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Diäten

26.01.2020

Acht Erfahrungsberichte zum Abnehmen: Als wir mal dünner wurden

Diät gemacht. Und dann?
Bild: Adobe.stock.com

Plus Diättipps gibt es viele. Und viele haben das Abnehmen schon oft ausprobiert. Aber was hilft? Acht persönliche Lach- und Sachgeschichten zum Thema Abnehmen.

Speck an der Hüfte, zu wenig Muskeln, zu viel Bauch: Von den Stellen, die man am eigenen Körper als nicht ganz so ideal erachtet, kann wohl jeder ein Liedchen singen. Acht Kollegen erzählen hier von ihren Abnehm-Versuchen.

Teller voll ohne Kohlenhydrate

Michael Schreiner hat fünf - oder sogar sechs - Tage lang nur Suppe und Wasser gegessen.
Bild: Uli Wagner

Ein einziges Mal, dass ich eine total konsequente Fastenkur gemacht habe. Es gab nichts zu essen daheim, ich folgte also dem Programm meiner Frau. Nur Gemüsebrühe und Wasser – fünf Tage, wenn ich mich recht erinnere, vielleicht waren es sogar sechs. Es ist schon viel mehr Jahre her, als ich Kilogramm abgenommen habe dabei. Es ging gar nicht so sehr ums Gewicht, eher um einen Katharsis-Effekt. Seither bin ich unsteter Impuls-Abnehmer nach Zufallsprinzip. Jojo-Effekte in einer Spanne von 2,3 Kilo rauf oder runter. Eine Methode oder Strategie gibt es nicht. Manchmal frage ich Kollegen in der Kantine, wo wenig oder keine Kohlenhydrate drin sind – das lade ich dann zwei Tage hintereinander auf den Teller. Dann wieder nehme ich, wenn jemand zum Geburtstag was ins Büro stellt, zwei schmale Stückchen Torte im Abstand von 20 Minuten statt gleich ein großes. Immer dann, wenn ich 360-Gramm-Tüten Gummibärchen kaufe, denke ich an Vorratshaltung und Nachhaltigkeit und verdränge das Sofa-Naturgesetz, das mir von Erdnussblechdosen wohlbekannt sein müsste: Ist die Packung einmal auf, wird sie auch leer.

Wenn schon Diät, dann eine königliche

Daniela Hungbaur hat versucht sehr königlich abzunehmen: Nur mit Käse, Schinken und Sherry.
Bild: Ulrich Wagner

Wer wie meine Mutter und ich so kurz geraten ist, dass er aus der breiten Masse schon aufgrund seiner Länge – also seiner Kürze – irgendwie herausragt – also verschwindet –, neigt vielleicht schon von Natur aus zum Großen. Mittelmaß ist nicht unser Ding. So lässt sich eventuell erklären, warum ich mir sicher bin, dass meine Mutter und ich in unserem Kampf, nicht so breit zu werden, wie wir nur hoch sind, vor Jahren auf eine alte Königin-Beatrix-Diät gestoßen sind. Eine Dame der höchsten Gesellschaft als Vorbild – passt. Mein Langzeitabspeckgedächtnis weist aufgrund der vielen erfolglosen Versuche leider längst Lücken auf. Ich kann mich aber daran erinnern, dass wir über Tage nur Schinken und Käse aßen. Ohne Brot. Ohne Nudeln. Ohne irgendwas. Meine Mutter beharrt darauf, dass wir trockenen Sherry dazu trinken durften. Das habe ich vergessen. Vielleicht, weil ich damals oft ein bisschen beschwipst war. Vielleicht, weil es bei uns nichts brachte, da wir Schinken und Käse bald nicht mehr sehen konnten. Vielleicht, weil meine Mutter und ich heute Essen und Trinken einfach genießen – trotz Untergröße und Übergewicht.

Oh Schreck, es fühlt sich verdammt gut an

Richard Mayr isst nur noch gesunde Dinge und stellt zu seinem Erschrecken fest: Er fühlt sich irgendwie besser.
Bild: Ulrich Wagner

Es ist ganz einfach – je leichter der Kletterer, desto leichter das Klettern. Weil Klimmzugtraining eine ziemlich anstrengende und frustrierende Tätigkeit ist, gibt’s jetzt gerade eine Diät, um dieses Weihnachtsallzeit-Gewichtshoch ungeschehen zu machen. Das Grundprinzip ist völlig simpel und keineswegs durchdacht: alles auf gesund. Kein Alkohol, kein Fleisch, kein spätes Abendessen mehr. Dafür viele Ballaststoffe, mittags nur noch Salat. Und wunderbar, endlich kommen jetzt die ganzen Hülsenfrüchte, die zu Hause im Vorratsregal zu den Hochbetagten gehörten, zum Einsatz. Und was soll ich sagen? Ich traue es mir nicht einzugestehen: Nicht nur das eine oder andere Kilo sind mittlerweile verschwunden, nicht nur die Hosen passen jetzt wieder, das eigene Wohlbefinden hat sich schlagartig verbessert. Was ja in Konsequenz bedeuten würde, die ganzen Ks dauerhaft als Lebensleitplanken aufzustellen. Auf die Frage von Freunden, ob das Leben gerade noch Spaß bereithält, lautet die Antwort: Fragt mich, wenn es kein Dschungelcamp mehr zu sehen gibt, das am Abend als Chips-, Zucker- und Ethanol-Ersatz herhalten muss.

Liebe Taille, sei nicht so nachtragend

Doris Wegner versucht ihre Taille zu besänftigen, indem sie keine Kohlehydrate mehr isst.
Bild: Ulrich Wagner

Da waren doch nur ein paar Weihnachtsplätzchen. Und dann die leckere Ente mit Knödel und Blaukraut. Na gut, die köstliche Nachspeise an Silvester soll auch nicht verschwiegen werden. Aber dennoch: Da muss man doch nicht gleich beleidigt sein und sich davonmachen … Okay, wenn wir schon reinen Tisch machen: All die leckeren Sachen, die die Kollegen immer von zu Hause mitbringen und auf die Bürotheke stellen: Christstollen, Marmorkuchen und Kirschenplotzer, Tomatenbutter, Käsekuchen, weiße Prinzenrolle aus Frankreich… Da kann man doch auch nicht einfach achtlos dran vorbeigehen. Das wäre doch total unhöflich, ja absolut schlecht auch fürs Betriebsklima. Das musst du doch verstehen, liebe Taille. Tust du nicht? Ich merke es ja. Jetzt habe ich den Salat... Aber du musst doch langsam auch mal anerkennen, dass ich jetzt fast jeden Tag mindestens eine halbe Stunde mit dem Fahrrad fahre. Den Aufzug (meist) links liegen lasse. Und den Marmorkuchen sowieso, weil ich jetzt auf Kohlenhydrate verzichte. Und du? Du Taille, kommst einfach nicht zurück zu mir. Langsam habe ich das echt satt.

Nie wieder Kohlsuppe riechen!

Sonja Dürr hat schon vieles ausprobiert: Morgens, mittags und abends Kohlsuppe essen zum Beispiel. Doch so richtig glücklich war sie lange nicht.
Bild: Ulrich Wagner

Ich gebe zu, ich bin ein Spätzünder. Einer, der die anderen für ihre Abnehmversuche erst belächelt und es dann doch ausprobiert – nur eben dann, wenn die Diät längst schon durch ist. Nicht dass Sie jetzt denken, ich schlürfe noch immer diese Wunder versprechende Kohlsuppe. Das ist selbst bei mir schon 20 Jahre her. Der Erfolg? Vergessen. Nicht aber der Geruch! Wer jemals eine Woche lang morgens, mittags und abends nichts als diesen Kohlsuppenduft in der Nase hatte, kann ihn nie mehr wieder riechen. Danach kam alle paar Jahre ein Versuch, die paar lästigen Pfunde loszuwerden, die man eh nie an der richtigen Stelle loswird. Weight Watchers – und die ernüchternde Feststellung, dass ein Croissant am Sonntagmorgen fast die Hälfte aller zulässigen Punkte aufbraucht. Der Versuch, eine Zeit lang auf Kohlenhydrate zu verzichten – und die ernüchternde Feststellung, dass ein Leben ohne Nudeln ein sinnloses ist. Und jetzt, nachdem ich die Kollegen lange genug für ihren wochenlangen Frühstücksverzicht belächelt habe, Intervallfasten! Was soll ich sagen? Ein Leben ohne Milchkaffee und Müsli am Morgen ist möglich!

Intervallfasten, aber Hardcore

Daniel Wirsching ist der Hardcore unter den Intervall-Fastern: Er isst immer nur dann, wenn er Hunger hat.
Bild: Ulrich Wagner

Man nennt mich Hardcore-Intervallfaster! Mit einer Mischung aus stiller Bewunderung und augenrollendem Unverständnis. Zumindest deute ich die Blicke der Kollegen und meiner Frau so, wenn ich wieder mal – gnadenlos zu mir selbst – abspecke. Alle paar Monate ist es so weit. Und nein, mit Midlife-Crisis hat das nichts zu tun. Man nennt mich Hardcore-Intervallfaster, weil ich das schon gemacht habe, als ein gewisser Dr. Eckart von Hirschhausen daran noch gar nicht dachte – denke ich. Der Fernseh-Doktor allerdings tingelte damit durch sämtliche Medien („Hirschhausen-Diät“). Ist eben geschäftstüchtiger als ich, muss man neidlos anerkennen. Mein Hardcore-Intervallfasten aber ist kein erbsenzählerisches Intervallfasten im Hirschhausen’schen Sinne. Ich zähle nicht die Stunden, bis ich wieder essen darf. Ich mache etwas ganz Verrücktes: Ich höre einfach auf meinen Körper ... und esse, wenn ich Hunger habe und bis ich satt bin. Was an manchen Fastentagen dazu führt, dass ich erst abends esse – dafür alles, was mir schmeckt. In Maßen, klar. Dazu gerne ein Bier (im Pilsglas, nicht im Maßkrug). Hardcore eben.

Mit Weißbier das Kraut ausschöpfen

Christian Imminger stellt sich immer wieder die Frage: Was hat mehr Kalorien: Weißwein oder Weißbier. Aber er hat eine Erfolgsformel!

Man kann dem Zeitgeist der Selbstoptimierung nicht entgehen, und wie der unerbittliche, zuletzt gleichwohl etwas unstete Wechsel der Jahreszeiten, wie die eine oder andere große Weichenstellung des Lebens, die man eigentlich schon längst getroffen wähnte, steht man deshalb in gewissen Abständen, auf jeden Fall immer wieder, vor der Frage: Was macht dicker, Weißwein oder Weißbier? Schon klar und wenn man es nüchtern betrachtet: Selbst ein Diabetiker-Schoppen, also so ein Riesling, hat natürlich mehr Kalorien als die gleiche Menge Hopf. Diese Art Mengenlehre wird aber sogleich zum Problem: Ein Drittel mehr Bier als Wein, und schon ist der vermeintlich sportliche Vorsprung aufgebraucht, und vom Bock haben wir da noch gar nicht gesprochen! Was also tun, wenn man sich nicht aus Fingerhüten trinkend ernährt? Faustregel jedenfalls für dieses Jahr und damit es mal ein Ende hat mit der immergleichen Rumeierei: Man multipliziere den Schweinsbraten mit der Anzahl der Knödel, dividiere selbiges durch den zu konsumierenden Obstler, ziehe die Wurzeln aus dem Kraut und … – wobei: Weißwein passt da eh nicht.

Suchen Sie sich einen Guru!

Stefanie Wirsching hält sich beim Abnehmen immer an den Rat von Gurus.
Bild: Ulrich Wagner

Was das Abnehmen betrifft, vertraue ich auf Gurus. Dass das nicht immer die dürrsten sind, geschenkt: Ich liebe Enthusiasten! Mein Lieblingsguru hat mir einmal sehr plausibel die Theorie nahegebracht, wer nur Fleisch von schnellen Tieren esse, verliere Pfunde wie von selbst. Wir haben uns dann in eine Diskussion verstrickt, wie schnell an sich träge Kühe auf Almen auf einen zu galoppieren können, die Theorie war offenbar noch nicht ganz ausgereift. Ein anderer Lieblingsguru hat mich dazu verleitet, morgens riesige Mengen an Obst in mich hineinzuschaufeln und abends Unmengen von Gemüse, als ich Wochen später anrief und über Gewichtszunahme klagte, sagte mein Guru, ich hätte vielleicht mittags nicht genug Fisch gegessen. Er selber verfolge längst einen anderen Ansatz: Konsumiere nun Unmengen Ananas, die nämlich hätten Minuskalorien! Am erfolgreichsten war ich mit Lieblingsguru drei: Wir mailten uns täglich unser Gewicht, aber kompliziert verschlüsselt, man weiß ja nie, wer mitliest. Wir nahmen beide ab, vielleicht auch, weil wir während des endlosen Ver- und Entschlüsselns nichts gegessen haben.

Lesen Sie dazu auch: In einem Jahr 30 Kilo abgenommen - wie schaut es ein Jahr später aus?

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