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Tod mit 93 Jahren

17.07.2019

Italienischer Autor Andrea Camilleri gestorben

Der italienische Autor Andrea Camilleri ist gestorben.
Bild: Claudio Peri (dpa)

Mit seinen Krimis um Kommissar Montalbano wurde er auch in Deutschland bekannt. In Italien liebte man ihn auch für seinen Scharfsinn. Nun ist der italienische Schriftsteller Andrea Camilleri gestorben.

Italien trauert um den Bestseller-Autor Andrea Camilleri. Der 93-Jährige starb am Mittwoch im Krankenhaus in Rom, wie die Gesundheitsbehörde der Stadt mitteilte.

Camilleri ist auch international mit den Krimis um Kommissar Salvo Montalbano bekannt geworden. Der Sizilianer war Mitte Juni in kritischem Zustand mit einem Herzstillstand ins Krankenhaus gekommen.

Camilleri gilt als kritische Stimme des Landes und warf auch in seinen Geschichten immer wieder ein Schlaglicht auf heikle Themen wie Korruption oder das organisierte Verbrechen. Zuletzt hatte er auch den rechtspopulistischen Innenminister Matteo Salvini kritisiert.

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Er hat mehr als 100 Bücher geschrieben, schaffte aber erst mit fast 70 Jahren mit seinen "Montalbano"-Krimis den Durchbruch. Die Bücher wurden 1994 zuerst in Italien veröffentlicht und dann in 30 Sprachen übersetzt. Camilleri wurde international bekannt. Auch eine erfolgreiche TV-Serie des italienischen Senders Rai wurde aus den Krimis um den oft launischen Kommissar.

Geboren in Porto Empedocle bei Agrigent lebte er zwar zuletzt in Rom, seine geistige Heimat und die seiner Hauptfigur Kommissar Montalbano war aber Sizilien.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte würdigte Camilleri als "Meister der Ironie und der Weisheit".

Er hinterlasse eine "große Lücke in der italienischen Kultur", erklärte Kulturminister Alberto Bonisoli. "Dank seiner Fähigkeit, die Welt mit Ironie, Süße und kritischem Geist nachzuerzählen, hat er vielen Italienern die Literatur nahegebracht." 

Der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, nannte den Autor einen "Meister der Kultur, Lebenskraft, Ironie und Rechtmäßigkeit, der der Welt ein Bild von Sizilien fernab der Stereotypen gezeigt hat".

Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, twitterte, "die Wörter, die die Wahrheit sagen, rütteln mehr auf als andere". (dpa)

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