deutsche Netflix-Produktion. Dabei ging es den Entwicklern Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann nicht nur um einen schmissigen Crime-Plot, sondern um das Porträt der Generation Z, für die digitale Endgeräte, soziale Medien und Drogenkonsum entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung gehören. Ein selbstironischer, narzisstischer Ich-Erzähler, rasante Schnittfolgen, aufpoppende Messenger-Fenster, pointierte Dialoge, die Jugendsprache als Kunstform begriffen, und ein Arsenal an originellen Nebenfiguren ließen keine Minute Langeweile aufkommen.

Nun geht das Unternehmen in die dritte und voraussichtlich letzte Staffel. Die Krise der Freundschaft zwischen Moritz, der sich als CEO von „MyDrugs“ wie ein zweiter Steve Jobs fühlt, und dem begabten Programmierer Lenny kulminierte in der Staffel zuvor. Mit Lennys Druck auf den Exit-Knopf stürzte der Shop samt Betriebskapital ab.

Es kommt in der Serie zu einem rauschenden Finale

Moritz steht nun bei der holländischen Lieferfirma, wo er ein schickes CEO-Büro bezogen hat, unter Druck. Die Rotterdamer Chefinnen zeigen deutlich, dass Ausstieg durch Versagen keine Option ist. Die Ermittlungen des ehrgeizigen Polizisten (Florentin Will) machen bedrohliche Fortschritte. Schließlich wird Moritz mit einer Erkenntnis konfrontiert, die er nicht wahrhaben will: „Du bist kein fucking CEO mehr“ sagt Lenny zu dem kriselnden Startup-Manager.

Aber solche Niederlagen setzen neue Energien frei. Es kommt zum rauschenden Finale während des Abi-Balls, wo versehentlicher Drogenkonsum, rachsüchtige Lieferanten und Sondereinsatzkommandos für maximales Chaos sorgen. Dass am Ende Moritz hinter Gittern landet, ist kein Spoiler. Schließlich tritt er seit der ersten Folge als allwissender Erzähler in Handschellen auf.

Dennoch werden auch in Staffel 3 viele Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Das betrifft neben der wankenden Freundschaftsbeziehung einige Nebenfiguren, die final zu neuer Form auflaufen. Markoesa Hamer und Hannah van Lunteren können als Drogenproduzentinnen mit niedlich-niederländischem Dialekt die Krallen zeigen und in der Rolle des naiven Polizistenvaters darf der wunderbare Roland Riebeling im Finale endlich Größe beweisen. Mit der dritten Staffel ist der Erzählbogen abgeschlossen. Eine weitere Fortsetzung wird es wohl nicht geben. Als Dankeschön an die Fans zaubert Netflix am 3. August mit „Shiny Flakes“ eine Doku über den echten Kinderzimmer-CEO Maximilian Schmidt aus dem Hut.

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